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Autor Thema: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371  (Gelesen 14030 mal)

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Offline Doc Diether

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #15 am: 17 Apr 15, 21:15 »
Wenn man das Bild vergrößert, erkennt man eindeutig Quarzkristalle. Und diese Ausbildung ist noch nicht mal selten auf der 371. Nur nicht in dieser Größe und Qualität. Es ist einfach Quarz, der durch Hämatit rötlich gefärbt ist. Rosenquarz ist dennoch nicht ganz richtig, da dieser nicht durch Hämatit gefärbt ist. MA: Rosenquarz ist eine durch Rutil- und/oder Dumortieriteinschlüsse rosa gefärbte und meist derbe Quarzvarietät.

minuwe bat mich, das einzustellen.
Gruß
DocDiether

Offline Gerdchen

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #16 am: 18 Apr 15, 09:34 »
Hallo,

zu dem abgebildeten Rosenquarz kann ich mich nicht äußern, da ich mich an der Fundregion nicht auskenne.
Aber Rosenquarz wird nicht durch Rutil- oder Dumortieriteinschlüsse gefärbt. Die Färbung beruht wie bei den meisten Quarzen auf Farbzentren. Es gibt bei Rosenquarz zwei Typen. Die häufigste Art ist durch Ti3+ Zentren gefärbt. Andere werden durch AL und P gefärbt.
Die Quarzvarietäten Ametyst, Citrin, Rosenquarz und Rauchquarz sind niemals durch Einschlüsse anderer Mineralien gefärbt. Es liegt eine allochromatische Färbung vor (Spurenelemente). Eigentliche Ursache sind wie schon erwähnt Farbzentren. "Dabei handelt es sich ( Zitat aus: Praktische Edelsteinkunde, von Dr. Ulrich Henn S. 97) um elektronische Defekte im Kristallgitter die durch ionisierende Energie erzeugt werden und an die Anwesenheit von Fremdionen gebunden sind".

Schöne Grüße
Gerdchen
« Letzte Änderung: 18 Apr 15, 11:22 von Gerdchen »

Offline Gitta-148

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #17 am: 18 Apr 15, 12:30 »
Hallo DocDiether,

Nach Ausage des Spezialisten für Quarz und Achat der Bergakademie Freiberg handelt es sich eindeutig um Rosenquarz.

Viele Grüße Brigitte

Offline woelsendorfer

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #18 am: 18 Apr 15, 14:57 »
Zu dem Thema kann ich folgendes berichten.

Um 1987/88 habe ich bei einem großen deutschen Händler mehrere Stufen aus dem Freiberger Revier und vom Schacht 371 aufgekauft.  Eine Stufe vom Schacht 371 war laut meiner Unterlagen damals mit Rosenquarzxx, Schacht 371, Hartenstein, DDR, beschriftet.

Weiterhin war ich Anfang der 90iger Jahre auf eine kleinere Mineralienbörse am Niederrhein im Kloster Kamp in Neukirchen-Vluyn und auf diese Börse hatte ein Bergmann von der Wismut fast einen ganzen Stand voll mit zum Teil erstklassigem Stufenmaterial aus der Wismut angeboten. Dabei waren u.a. ebenfalls Rosenquarz(xx)stufen vom Schacht 371, der diese und andere Stufen allerdings mit Alberoda beschriftet hatte. Auch von diesen Stufen habe ich eine Rosenquarz(xx)stufe erworben

… und beide o.g. Stufen hatten den gleichen Aufbau (wenn man das Bild vergrößert) wie die abgebildete Stufe von Brigitte. Auch die Größe der Stufe kommt hin, da meine damals erworbenen Stufen nur unwesentlich kleiner waren.

