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Autor Thema: Bestimmungshilfe Oberschulenberg  (Gelesen 4289 mal)

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Offline Harzsammler

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Bestimmungshilfe Oberschulenberg
« am: 16 Feb 15, 12:40 »
Hallo,

kann mir jemand bei diesen schwarzen Kristallen weiterhelfen?

Sie sind bis 0,5mm groß, kubisch und finden sich oft in zerfressenen Quarz aber auch direkt auf Malachit-Rasen. Meist sehen sie recht "abgelutscht" aus und gehen nahtlos in Glaskopfkruste über bzw. wachsen aus dieser heraus.

Ich tue mich schwer diese Kristalle als limonitisierten Pyrit abzutun, da ich diesen von dort nur als Primärmineral kenne und es sich hier um eine Sekundärparagenese handelt.

Grüße,
Michael

Offline harzforelle

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Re: Bestimmungshilfe Oberschulenberg
« Antwort #1 am: 16 Feb 15, 13:05 »
Hallo,
das sieht mir auf den ersten Blick wie Goethit aus. Könnte aber auch zu einem Manganoxid tendieren. Mal sehen was andere noch sagen.
Gruß Jochen

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Bestimmungshilfe Oberschulenberg
« Antwort #2 am: 16 Feb 15, 15:23 »
Strichfarbe ...?

Offline Harzsammler

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Re: Bestimmungshilfe Oberschulenberg
« Antwort #3 am: 16 Feb 15, 23:02 »
Strichfarbe ...?
...dunkelbraun bis schwarz.

Offline Nathan

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Re: Bestimmungshilfe Oberschulenberg
« Antwort #4 am: 16 Feb 15, 23:52 »
Die Strichfarbe spricht für ein Manganoxid (z.B. Romanèchit).
Hat da jemand Einwände?
Gruß
Philipp

Offline wilbi

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Re: Bestimmungshilfe Oberschulenberg
« Antwort #5 am: 17 Feb 15, 11:14 »
Hallo,
ich denke auch ein Manganoxyd-
Gruß willi

Offline Harzsammler

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Re: Bestimmungshilfe Oberschulenberg
« Antwort #6 am: 17 Feb 15, 12:25 »
Hallo,

danke für die Antworten!

Wenn es sich bei diesen kubischen XX um ein Manganmineral handelt, dann liegt doch sicher eine Pseudomorphose vor.
Was käme denn da infrage?

Grüße,
Michael

Offline gladhammar

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Re: Bestimmungshilfe Oberschulenberg
« Antwort #7 am: 17 Feb 15, 21:36 »
Hallo Michael,

wenn du Borax und Magnesiastäbe hast kannst du ziemlich gut Mangan nachweisen.
Eine Probe in der Oxitationsflamme eines Brenners erhitzt ergibt nach dem Erkalten eine intensive violette Färbung.

GA
Detlef

Offline cmd.powell

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Re: Bestimmungshilfe Oberschulenberg
« Antwort #8 am: 20 Feb 15, 00:22 »
Wenn es sich bei diesen kubischen XX um ein Manganmineral handelt, dann liegt doch sicher eine Pseudomorphose vor.
Was käme denn da infrage?

Das könnte (!) eine Pseudomorphose von Eisen/Manganoxiden nach Cuprit-XX sein. Rhodochrosit habe ich häufiger pseudomorphiert durch vergleichbaren schwarzbraunen Gammel gefunden, leider kann ich die Kristallform nicht richtig erkennen: Sind es Kubooktaeder würde ich sagen: Fe/Mn-Oxide nach Cuprit, sind es stumpfe, leicht abgerundete Rhomboeder: Fe/Mn-Oxide nach Rhodochrosit oder Smithsonit. Auch Anglesit, Cerussit und/oder Langitgruppe kämen in Frage, halte ich persönlich für unwahrscheinlicher.

Pyrit wäre auch noch denkbar, naturgemäß natürlich nicht auf Malachit.

Pyrit gibt es übrigens recht regelmäßig in zersetztem und/oder in Zersetzung begriffenem Chalkopyrit, dort jedoch nur in der würfligen Form.

