Hallo Felix,
wenn Nontronit am FO verbreitet ist, gehe ich mal davon aus, dass der auch für die Farbe verantwortlich war. Eventuell im Gemisch mit anderen Tonmineralen. Man weiß ja nie genau, woraus solche Krusten exakt bestehen. Meistens sind ja mehrere Minerale am Aufbau beteiligt. Ich denke nicht, dass sich der Nontronit selbst (und andere Tonminerale) durch Eisenverbindungen braun färben lassen, kann mich aber auch irren. Beispielsweise scheint Illit bestimmte synthetische Farbstoffe förmlich anzuziehen, während andere Minerale unverändert bleiben, siehe den Eingangsbeitrag zu diesem Thema.
Ich denke eher, dass das Eisenhydroxid die Tonpartikel miteinander verkittet und deren Eigenfarbe überdeckt, diese selbst aber nicht beeinflusst. Die lockernde Wirkung von Dithionit durch Lösung des Eisens ist leicht einzusehen. Erstaunlicherweise werden anderseits auch helle Tonkrusten, die offensichtlich kein Eisen enthalten, gelockert. Da die reduzierende Wirkung von Dithionit auf Tonminerale eigentlich keinen Einfluss haben sollte, führe ich das auf das Citrat (oder was auch immer als Komplexbildner in den Pulvern enthalten ist) zurück. Wahrscheinlich tritt hier ein ähnlicher Effekt ein, wie durch Natriumhexametaphosphat, der die Tonminerale zum Quellen bringt. Das geht übrigens auch mit Oxalsäure recht gut. Allerdings würde ich in solchem Fall von Oxalsäure abraten, weil man bei dieserart Krusten vorher nie genau weiß, mit welchen Mineralen man es zu tun hat. Es kann gut sein, dass Calcit, Gips oder dergleichen enthalten sind. Mit Oxalsäure bekommt man dann ein dickes Problem, da nützt es auch nichts wenn man für den Ansatz destilliertes Wasser verwendet hat. Hatte ich vor Jahren mal mit einer Charge MM's (Granat, Vesuvian, Epidot etc.) erlebt. Statt der partiell vorhandenen dunklen Lehmkruste waren alle Stufen komplett mit einer weißen Schicht Calciumoxalat überzogen.
Thomas