Hallo Nochmal
Ich finde die neuen Bilder weiterhin nicht ganz eindeutig. Ansich hat Willi recht wenn er sagt, das Cuprite in der Größe eher ungewöhnlich sind, daher halte ich eine Pseudomorphose nach Rhodochrosit für wahrscheinlicher. Allerdings habe ich noch nie solche relativ scharfkantigen Pseudomorphosen dieser Art gesehen, aber vielleicht täuschen die Fotos auch etwas.
Die besagten Rhodochrosite sind übrigens auch nur die halbe Wahrheit: Nach meinen Analysen handelt es sich bei diesen fast würfelförmigen Rhomboedern um Mischkristalle oder wenigstens feinkörnige Verwachsungen (habe nur EDX gemacht) aus ZnCO3, CaCO3, MnCO3 und FeCO3 (Gehalte der einzelnen Elemente in etwa in der genannten Reihenfolge abfallend), also praktisch alles drin. Erst wenn die Kristalle, die oft trübweiß bis hellbraun sind, einen deutlichen rosastich haben, ist MnCO3 der dominate Anteil. Die etwas wilde Zusammensetzung erklärt auch die schuddelig-schwarzbraunen Krusten, die schlicht durch Auflösung eben jener Kriställchen entstehen. Aufgrund dieses Zusammenhang halte ich ebenfalls "Rhodochrosit" für sehr wahrscheinlich, möchte aber den Cuprit nicht ganz ausschließen.
@Doc Diether: Es trifft meistens beides zu: Sowohl eine Pseudomorphose als auch eine Überdeckung. Die ursprünglichen Kristalle sind allerdings nur selten noch vorhanden. Ich muss in irgendeiner Kiste noch ein paar Stücke haben, wo es einen Übergang von Pseudomorphosen zu noch unveränderten "Rhodochrositen" haben.