Offline Doc Diether

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Re: Bestimmungshilfe Oberschulenberg
« Antwort #9 am: 20 Feb 15, 08:32 »
Pseudomorphose vielleicht weniger. Tippe auf einfache Überdeckung durch das Mn-Oxid.
Kristalle darunter kann man, wenn das Stück ganz bleiben soll, nicht zuordnen.
Aber vielleicht hast Du Lust, das schwarze Zeug abzuschaben bzw. zu unterhöhlen.
Dann kannst Du weiter sehen.
Gruß
Doc Diether

Offline wilbi

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Re: Bestimmungshilfe Oberschulenberg
« Antwort #10 am: 20 Feb 15, 12:11 »
Hallo Markus, Pseudomorphose nach Cuprit? Leider ist auf den Fotos keine BB erkennbar, aber Cupritkristalle über einen mm Größe  wären schon etwas besonderes von dort.
Gruß willi

Offline Harzsammler

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Re: Bestimmungshilfe Oberschulenberg
« Antwort #11 am: 20 Feb 15, 13:07 »
Hallo,

Danke für Eure Beteiligung!

von der Kristallform her handelt es sich um Würfel mit mehr oder weniger abgeschrägten Ecken bzw. um Kubooktaeder.
Rhomboeder sind es nicht.

Im Bruch zeigt sich das Innere porös, erdig und von tief dunkelbrauner bis schwarzer Farbe. Die Oberfläche ist wie schwarz lackiert und stark glänzend.

Die Größe der XX ist wie Oben schon geschrieben bis max. 0,5mm.

An Cuprit bzw. eine Pseudomorphose nach diesem habe ich auch schon gedacht. Cuprit habe ich dort in ähnlich zerfressenen, kavernösen Quarz gefunden, auch in ähnlicher Kristallform aber halt in typischer dunkelroter Farbe.

Grüße,
Michael

Offline wilbi

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Re: Bestimmungshilfe Oberschulenberg
« Antwort #12 am: 20 Feb 15, 17:40 »
Hallo, nach den neuen Bildern sieht mir das eher nach Manganspat aus. Der lommt dort in kubischen Kristallen vor mit abgerundeten Ecken und zwar in vielen Farbvariationen, meistens aber braun oder schwarz.
Wurde schon als Rhodochrosit  in Lapis Nr.5/1981 von Täuber und Krause beschrieben.
Gruß
willi

Offline Harzsammler

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Re: Bestimmungshilfe Oberschulenberg
« Antwort #13 am: 20 Feb 15, 23:37 »
Hallo Willi,

das ist ein interessanter Ansatz - ich werde das Material demnächst mal einen HCl-Test unterziehen.
Dein Bild https://www.mineralienatlas.de/VIEWmaxFULL.php?param=1330945568 zeigt jedenfalls genau die gleiche Kristallform wie bei meinen Stüfchen.

Grüße,
Michael
« Letzte Änderung: 20 Feb 15, 23:41 von oliverOliver »

Offline cmd.powell

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Re: Bestimmungshilfe Oberschulenberg
« Antwort #14 am: 21 Feb 15, 02:26 »
Hallo Nochmal

Ich finde die neuen Bilder weiterhin nicht ganz eindeutig. Ansich hat Willi recht wenn er sagt, das Cuprite in der Größe eher ungewöhnlich sind, daher halte ich eine Pseudomorphose nach Rhodochrosit für wahrscheinlicher. Allerdings habe ich noch nie solche relativ scharfkantigen Pseudomorphosen dieser Art gesehen, aber vielleicht täuschen die Fotos auch etwas.
Die besagten Rhodochrosite sind übrigens auch nur die halbe Wahrheit: Nach meinen Analysen handelt es sich bei diesen fast würfelförmigen Rhomboedern um Mischkristalle oder wenigstens feinkörnige Verwachsungen (habe nur EDX gemacht) aus ZnCO3, CaCO3, MnCO3 und FeCO3 (Gehalte der einzelnen Elemente in etwa in der genannten Reihenfolge abfallend), also praktisch alles drin. Erst wenn die Kristalle, die oft trübweiß bis hellbraun sind, einen deutlichen rosastich haben, ist MnCO3 der dominate Anteil. Die etwas wilde Zusammensetzung erklärt auch die schuddelig-schwarzbraunen Krusten, die schlicht durch Auflösung eben jener Kriställchen entstehen. Aufgrund dieses Zusammenhang halte ich ebenfalls "Rhodochrosit" für sehr wahrscheinlich, möchte aber den Cuprit nicht ganz ausschließen.

@Doc Diether: Es trifft meistens beides zu: Sowohl eine Pseudomorphose als auch eine Überdeckung. Die ursprünglichen Kristalle sind allerdings nur selten noch vorhanden. Ich muss in irgendeiner Kiste noch ein paar Stücke haben, wo es einen Übergang von Pseudomorphosen zu noch unveränderten "Rhodochrositen" haben.

 

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