Arbeitsmittel / Means for work > Exkursionsmaterial (Werkzeug etc.) / Field trip material (Tools etc.)
Fäustel und Meißel vom Baumarkt
Nathan:
Hallo,
ich wollte mir nun endlich einen Fäustel und diverse Meißel zulegen. Einen Geologenhammer (Pickhammer) besitze ich schon. Auch habe ich schon das Forum nach ähnlichen Beiträgen durchforstet, aber ich bin nicht wirklich weiter gekommen.
Ich suche Werkzeug für Haldenbesuche/offengelassene Brüche in Sachsen, Thüringen, tschechische Grenze.
Meine Überlegung galt den einfachen Meißeln bzw. Fäustel aus dem Baumarkt (Toom). Hat jemand mit diesen schon Erfahrungen?
Da es mehrere Ausführungen gibt, bin ich mir nicht sicher, welche die geeignete ist.
Bei den Fäustel habe ich die Modelle mit Kunststoffgriff in die engere Auswahl genommen. Hier gibt es einen mit 800g und einen mit 1250g. Im Forum habe ich gelesen, dass Fäustel unter 900g recht unbrauchbar sind. Also eher 1250g?
Bei den Meißeln gab es eine große Auswahl. Am brauchbarsten schienen mir ein Flachmeißel (23x300mm) und ein Spitzmeißel (16x300mm). Liege ich bei den Meißelarten schonmal richtig? Welcher von beiden ist nützlicher oder wäre es besser, wenn man beide nimmt?
Ich habe oft gelesen, dass ein Vorschlaghammer zur Grundausstattung gehört. Trift das auch für meinen Verwendungszweck zu? Welche Modifikation würdet ihr mir empfehlen?
Gruß und vielen Dank
Philipp
uwe:
Für Steinbrüche ist ein Vorschlaghammer schon optimal, wenn einem die Schlepperei nicht zu viel ist. Ein schwerer Hammerkopf bringt mehr Schwingungen in das Gestein, welches so eher gespaltet wird. Für Halden lang ein Geologenhammer oder ein Fäustel.
Bei Meiseln gibt es spezielle Steinbruchmeisel. Ich habe mal einen besessen, welcher einsame Spitze war. Der rostet heute irgendwo im Haupental, habe ihn leider dort vergessen einzupacken und nicht wieder gefunden. Die normalen Baumarktmeisel sind von der Keilform nicht gut geeignet. Der Keil soll möglichst flach und lang sein.
Außerdem sollte noch beachtet werden: Wenn ein Meisel fest in Stein sitzt, dann nach dem Zuschlagen einige Zeit warten, bevor man den nächsten Schlag setzt. Mein alpiner Mentor hat dann gesagt."Jetzt arbeit ein anderer." Der Grund ist, daß sich die Spannung, welcher der Meiselvortrieb an den Stein übermittelt, sich auf das Gefüge des Steines überträgt.
Gruß
Uwe
strahler1975:
Flachmeißel brauch ich fast nie. Hab nur einen ganz kleinen für Klüfte ausräumen.
Baumarktmeißel (obi LUX-tools u. ä.) würd ich sowieso lassen - ist rausgeschmissenes Geld - die sind alle im "China Ungefährstyle" gehärtet und verlieren entweder den Spitz oder brechen gleich ab.
Ich weiss nicht ob es bei Würth Baumärkten in D auch Werkzeug von Stubai gibt.
Damit bin ich bis jetzt am besten gefahren.
Vergiß nicht, dass der tolle Sammeltag zu Ende ist, wenn du keinen ganzen Meißel mehr hast.
Kunststoffstiehle bei Fäusteln sind meist haltbarer als Hölzerne, da die von Feuchtigkeit nicht beeinflusst werden.
Vorschlaghammer würde ich nicht als Muss bezeichnen.
Den Fäustel mit 1.5 bis 2.0 kg wählen, dann geht schon was. Der Vorschlaghammer geht mir auch meist zu sehr auf den Rücken.
.............hier wurde auch schon mal ganz ausführlich geschrieben.......https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,31762.0.html
Glück Auf !!!
Frank
loismin:
Hallo.
Nur mal so !
Die Wahl von der Größe des Fäustels liegt ganz an deinen Kräften.
Es nützt dir ein 2 kg Fäustel meistens gar nix, wenn du 3 x draufhaust und dir geht dann die Kraft aus wenn du ihn mit einer Hand
schwingst !
Das mußt du selbst ausprobieren !
Meistens bringt ein 1 kg oder 1,5 kg Fäustel für einen Anfänger mehr, da mußt du zwar öfter draufhauen, aber erstens ermüdest du beim Schlagen nicht so schnell und zweitens triffst du besser, wenn die Schlaghand nicht so müde ist !
Außerdem halten die meisten Meissel den Schlag eines 2 kg Fäustels auf Dauer nicht aus, das muß dir klar sein!
Sobald du mit der Schlaghand müde wirst, triffst du den Meissel nicht voll gerade sondern seitlich und dann springt der Messelspitz unweigerlich !
Was ganz anderes ist wenn du den Fäustel nur zum Gesteinzertrümmern hernimmst, da hast du meist beide Hände im Einsatz und da spielt das Gewicht eine große Rolle und was dann auch noch was bringt, ist ein langer Stiel !
Du wirst nicht umhin kommen die Möglichkeiten der Steinbearbeitung durch ausprobieren der verschiedenen Möglichkeiten für dich selbst festzulegen , was dann am günstigsten für dich ist !
Ich arbeite z. B. in ganz hartem Gestein mit 2 kg Fäustel und 20 cm ( also ganz kurzen ) Meisseln !
Die bringen die Schlagkraft am besten auf den Stein und schwingen nicht so !!
Bei weicheren Gesteinen oder zähen Gesteinen sind meist etwas längere Meissel besser, weil sie in den Stein eindringen und erst nach einer Weile eine Treibwirkung haben !
Außerdem arbeite ich auch sehr selten mit einem Flachmeissel, aber bei Gesteinen, wo eine eventuelle Spaltrichtung vorgegeben ist, ist ein Flachmeissel auf alle Fälle besser, da so die Gefahr der Spaltung gegen die vorgegebene Spalktrichtung nicht so groß ist !
Also klein anfangen und Erfahrung sammeln und dann aufrüsten !!
Loismin
guefz:
Hallo,
Ein Flachmeißel ist auch gut, wenn man ganz gezielt entlang einer Linie spalten will. Dann meißelt man mit nicht zu festen Schlägen genau entlang dieser Linie hin und her und irgendwann wird der Brocken mit hoher Wahrscheinlichkeit genau entlang dieser Linie reißen. Das geht z. T. auch gegen eine bevorzugte Spaltrichtung des Gesteins.
Günter
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