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Moschellandsbergit / Kongsbergit usw.
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Gerdchen:
Hallo,
ich hätte eine Frage zur Unterscheidung von Moschellandsbergit, Kongsbergit und Schachnerit. An den pfälzischen Quecksilbervorkommen konnte man, als das Graben auf den dortigen Halden noch erlaubt war, die erwähnten Amalgame finden. Wie kann man diese auseinanderhalten? Geht es nur über eine Analyse oder ist eine optische Bestimmung möglich? Alles sind ja Amalgame und unterscheiden sich meines wissens nur durch den Silbergehalt. Leider sind oft auf Bildern nur Amalgamknubbel zu sehen, die dann als Moschellandsbergit betitelt sind. Eigentlich war ich bislang der Meinung, dass speziell der Moschellandsbergit nur in kristalliner Form vorliegen kann (auf Grund des hohen Silberanteils). Wer kann weiterhelfen, denn Moschellandsbergit und Schachnerit haben ja die Typlokalität - Landsberg bei Obermoschel. Auf den gleichen Halden konnte aber auch noch Kongsbergit gefunden werden.
Gruß
Gerdchen
steinfried:
Hallo, ich habe gerade noch mal in der Lapis nachgelesen. Kongsbergit kam in Obermoschel nur in dünnen Krusten in Kluftflächen vor. Moschellandsbergit kommt in kubischen Kristallen vor sowie in unregelmäßige Agg. Und Schachnerit entweder als dünne Häutchen auf Moschellandsbergit oder als prismatische Kristalle die auch selten Zwillinge bilden können.
Grüße
Gerdchen:
Hallo,
das Problem liegt nicht alleine an der erwähnten Fundstelle. Wie im Portrait im Lapis 6/2001 ebenfalls beschrieben wird,(Zitat) "werden Neufunde von Silber-Quecksilberverbindungen häufig ohne genauere Untersuchungen als Moschellandsbergit bezeichnet. Dies ist allerdings unzulässig und oft auch falsch.....".
Bei deutlich kristallisierten Moschellandsbergiten dürfte eine analyse überflüssig sein. Das Problem sind die Aggregate. Wie es scheint ist ohne eine genaue Analyse keine Bestimmung möglich.
Ist eine Bildung von Moschellandsbergit-Aggregaten überhaupt möglich oder ist er immer kristallin. Ob die erwähnten Aggregate aus dm Lapis analysiert sind, ist fraglich (siehe Zitat Lapis oben).
Gruß
Gerdchen
openpit:
Hallo,
nach meiner Ansicht kommt man um eine Analyse nicht herum, gerade weil noch mehr Ag-Hg Verbindungen bekannt sind als die genannten. Auch wäre ich vorsichtig mit der Aussage, dass idiomorpher Moschellandsbergit ein sicherer Fall sei, die von Torsten erwähnten Häutchen von Schachnerit (nicht eher Paraschachnerit??) deuten auf die Möglichkeit von Pseudomorphosen hin.
--- Zitat von: Gerdchen am 03 Mar 15, 13:43 ---Ist eine Bildung von Moschellandsbergit-Aggregaten überhaupt möglich oder ist er immer kristallin.
--- Ende Zitat ---
Verstehe ich nicht. Ich nehme an, Du meinst derben Moschellandsbergit. Dessen Bildung ist freilich möglich, kristallin ist er immer.
Glück Auf!
Micha
ps: Gegenfrage:
Auch wenn in der Literatur (allen voran Lapis) immer die Rede von "Amalgamen" ist, sind dies wirklich welche?
Gerdchen:
Hallo Micha,
Danke für deine Antwort. Du hast recht, ich meine die derben Butzen. Ich habe schon vermutet, dass es ohne Analyse nicht geht. An Pseudomorphosen habe ich überhaupt noch nicht gedacht.
Auf Grund des Silber- und Kupfererzgehaltes und dem gleichzeitigen Vorkommen von exterem viel Quecksilber, ist von Amalgam auszugehen. Dies gilt nicht nur für die Halden am Landsberg bei Obermoschel, sondern für das gesamte Quecksilberrevier der Pfalz.
Anzumerken ist noch speziell zum Fundpunkt Landsberg, dass nicht nur die Bestimmung der Amalgame dort ein Problem darstellt, sondern auch die Fundortangabe. Sehr viele Funde kamen von der Halde oberhalb der ehemaligen Aufbereitungsanlage. Dort wurde aber um 1940 Material von weiteren Quecksilbervorkommen, insbesondere von Stahlberg und von Mörsfeld, gemeinsam mit dem Material vom Landsberg gelagert, um dort verhüttet zu werden.
Gruß
Gerdchen
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