Da ich in den 80iger Jahren teils noch Stufenmaterial quer Beet gesammelt hatte, kaufte ich auch immer wieder Stufen auf die nicht mit dem Ruhrkarbon zu tun hatten, mein damaliges Hauptsammelgebiet, vor allem aber Rosenquarz, Fluorit und Galenit hatten es mir angetan
 
… und ab Ende der 80iger Jahre interessierten mich nähere Angaben zu den Stufen die ich aufgekauft/erworben hatte … und wenn mich nicht alles täuscht wurden nach Auskunft des Bergmanns diese Rosenquarz(xx)stufen Anfang der 80iger Jahre geborgen. Da ich darüber keine Aufzeichnungen mehr habe, kann ich leider dazu nicht die Sohle angeben, aber so viel ist mir in Erinnerung geblieben, dass der Bergmann erwähnte, dass das Bergwerk geflutet wird und die Fundsohle bald auch unter Wasser stehen würde.

Ob es tatsächlich Rosenquarz war, was ich nie angezweifelt hatte, selbst bei Veräußerung an einem Dortmunder Händler kam dazu nie anderslautende Hinweise, kann ich hiermit zumindest so viel bestätigen, dass das Stück von Brigitte kein Einzelstück mit der Bezeichnung Rosenquarz vom Schacht 371 ist.

Netten Gruß
Micha
« Letzte Änderung: 18 Apr 15, 15:58 von woelsendorfer »

Offline Schluchti

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #19 am: 18 Apr 15, 15:57 »
Hallo Micha,

danke, interessante Informationen. War die Matrix bei Deinen Stufen Baryt oder Karbonat?


Offline Gitta-148

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #20 am: 18 Apr 15, 16:34 »
Hallo Michael,

Wie ich sehe gibst Du mit Wohngebiet Hersbrucker Schweiz an.
Ich wohne in Henfenfeld bei Hersbruck.
Da müsste doch ein Treffen möglich sei?

Viele Grüße Brigitte.

Offline waldi

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #21 am: 19 Apr 15, 20:29 »
Hallo
Kann man den Bestimmungen aus Freiberg nicht trauen, verstehe ich das richtig??? ::)
MFG waldi

Offline woelsendorfer

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #22 am: 20 Apr 15, 09:16 »
Hallo

Ich habe noch mal ein wenig in meinen alten Unterlagen gewühlt.

Mitte 1991 war ich in Aue, u.a. auch am Schacht 371, um von den Fördergerüsten Fotos zu machen.

Nachdem ich 1994 von Gelsenkirchen nach Castrop-Rauxel umgezogen war stellte ich 1995 meine Sammeltätigkeit auf allen Gebieten ein.

… bedeutet die kleine Börse im Kloster Kamp in Neukirchen-Vluyn war zwischen Mitte 1991 und Hauskauf März 1994.

Nach Aussage von dem Bergmann wurde zum Zeitpunkt der Börse in Neukirchen-Vluyn das Bergwerk bereits geflutet und es hätte nicht mehr lange gedauert bis die Fundsohle der Rosenquarzxx ebenfalls unter Wasser gestanden hätte. Stufen bot er von den Schächten 366 und 371 und einigen Stollen an.

Schluchti - Thomas
Zitat
War die Matrix bei Deinen Stufen Baryt oder Karbonat?


In den 80 und 90iger Jahren habe ich alles mit dem Programm d-Base III Plus archiviert und da hatte man nur eine bestimmte Anzahl pro Spalte an Zeichen die man eingeben konnte um ein DIN A 3 Blatt voll ausnutzen zu können.

Bedeutet, dass ich nur das mir wichtige Hauptmineral archiviert hatte und das war Rosenquarz. Karbonat, so hätte ich es damals nicht genannt, ist für mich Gestein und Gestein war als Matrix nicht vorhanden. Ob es Baryt war kann ich dir nicht sagen. Wir „Sehendsammler“, zur Erklärung, bitte nicht falsch verstehen, als Beispiel bei Wölsendorf wäre das der Fluorit, interessiert das drumherum nicht. Selbst heute findet man jede Menge Stufen wo auf den Etiketten nur das Hauptminral und oder nur die Rarität genannt wird. Auch bei den von mir erworbenen Rosenquarz(xx)stufen von dem großen deutschen Händler und in Kloster Kamp stand nur Rosenquarzxx als Mineral auf dem Etikett drauf.

