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Autor Thema: Verkieseltes Laubholz aus Elbeschottern  (Gelesen 1609 mal)

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Offline Sargentodoxa

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Verkieseltes Laubholz aus Elbeschottern
« am: 19 Feb 15, 15:14 »
Hallo
Die Gymnospermenhölzer vom Dadoxylon-Holztyp (Perm) sind ja allgemein aus fossilen Elbeschottern bekannt. Das aber auch Angiospermenhölzer (?Oberkreide / Alttertiär) auffindbar sind, ist relativ unbekannt, da diese Stücke seltener sind und möglicherweise auch übersehen werden.
Anbei mal 2 Detailfotos von Laubholzfunden aus Kiesgruben Nordsachsens bzw. Südbrandenburg. Detailfoto 01 zeigt zudem noch Bohrgänge.
Das 3. Bild zeigt die Außenstruktur, die bei genaueren hinsehen schon zeigt, das es kein Dadox ist. Werner

Offline gnoisi

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Re: Verkieseltes Laubholz aus Elbeschottern
« Antwort #1 am: 23 Feb 15, 18:36 »
Hallo Werner,
ein interessanter Fund! Stellt sich nur wieder die Frage nach dem Liefergebiet und dem Alter.
Ich habe 2008 neben Tempskya sp. ein silifiziertes Laubholz in Nordböhmen, in der Nähe von Kladno gefunden. J. Sakala hat dieses Stück  anhand von Dünnschliffen, die ich anfertigen ließ, als Paraphyllanthoxylon sp. bestimmt. Dabei handelt es sich um ein seltenes, frühes Angiospermenholz aus der Oberkreide. Es war erst der zweite, gesicherte Nachweis für Nordböhmen. Diese Gattung ist auch aus der Oberkreide Nordamerikas bekannt. Mein Stück zeigt dazu noch zahlreiche Terdeo-Bohrgänge, wobei Teile einer Bohrmuschel sogar noch erhalten sind.
Grüße
Marian

Offline Sargentodoxa

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Re: Verkieseltes Laubholz aus Elbeschottern
« Antwort #2 am: 24 Feb 15, 14:49 »
Hallo Marian
Tolles Teil und dann noch exakt determiniert. A.SELMEIER hat 1990 ein Kieselholz von Torno/Leippe/Lauta als Eucaryoxylon crystallophorum ( Juglandaceae ) bestimmt. Dies war für mich immer der Anreiz intensiv nach Laubhölzer zu suchen und hab auch einiges gefunden bzw. erwerben können. Als Alter gibt er : vermutlich Tertiär, an. Ich denke eine genauere Zeitangabe wie ?Oberkreide/Alttertiär wird wohl kaum möglich sein. Da die Funde in Ablagerungsgebiete der Paläoelbeläufe fallen, ist eine Herkunft aus Böhmen sehr wahrscheinlich. Kladno wäre z.B. rein hypothetisch möglich, aber auch aus dem Gebiet um Most / Duchcov wurden nachweislich pflanzenführende Gerölle aus dem Alttertiär bis in die Lausitz verfrachtet. Das Döhlener Becken - häufig in dem Zusammenhang mit Dadoxylonhölzer genannt - hat eher nur Permokarbon geliefert. Werner

 

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