Arbeitsmittel / Means for work > Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation)

Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !

<< < (15/21) > >>

harzgeist:
Etwas off topic (da nicht komplett im Drogeriemarkt erhältlich), gibt es zumindest theoretisch die Möglichkeit, ganz ohne Komplexbildner nur mit Natriumdithionit und Natriumhydrogenkarbonat zu arbeiten. Bitte nur als Anregung und nicht als Anleitung verstehen.
Der Grundgedanke dabei ist, dass Eisen(II)hydrogenkarbonat begrenzt wasserlöslich ist, wenn die Lösung gleichzeitig freies CO2 enthält. Natürlich greift eine solche Lösung -wie vom Karst hinlänglich bekannt- auch Calcit an, aber es ist schon ein Unterschied ob gerade gebildete Eisen(II)ionen in Lösung gehalten werden sollen oder ob das Calcium aus dem Kristallgitter heraus gelöst werden muss. Das Risiko für den Calcit sollte deshalb gering sein.

Als praktische Vorgehensweise würde ich die folgende vorschlagen:
Eine kleine Menge, z.B. 5g, Natriumhydrogenkarbonat (=Natron) in möglichst wenig Wasser auflösen, diese Lösung in 1 Liter Mineralwasser einrühren und darin dann ebenfalls 5g Natriumdithionit (nicht die Entfärberzubereitung !!) auflösen. [Die Verwendung von Mineralwasser hat auch den Vorteil, dass es von sich aus schon Calcium enthält und somit die Aggressivität gegenüber Calcit geringer ist.]
Die Behandlung sollte in einem (druck-)fest verschlossenen Gefäß erfolgen um ein Ausgasen des CO2 möglichst zu vermeiden. Aus gleichem Grunde muss sich auch die Erwärmung (wenn überhaupt) in Grenzen halten.

Nochmals: Nur als Anregung für eigene Versuche zu verstehen, nicht als "Erfolgsrezept"  ;)

cmd.powell:
Moin

Im Buch "Mineralien reinigen und aufbewahren" wird mit Kohlendioxid angereichertes Wasser als besonders schonende Entfernungsmethode für Calcit beschreiben, also sollte man besser deionisiertes Wasser mit einig alleine Natriumdithionit ohne irgendwelche Zusätze verwenden (ggf. minimale Mengen Natriumhydrogencarbonat zum Puffern). Nach meiner Erfahrung greift reine Dithionitlösung Calcit nicht an, so das dünne Eisenhydroxidkrusten gelöst werden können. Ich konnte das erfolgreich bei dünnen Kusten auf Stücken von Mt. St. Hilaire durchführen und die vorhandenen Calcite haben sogar ihren Glanz bewahrt. Die Eisenhydroxidkrusten waren allerdings auch sehr dünn. Empfehlenswert ist es sicher, den Reinigungsprozess zu überwachen, also regelmäßig nachschaun und nicht einfach über Nacht liegen lassen. Auch sollte man versuchen, unter Ausschluss von Luft zu arbeiten (Behälter vollständig füllen und mit Deckel dicht verschließen, am besten das der Deckel auf der Flüssigkeit aufliegt), da Luftsauerstoff Dithionit zersetzt und die Zersetzungprodukte den pH-Wert der Lösung senken was ungünstigster Weise den Calcit angreifen könnte. Die Reinigung von Calcit (und vielen anderen leicht säurelöslichen oder anderweitig empfindlichen Carbonaten) mit Dithionit (oder anderen Chemikalien) ist mit Sicherheit eine recht heikle Angelegenheit und sollte nie ohne Vorversuche durchgeführt werden!

pery:
Ich war mal seit langem wieder beim sammeln und gefunden wurde auch was.

Da ich die Stufen ca. 3-4 Stunden in warmer Dithionit-Lösung (wie im Thread beschrieben ) eingelegt hatte, möchte ich einfach kurz das Vorher-Nachher Ergebnis vorstellen.

Probanden: stark gelb verfärbter Fluorit und Baryt auf Granitmatrix

Vorher: Bild 1 + 3

Nachher: Bild 2 + 4


Glück Auf!
Felix

HBreuer:
Ich hab's ausprobiert mit einer Quarzstufe, die stark mit Eisenrahm überzogen (immer noch) ist. Zwar hatte das Mittel den Überzug etwas gelöst, war aber auch in die Stufe eingedrungen und hatte dort reagiert. Die Oberflächen wurden schwarzbraun, Tendenz schwarz. Habe die Stufe dann lange gewässert. War vom Ergebnis nicht überzeugt. Schaffe lieber mit dem im Fachhandel zu beziehenden Dithionit A + B (je 15g Pulver auf 1 ltr. Wasser). Das Mischungsverhältnis ist sehr wichtig, um zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen.
Gruß, Herbert

harzgeist:
Hallo Herbert,

So etwas kann IMMER mal passieren, wenn man mit Dithionit arbeitet. Darüber ist ja auch an anderer Stelle schon oft berichtet worden.
Die Ursachen können vielfältig sein:

* falscher pH-Wert
* zu heiß
* Lösung zu konzentriert
* Lösung verbraucht / übersättigt
* für manche Minerale generell ungeeignet (z,B. Malachit, Anglesit)

Deshalb bei stark limonitisierten Stufen besser mit entsprechend MEHR Lösung arbeiten, diese öfters auszutauschen, aber NICHT die Konzentration zu erhöhen - und den Fortschritt öfter zu beobachten.

Wenn das trotzdem mal passieren sollte, braucht man die Stufe nur einige Zeit der feuchten Witterung auszusetzen, das schwarze Eisensulfid oxydiert dann dank seiner feinen Verteilung recht schnell und wird wieder zu braunem Rost. Danach kann die Behandlung wiederholt werden.  ... und dabei aber nicht den gleichen Fehler noch einmal begehen  ;)
Salzsäure ODER(!) Wasserstoffperoxid beseitigen den schwarzen Belag übrigens auch, sollte aber nur was für ganz Ungeduldige sein und nicht alle Minerale vertragen das.

Übrigens wird Eisenrahm (also Hämatit), wie von dir geschrieben, im Gegensatz zu Limonit kaum angegriffen. Das gilt auch für Salz- und Oxalsäure. Ich denke aber dass auf deiner Stufe auch Limonit vorhanden war bzw. noch ist. Sonst wäre es nicht zu der Verfärbung gekommen.

Thomas

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln