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Konservierung von Holz aus der Braunkohle???

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Feuerstein:
Hallo zusammen
Ich habe an einem Braunkohleflöz der aus einem Hang kommt angefangen zu graben und ein paar sehr schöne erhaltene Baumstämme /Stümpfe/äste gefunden.
Die Maserung ist noch sehr gut zu erkennen und unter der Lupe hab ich sogar pyrit in kleinen Vertiefungen entdeckt.
Ich möchte das Holz gerne konservieren, nur hab ich mit so dicken Holz keine Erfahrung.
Die Stämme sind 10-20 cm im Durchmesser und bis zu 30 cm lang.
Vorerst hab ich sie erstmal in ein Wasserbau mit destilliertem Wasser gelegt.
Kann mir jemand einen Tipp geben oder gar sagen wie ich am besten weiter mache?
Grüße

oliverOliver:
hallo Feuerstein,
erstmal willkommen im MA !
Das mit Einlegen in destilliertem Wasser hab ich auch mal gemacht (um Ausblühungen eventuell vorhandener Salze zu verhindern) - mit dem Ergebnis, dass die Stücke dann völlig durchweicht und noch weitaus fragiler als im Fundzustand waren.
Soweit ich weiß, ist es am wichtigsten, dass solche Hölzer ganz langsam austrocknen können (am besten > 1 Jahr), also keinesfalls trocken lagern, sondern am besten vorerst in einem kühlen Raum mit hoher Luftfeuchtigkeit (Keller). Angeblich sind die meisten dann sogar ziemlich stabil.
Falls nicht, würde ich danach eine Härtung mit einem Mittel auf Acetonbasis (z.B. Paraloid in starker Verdünnung) empfehlen - das hab ich aber noch nicht ausprobiert (meine liegen noch immer im Keller).
Da Aceton aber sehr flüchtig ist, könnte dann wieder das Problem von Rissen durch zu schnelle Austrocknung auftreten - da hab ich aber noch keine Erfahrung, ich muss das, wie gesagt, erst ausprobieren. Über die früher als "Wundermittel" gepriesene Tränkung mit "Zucker"-Lösungen (Polyäthylenglycol, Glykol/Glycoside) hab ich mittlerweile auch schon Negatives gehört, anscheinend ist die nur bei Feuchtboden-Funden empfehlenswert, und selbst dann oft nicht nötig.
Die Frage ist auch - sind die Hölzer inkohlt, oder als Holz erhalten ("mumifiziert") ?
Denn die Kohle reißt wegen innerer Spannungen, die sich beim Trocknen abbauen - hier hilft angeblich verdünntes PVH.
Vermutlich wirst du um einige Experimente nicht herumkommen !
Aber ich hoffe, es meldet sich hier noch jemand mit mehr diesbezüglicher Erfahrung zu Wort.

2045:
Hallo!

Wenn es inkohltes Holz ist, besteht als Laie eigentlich nur die Möglichkeit, den Stamm sehr langsam zu trocknen. Möglichst in einem kühleren Kellerraum, am Anfang vielleicht auch noch mit Zeitungspapier umwickelt. Wenn Pyrit Einschlüsse vorhanden sind, kann das natürlich zum Ausblühen kommen, dann ist das Stück verloren. Wirklich Ausblühen tut aber im Normalfall Markasit, eine optische Unterscheidung zwischen beiden ist aber fast nicht möglich. Wenn ich solche Stücke trockne, beschwere ich sie während der Trocknungsphase entsprechend, sonst können sich trotz langsamer Trocknung die Ende aufstellen, und am Ende hat im eine Banane die nicht mehr zurückbiegbar ist. Der Baumstamm von Nieselach (sh. MA) wurde z.B. so getrocknet und ist sehr stabil.

Professionelle Methoden verwenden verschiedene Chemikalien, z.B. wurde der Baumstamm aus Mataschen in der Steiermark in 5000 Liter Polyethylenglykol  der Firma Clariant 4 Jahre in einem (Schwimm)becken eingelegt. Darüber gibt es einen eigenen Folder auf der Seite des Joanneum Graz/Paleontologie/Folder/Befreit aus dem Ton.
LG Markus

oliverOliver:
hallo Markus + Feuerstein,
jup, aber wie gesagt, die Mataschen-Bäume lagen (bzw. standen !) im (sehr) feuchten Ton, da ist Polyethylenglykol wohl angebracht -
das Stück im NHM lag aber (lt. Auskunft von M.H.) "nur" 2 Jahre din, und nicht 4 wie bei den Grazern - hat auch gereicht  ;D
Eine Beurteilung, wie weit die Inkohlung fortgeschritten ist, bzw. überhaupt eine exakte Beurteilung des Erhaltungszustandes, ist natürlich für den Sammler meist schwierig. Wenn die Zellwände (bei Erhaltung als Holz, also fehlender oder nur schwacher Inkohlung) noch stabil genug sind, um beim Trocknen nicht zu kollabieren, ist laut Info von O.C. eine Behandlung mit PEG nicht nötig, da kann vorsichtiges Trocknen ausreichen. Bei fortgeschrittener Inkohlung kann hingegen eine Behandlung mit verdünntem PVH ("Holzleim") hilfreich sein. Ein "Patentrezept" gibt es also nicht - es hängt immer vom jeweiligen Fossil bzw. dessen Erhaltungszustand ab.
Der Tip mit dem Beschweren ist sicher gut - ich hab im Museumsdepot in Retz Hölzer aus der Braunkohle von Langau gesehen, die ebenfalls ganz "krumme Hunde" waren.

pseudonym:
Weil es hier gerade um Konservierungsmittel im weitesten Sinne geht - gibt es im Rahmen unserer Interessen da eine Verwendung für Haftgrund auf Silikatbasis ?

Hab vor einiger Zeit damit gearbeitet und dacht man könnte das vielleicht anwenden wenn man bröselige Stücke hat .

Kann es da Unverträglichkeiten geben ?

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