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Naumannit mit Silber (?) von Tilkerode
raritätenjäger:
Hallo,
allein mit dem Naumannit wäre ich schon vorsichtig. Wenn mich nicht alles täuscht, ist der nur ein oder zwei mal vorgekommen. Fast alle als Naumannit bezeichneten Proben sind irgendwelche anderen Selenide. Die Angabe "mit Silber" (welches von dort in gediegener Form tatsächlich nicht beschrieben ist) spricht zudem nicht gerade dafür, dass es tatsächlich einer der korrekt analysierten Naumannite von dort ist.
Gruß
Andreas
harzforelle:
Hallo,
Andreas hat Recht.Ja wo er das jetzt schrieb, werde ich auch wach. Da in Tilkerode Sammelverbot herrscht und auch sonst nicht mehr viel auf den Halden zu holen ist macht mich die Stufe doch skeptisch. da auch ich noch auf der Suche nach Tilkeröder Stufen bin und allgemein nur Clausthalitstufen im Angebot sind (ob die auch sicher bestimmt?), die ich auch habe. Im Übrigen wurden in Tilkerode nur 30 kg Selen(!) erschmolzen,für die sich damals kein Absatz fand. Und bei der Fülle von Se- Mineralien ware Naumannit mit anderen auch immer was für Se-Mineralien doch ein großer Glücksfall oder ein Betrug des Händlers....Im Übrigen kommt Gold in Flittern nur in Quarzmatrix vor, da sind noch Stufen im Museum Bernburg zu Besichtigen, die haben auch den typischen Goldglanz.
Gruß Jochen
openpit:
Hallo,
ich mag einigen Ausführungen wirdersprechen, wobei meine Aussagen auf Tischendorfs (1959) "Zur Genesis einiger Selenidvorkommen, insbesondere Tilkerode im Harz" beruhen:
Naumannit ist nicht sonderlich selten in den Selenidnestern gewesen, es soll neben Clausthalit und Tiemannit eines der häufigsten Selenide gewesen sein, wobei ein Verhältnis von Clausthalit zu Naumannit von (höchstens) 40:1 angegeben wird (allerdings nachträglich abgeschätzt).
Ged. Gold ist gerade zusammen mit den Seleniden vorgekommen, weshalb sie ja gezielt abgebaut wurden.
Ged. Silber ist nicht von Tilkerode beschrieben, auch kein Elektrum, zumindest nicht in meiner Literatur.
Glück Auf!
Micha
raritätenjäger:
Hallo,
der Verweis auf Tischendorf ist durchaus korrekt. Nur ist es heute so, dass bei einigen Dingen die Angaben aus früheren Zeiten mit heutigen Fakten nicht mehr ganz überein zu bringen sind. Naumannit ist so ein Fall. Im Vergleich mit anderen Seleniden mag Naumannit noch häufig gewesen sein, das stimmt. Ich persönlich denke, Gold dürfte häufiger sein, zumindest in mikroskopischer Form.
Wie gesagt, ich bin da keineswegs ein Lokalexperte, aber ich habe - in exakt diesem Problem - mit mehreren solcher Experten (auch für Se-Minerale) zu tun gehabt. Und da stellt es sich so dar, dass das meiste, was als Naumannit läuft, Tiemannit oder sonstiges ist. Ganz davon abgesehen, dass ein heilloses Durcheinander auch mit den Fundorten (gerade alter Stücke) herrscht. Mein "Naumannit aus Tilkerode" ist Umangit mit Clausthalit aus Lerbach, wie sich herausgestellt hat...
Wenn es tatsächlich Naumannit mit Silber ist, könnte das Stück aber auch aus Schlema sein. Hab ich auch schon als Harzer angeboten bekommen...
Gruß
Andreas
smoeller:
Hallo,
Hatte das Stück vor 2 Tagen selber in der Hand und auch unter dem Bino. Bin mir sicher, dass es sich bei dem Silber wirklich um solches handelt. Die goldige bis rötliche Farbe der Aggregate sind halt dünnste Beläge an der Oberfläche (beginnende Umwandlung in Akanthit).
Dazu kommt noch in kleinen Mengen Pyrargyrit/Proustit.
Bei dem Naumannit bin ich mir nicht sicher, könnte auch ein Silbersulfosalz sein.
Der Calcit ist weiß, was ich so von den Stücken von Tilkerode nicht kenne, der ist doch eher bräunlich. Zumindest bei dem Clausthalit, den ich mal hatte.
Würde daher eher auf Schlema tippen.
Glück Auf!
Sebastian
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