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Autor Thema: Metall, aber welches?  (Gelesen 8077 mal)

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Offline Gringo

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Metall, aber welches?
« am: 11 Feb 15, 11:37 »
Hallo zusammen.

Ich war heute am Strand (Süd-Taiwan) und hab einen Stein (Quarz?) im feuchten Sand gefunden, der mir sehr zu denken gibt. Er hat einen matten, metallischen Glanz und weist nach Abrieb strahlenden Glanz auf. An einigen Stellen fehlt aber der Metallmantel.

Hat jemand eine Ahnung, was hier passiert ist? Was für ein Metall könnte das sein?

Würde mich freuen, wenn jemand was weiß.

Mit freundlichem Gruß

Offline CRYSTALLOGIC

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Re: Metall, aber welches?
« Antwort #1 am: 11 Feb 15, 12:09 »
Hallo,

wie sieht´s denn unter dem ´Metallmantel´ aus ? Evtl. auch noch mal ne Kerbe mit ner Glasscherbe oder nem Messer machen und dann berichten oder ein Bild von der Ritzspur inklusive Abrieb hier posten.

Gruß

Offline Sebastian

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Re: Metall, aber welches?
« Antwort #2 am: 11 Feb 15, 12:37 »
Hallo,
Könnte eine abgerollte Pyrit/Markasitknolle
Sein. Ich meine vom Strich könnte es hinkommen.
Gruß Sebastian

Offline CRYSTALLOGIC

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Re: Metall, aber welches?
« Antwort #3 am: 11 Feb 15, 13:06 »
Mir scheint der Strich, v.a. am rechten Ende, eher metallisch-weiß/grau und die Tenazität wohl eher mild zu sein...
Möglichst genaue Angaben zu Farbe, Glanz, Strichfarbe, Tenazität und Härte (falls die Schicht nicht zu dünn ist) wären wünschenswert.

Gruß

Offline Gringo

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Re: Metall, aber welches?
« Antwort #4 am: 11 Feb 15, 15:03 »
Tenazität hab ich grad mal nachgeschlagen und dann mit dem Finger versucht den Strich wegzurubbeln - ging nicht. Bin aber von der Markasitknolle ziemlich überzeugt und hab sie zu meinem Fund vom Sonntag (ca. 100km Entfernung in den Bergen) mit dazugelegt - passen gut zusammen. Die Fundstelle war im nassen Sand (Flut), vor ihm das Meer und hinter ihm ein fossiles Flussbett - würde dann ja auch super zu meiner Geschichte passen, die ich hier schon zum Pyrit gepostet hab.

https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,38342.0.html

Vielen Dank

Offline Reinhold

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Re: Metall, aber welches?
« Antwort #5 am: 11 Feb 15, 15:39 »
Hallo Mario,
solltest du noch ein Stück Flint (Feuerstein) haben, wäre auch ein Praxistest vielleicht hilfreich.
Siehe:
http://www.chemieunterricht.de/dc2/pyrit/pyrit_06.htm
Beim aufeinanderschlagen riecht es auch nach Schwefel.
Viel Glück beim Feuermachen.
Glück Auf
Reinhold

Offline CRYSTALLOGIC

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Re: Metall, aber welches?
« Antwort #6 am: 11 Feb 15, 15:46 »
Eher unwahrscheinlich, dass das ne Pyrit/Markasit-Knolle ist - es sei denn, sie ist dort erst vor kurzem jemandem aus der Tasche gefallen*, oder so (verträgt sich nicht besonders mit Wasser, d.h. die Oberfläche wäre eher rissig und rauh, als so glatt) ...

Sollte der Strich metallisch glänzen (dem Bild nach gibt es da offensichtlich verschiedene Interpretationen) kann es kein Pyrit/Markasit sein.

Tenazität meint den Grad der Sprödigkeit, der, was Mineralienbestimmung angeht, mit ein paar Zwischenstufen von sehr spröde (zersplittert bei Krafteinwirkung) bis hin zu duktil (läßt sich verformen ohne zu splittern, wie z.B.Gold) geht. Und das läßt sich i.d.R. schon gut beim Strichtest erkennen.

Gruß

edit: * im Übrigen würde Pyrit/Markasit die mechanische Beanspruchung, die zur Erzeugung so einer glatten Oberfläche per `Abrollung´ notwendig wäre, wohl eher nicht überstehen.
« Letzte Änderung: 11 Feb 15, 18:55 von CRYSTALLOGIC »

Offline loismin

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Re: Metall, aber welches?
« Antwort #7 am: 11 Feb 15, 17:33 »
Hallo.

Härte wäre hier auch mal interessant !