Gitta-148 - Brigitte
Zitat
Da müsste doch ein Treffen möglich sei?

Ich zähle mich zu den rastlosen Zeitgenossen in dieser Welt. Mich hält es nirgendwo besonders lange. Bin in 13 Jahren in Bayern 5-mal umgezogen und mich zieht es weiter und bin auf der Suche nach einem neuen Wohnort. Österreich könnte mich reizen, alleine schon wegen dem vielen Gold was dort gefunden werden kann :). Wenn die Kinder meiner Freundin nicht wären, dann wäre das nächste Ziel der Bereich um den Zeller See, so aber wird erst mal eine gemeinsame Wohnung im Großraum Nürnberg angestrebt. Meine Wölsendorfsammlung steht zum Verkauf an und alles zusammen genommen bleibt nicht viel Zeit für ein Treffen.
 
waldi - Thomas
Zitat
Bestimmungen aus Freiberg nicht trauen

Bezüglich Bestimmung ist das immer so eine Sache, wobei ich den Bestimmungen mit Freibergetikett traue … muss allerdings zugeben, dass mich zum einen das „Fuzzizeug“ nicht interessiert und zum anderen für mich von jeher schon immer das Hauptmineral auf den Stufen von Interesse war. Jeder hat nun mal auf seinem Sammelgebiet gewisse Interessen die er verfolgt, aber von den vielen vermuteten Ferndiagnosen, die Günter Blaß in einem anderen Thread erwähnt, sollte meines Erachtens, wenn sie dann ins Lexikon eingepflegt werden, Abstand gehalten werden, wenn diese nicht sicher sind.

Netten Gruß
Micha

Offline Gitta-148

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #23 am: 20 Apr 15, 12:22 »
Hallo,
Mir reicht es schon das Michael meine Version bestätigt.
Und um es nochmals zu wiederholen es wurde mir von der Berakademie bestätigt, es ist Rosenquarz vom Schacht 371.
Ebenfalls kann ich mir beim besten Willen vorstellen wie es in einer Antwort geäußert wurde es wurde irgend eine Diagnose ausZeitmangel gestellt.

Viele Grüße Brigitte

P.S.
Um mir weitere schlaflose Nächte zu ersparen.
Ich würde sie auch veräußern.

Offline woelsendorfer

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #24 am: 26 Apr 15, 08:36 »
Hallo Brigitte,

Zitat
Mir reicht es schon das Michael meine Version bestätigt.

Bestätigen kann ich das ich zwei weitere Stufen im Bestand vom Schacht 371 mit der Bezeichnung Rosenquarz xx hatte. Ich hatte auch nicht daran gezweifelt das es Rosenquarz war

 ... wenn ich mir allerdings die Antworten von "Doc Diether - minuwe"
Zitat
MA: Rosenquarz ist eine durch Rutil- und/oder Dumortieriteinschlüsse rosa gefärbte und meist derbe Quarzvarietät.

und von "Gerdchen"
Zitat
Farbzentren. Es gibt bei Rosenquarz zwei Typen. Die häufigste Art ist durch Ti3+ Zentren gefärbt. Andere werden durch AL und P gefärbt.
Die Quarzvarietäten Ametyst, Citrin, Rosenquarz und Rauchquarz sind niemals durch Einschlüsse anderer Mineralien gefärbt. Es liegt eine allochromatische Färbung vor (Spurenelemente). Eigentliche Ursache sind wie schon erwähnt Farbzentren. "Dabei handelt es sich ( Zitat aus: Praktische Edelsteinkunde, von Dr. Ulrich Henn S. 97) um elektronische Defekte im Kristallgitter die durch ionisierende Energie erzeugt werden und an die Anwesenheit von Fremdionen gebunden sind".


durchlese, dann könnte es wohl auch ein anderes Mineral sein / gewesen sein, welches rosa gefärbt war ?. Muss allerdings zugeben das ich mit den oben zitierten Aussagen nichts anfangen kann und nach Aussage von "minuwe" im
Zitat
MA: Rosenquarz ...
Mineralienatlas was steht wo "Gerdchen" der Aussage wiederspricht.

