Es war eine spannende Reise.
Sie kam mir vor wie ein bewusstseinserweiternder Trip in die weite Vergangenheit unseres Wunderplaneten.
Denn nach all dem, was sich generell über Schiefer in Erfahrung bringen ließ, ist er ein Produkt vieler, kombinierter geologischer Prozesse - also ein Konglumerat (Gemisch) aus Zerfall, Transport, Ablagerung, Kompression und dann auch wieder Deformation, Verwitterung usw . So existiert also tatsächlich auch bei Gesteinen eine Art Kreislauf aus Geburt, Tot und Wiedergeburt durch die Ewigkeit mit immer neuen Horizonten.
Allem voran steht auch hier wie so oft der Zerfall von bereits Vorhandenem. Nur in diesem Fall ist es ein Gestein, das in mehr oder weniger große Fragmente zerfällt. Diese werden zuerst durch Gefälle an Steilhängen (Bild 1), später durch Wasserströmungen also Flüsse (Bild 2) und letztendlich auch durch Wind bis ans Meer transportiert. Von dort aus gelangen sie durch Meeresströmungen bis an ihren vermeintlichen Ruhepol - den Meeresgrund. Dabei können große Strecken überwunden und größere Fragmente zu kleineren zerrieben werden. Während dessen sortieren sich die Korngrößen aus und bei besonders feinen Ansammlungen entstehen Tonschlämme, die für die Bildung von Schiefer eine Grundvoraussetzung sind. So kann er durch verschiedenste Materialquellen typische Materialzusammensetzungen enthalten und in unterschiedlichsten Ablagerungsräumen zu finden sein.
Das Herabsinken von nun tonhaltigem Schlamm in Meerestiefen von bis zu 5.000 m bedingt durch den dort vorherrschenden verringerten Sauerstoffgehalt, dass die darin enthaltenen organischen Reste nicht vollständig zersetzt-, aber die kalkhaltigen Verbindungen aufgelöst werden. Das ist eine Vorraussetzung für die Kohlenstoffanreicherung, die die dunkle Farbe des späteren Schiefers aus macht.
Der nun abgelagerte und mit Kohlenstoff angereicherte Tonschlamm wird durch den Überlagerungsdruck verdichtet und das darin enthaltene Wasser ausgepresst. Außerdem nimmt der Porenraum ab und die abgelagerten Partikel regeln sich ein. So entsteht eine Schichtung, bei der der Tonschlamm in Tonstein umgewandelt wird.
Gerät bei Gebirgsbildungen ein solcher Tonstein durch Faltungen in höhere Druck- und Temperaturbereiche (Bild 3), reagieren die Minerale bei der Einregelung mit Umorientierung und anschließender Rekristallisation. Dadurch entstehen “Mineralderivate“ und bereits vorhandene Gefüge werden überprägt.
Offensichtlich werden bei der Entstehung von Schiefer die physikalischen Prozesse von zahlreichen chemischen Reaktionen begleitet. Und so kommt man dann schlussendlich zu den Akzessorien, von denen eines das Pyrit sein kann.
Dieses verwittert relativ leicht und hinterlässt als Eisenhydroxid bräunliche Spuren. Seine Entstehung findet im bereits beschriebenen sauerstoffarmen, dunklen und schlammigen Milieu auf dem Meeresboden in größeren Tiefen statt, wo es unter stagnierenden Bedingungen Weichteile von Tieren destruierent ersetzt. Vor allem sind es dort schwefelreduzierende Bakterien, die an Stelle organischen Materials kleinste Kristalle an-, ein- oder ablagern. Die Komprimierung reguliert dabei die Kristallgröße. Unter solchen Bedingungen können sogar ganze Muschelschalen oder Knochen er- bzw. zersetzt (mineralisiert) werden.
So erklärt sich sein bizarres Erscheinen als Muster, das die Fantasie seines Betrachters beflügelt – Pyritsonne;)
Das war mir ein echtes Vergnügen und damit wünsche ich allen
ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr
http://www.arge-schiefer.de/html/inhalt.php?sprache=d&seite=gestein_mineralogiehttp://www.ostseeholz-kunst.de/christoph/home/exkursion-ural.htmhttp://de.wikipedia.org/wiki/Pyrit