Loismin

Offline Gringo

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Re: Metall, aber welches?
« Antwort #8 am: 12 Feb 15, 11:19 »
Ja, die Wasser-"Verträglichkeit" macht mir schon seit einer ganzen Weile Sorgen. Man vergleiche nur Bild A und B. Beide stammen aus dem selben Flussbett. Bei A ist das Pyrit sehr gut und bei B gar nicht mehr erhalten (B weist nur noch Spuren auf). Darwin würde sicher die Zeit dazwischen schieben - doch reicht das wirklich aus? Sicher gibt es auch Unterschiede in der Zusammensetzung - wie die Farbe oft schon signalisiert. Und vielleicht spielt dabei auch die Matrix eine Rolle. A stammt zudem aus einem kleinen Becken mit Wasserfall - B nicht. Und könnte es denn auch sein, dass das organische Ausgangsmaterial, der Grad der Komprimierung oder verschiedene Bakterien-Stämme ausschlaggebend für die Zusammensetzung sind?

Die Tenazität, also der Grad der Sprödigkeit, ist duktil (lässt sich verformen ohne zu splittern, wie z.B.Gold oder Blei?). Demzufolge ist es also nicht sehr hart und auch nicht spröde. Bild C zeigt metallischen Glanz - Kratzer mit Messer (unten, rechts von der Mitte).

Apropos: Beim Bild (Fund) von gestern war der Schwefelgeruch beim Brechen definitiv da. Ich hatte schon gedacht, dass er von der weißen Oberfläche stammt und auf eine heiße Quelle zurückzuführen sei (hatte mich schon gefreut). Als ich der Sache dann aber nachgehen wollte, war er schon wieder weg - als Praxistest aber durchaus geeignet (danke für den Tipp). Könnte es denn dann aber nicht auch sein, dass der als Gletschermumie berühmt gewordene „Ötzi“ vor etwa 5300 Jahren seine Birkenporlinge bei sich trug, weil er sie zum Feuermachen brauchte und gar nichts von ihrer antibakteriellen und antibiotischen Heilkraft wusste?

Wenn also kein Pyrit - was dann? Blei?

Viele Grüße aus Taiwan
« Letzte Änderung: 12 Feb 15, 13:50 von Gringo »

Offline CRYSTALLOGIC

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Re: Metall, aber welches?
« Antwort #9 am: 12 Feb 15, 12:26 »
Hallo,
Na das ist doch schon mal sehr gut zu wissen (Tenazität), dann kann man also auch davon ausgehen, dass der Strich tatsächlich metallisch glänzend ist.
Je dünner und gleichmäßiger auf der Oberfläche verteilt die äußere metallische Schicht, desto unwahrscheinlicher, dass es ohne menschliches Zutun entstanden ist. (ich geh mal davon aus, dass es nur ein Belag ist und dir aufgefallen wäre, wenn er ungewöhnlich schwer wäre)
Ich würde das Teil ja am liebsten mal im Querschnitt sehen, du magst ihn aber sicher lieber heil lassen nehme ich mal an, oder ?
Du hast geschrieben, dass der ´Metallmantel´an einigen Stellen fehlt - und wie sieht´s nun also dort aus ?

Gruß

« Letzte Änderung: 12 Feb 15, 12:36 von CRYSTALLOGIC »

Offline Gringo

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Re: Metall, aber welches?
« Antwort #10 am: 12 Feb 15, 13:34 »
Hallo,

ja, er ist nicht ungewöhnlich schwer und ich bin auch ziemlich sicher, dass es sich um eine hauchdünne Schicht handelt. Leider macht mein Fotoapparat keine besseren Bilder als nun noch das Bild D :(.

Kann es Silber sein? Wurde ja auch in Taiwan abgebaut.

Offline Sebastian

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Re: Metall, aber welches?
« Antwort #11 am: 12 Feb 15, 13:52 »
Ganz sicher kein Silber :D
Ich gehe mehr und mehr von einem künstlich erzeugtem Überzug aus.
Gruß Sebastian

Offline loismin

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Re: Metall, aber welches?
« Antwort #12 am: 12 Feb 15, 18:00 »
Hallo.

Das könnte für mich Zinn sein, so eine silberweisser Strich und weich !
Und dann spielt da ja wieder das Gewicht eine Rolle , wenns aber nur ein Überzug ist , nicht !


Loismin

Offline cmd.powell

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Re: Metall, aber welches?
« Antwort #13 am: 12 Feb 15, 23:22 »
Hi

Wie präzise ist den die Farbwiedergabe auf den Fotos ? Kommt das mit dem kupferrotem Farbton in etwa hin und sind da wirklich diese feinen etwas silbergrauen Zonen in dem Stück ? Falls die Farben stimmen, könnte es sich um Kupfer oder eine Kupferlegierung handeln, in welcher noch etwas Silber (oder ein anderes silbergraues Element, evtl. Zinn) eingewachsen ist. Ob das natürlichen Ursprungs ist oder künstlich, wäre dann die nächste Frage.

Offline Gringo

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Re: Metall, aber welches?
« Antwort #14 am: 13 Feb 15, 10:26 »
Hallo,

die Mantelfarbe ist einheitlich silbergrau. Das letzte Foto (Bild D) ist in Bezug auf die Farbe nicht wirklich aussagekräftig - besonders oben links der Gelbstich ist unwirklich. Mein erster Gedanke war, dass es sich um eine polierte Amalgamfüllung handelt, nur die Größe und die Form in seiner Gesamtheit stimmen natürlich nicht.

Beste Grüße