Das sollte vielleicht noch mal diskutiert werden und u.U. geändert werden.

Netten Gruß
Micha


Offline Gitta-148

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #25 am: 26 Apr 15, 10:34 »
Hallo Michael,

Danke noch einmal für Deinen Beitrag.
Ich kann nur noch einmal wiederholen.
Der Rosenquarz von der 371 wurde mir ausdrücklich von Freiberg bestätigt.
Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen die dort beschäftigten Spezialisten würden irgend etwas behaupten aus welchen Grund auch immer.

Viele Grüße Brigitte

Offline Gerdchen

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #26 am: 26 Apr 15, 10:47 »
Hallo,

die Ursache der Farbe bei Rosenquarzen und bei Rosaquarze liegt nicht an Fremdmineralien, sondern an den Farbzentren. Hier möchte ich auf das Thema Farbzentren im Lexikon verweisen. Dort werden auch genauer die Beispiele Rauchquarz, Amethyst und Citrin (Farbveränderung durch Brennen) erklärt. Rosenquarze haben Ti3+ Zentern und sind meist trübe. Liegt ein Farbzentrum vor welches an Aluminium und Phosphor gebunden ist kann es sich auch um Rosaquarz handeln.

Es gibt zwar Rosenquarze welche beispielsweise Rutileinschlüsse haben. Diese sind aber nicht Farbursache sondern führen gegebenenfalls zu Lichteffekten wie z.B. Asterismus.

Der Quarz auf dem Bild kann also durchaus ein Rosenquarz sein. Ich denke, wenn es Speziallisten von Freiberg bestätigt haben, kann man auch von Rosenquarz ausgehen.

Gruß
Gerdchen

Offline Gitta-148

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #27 am: 26 Apr 15, 13:50 »
Hallo Wolf-Gerd,

Danke für die positive Antwort.

Viele Grüße Brigitte

Offline Roadrunner

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #28 am: 02 May 15, 23:23 »
Hallo,
ich tippe hier doch eher auf durch feinstferteilten Hämatit rosa verfärbten Qaurz. Ich selbst kenne aus meiner Jugend auch die Tatsache, das selbst studierte Geologen mit Doktortitel sich irren können!
Daher vertraue ich hier nur einer genauen Analyse und die fängt nunmal mit der Unterscheidung nach Härte, Säuretest usw. an! Im Zweifelsfall eben auch eine Röntgenanlayse oder ähnliches. Einfach aus dem Bauch heraus auf Rosenquarz zu tippen, nochdazu kristallin ist mir zu vage!
Wie bereits geschrieben wurde, sind "Spezialisten" ohne Geräte manchmal blind, was auch völlig ok ist, nur dann muss man das auch zugeben und genau das hab ich selbst schon anders erlebt!
Zur Lokalität kann ich nur sagen, das hier hauptsächlich Karbonat auch mit Hämatit vergesellschaftet vorkommt. Quarz ist auch vertreten und daher ist es denkbar und meiner Meinung nach wahrscheinlicher, das dieser auch mal durch feinstverteilten Hämatit rosa ausshen und mit Rosenquarz verwechselt werden kann!
Bis dann
Roadrunner

Offline Gitta-148

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #29 am: 03 May 15, 09:48 »
Hallo Mark,
Vielen Dank für die ausfürliche Antwort.
Aber ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen, das ein Institut wie die Bergakademie Freiberg eine Behauptung aufstellt ohne genau zu wissen vovon sie redet.

Viele Grüße Brigitte

 

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