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Shinkolobwe-Stufe mit glasartigem Überzug
bur:
Ich habe vor einigen Monaten eine Torbernit-Stufe aus Shinkolobwe erworben. Diese zeigt auf einer Seite einen glasartigen Überzug, erst dachte ich an eine Lackierung, aber dafür ist die Schicht zu dick und unregelmäßig. Die Torbernitekristalle selber sind ohne die glasige Schicht, gehen an einer Stelle allerdings in diese über.
Die Schicht ist hart, mit einem Nagel und einer Schraube läßt sich sich nicht ritzen. Fühlt sich an als kratzt man über Glas. Keine Fluoreszenz.
Naja, ein Bild sagt mehr als tausend Worte:
https://plus.google.com/photos/108292574812523401946/albums/6149168152210033569?banner=pwa&authkey=CPiYzZCs9JuungE
Man kann in die Bilder reinzoomen: Anklicken, dann Mausrad scrollen oder oben rechts auf das Lupensymbol klicken.
Kann irgendwer was dazu sagen? Um was könnte es sich handeln, wie ist es entstanden?
Alcest:
Hallo,
zunächst würde ich bei der Lokalität nicht von Shinkolobwe sondern eher von Musonoi ausgehen. Diese grün-blauen Geschichten (Malachit, Pseudomalachit und v.A. Cuprosklodowskit) sind eher untypisch für Shinkolobwe. Wenn dann noch graue Sulfide dabei sind (wird in Musonoi üblicherweise mit Digenit bezeichnet) wäre Shinkolobwe für mich ausgeschieden. Darum soll es hier aber wohl nicht gehen.
Derart glasige Überzüge kenne ich von beiden Lokalitäten nicht. Weder auf meinen eigenen Stufen noch auf Bildern habe ich so etwas zuvor gesehen. Der Überzug scheint sich in seiner Unregelmäßigkeit auch auf frischeren Bruchstellen zu befinden, sodass ich davon ausgehe, dass hier nachgeholfen wurde.
Diese feinkörnigen gelben Uranminerale neigen sehr gerne zu Absonderungen (einmal in die Hand genommen - Finger gelb). Ich kenne mich mit Lacken etc. und deren Härten nicht aus, an sowas würde ich hier aber eher denken an als natürliches Material.
Gruß,
Jan
Collector:
Hallo
bekanntlich entwässern Autunit und Torbernit gerne und schnell zu Meta-Autunit und Metatorbernit. Aus den ursprünglich aus dem Berg geborgenen nicht selten hochglänzenden Kristallen werden in kurzer Zeit matte Kristalle mit stumpfen Oberflächen.
In der "Hochblüte" (1960er bis 1980er Jahre) von Shinkolobwe gab es Torbernit in abertausenden von prächtigen Stufen. Aber schon damals wusste man um den raschen Wasserverlust der Kristalle und nicht wenige der auf dem Markt befindlichen Stufen wurden vorbeugend lackiert, nicht selten in dicken Schichten, um ganz sicher zu gehen.
Bevor Du weiter rätselst, gib doch mal einige Tropfen Nagellackentferner (Azeton) auf eine weniger sichtbare Stelle Deiner Stufe und prüfe, ob sich die eventuell eine Schicht auflöst. (kann einige Stunden bis Tage dauern).
Das erscheint mir im Augenblick die plausibelste Erklärung. Sollte kein Lack die Ursache der Glanzschicht sein, da auf bloßen Augenschein kaum eine Erklärung stichhaltig ist, dann wirds schwierig, da die allermeisten Torbernite aus Shinkolobwe halt mattgrüne Meta-Torbernite sind.
Viel Glück beim Versuch
Gruß
collector
openpit:
Hallo,
es sollte zumindest erwähnt werden, dass zur Thematik auch eine Diskussion unter mindat läuft:
http://www.mindat.org/forum.php?read,11,351947,353215#msg-353215
Ich selbst glaube auch an eine Behandlung mit diversen Harzen (?). Der ähnliche Glanz auf den erdigen "Gummiten", den Uraniniten und den Torbernit-Malachitmassen spricht dafür.
Die Fundortangabe ist plausibel. Die u.a. als Argument für Musonoi aufgeführten "Digenite" sind wohl eher Uraninit. Aus der "Thrust 2400" sind große Uraninite überaus selten.
Glück Auf!
Micha
bur:
Ich habe vergessen die wichtige Info hinzuzufügen ::) : Waschbenzin und Aceton habe ich beides versucht, nichts passiert. Manche Harze reagieren kaum auf Lösungsmittel, insofern wäre das eine Möglichkeit.
Was mich allerdings an einer als Schutz angebrachten Beschichtung zweifeln lässt, ist dass sie sich vor allem auf einer "nicht-Schauseite" befindet und da auch noch sehr brüchig ist. Die eigentlichen Kristalle sind nicht beschichtet. Auf der Kristallseite ist ein Stück Matrix an dem sich das gut sehen lässt. Teilweise sind auch heile Kristalle an Stellen wo die Schicht weggebrochen ist. Teilweise wirkt es sogar so als würden die Kristalle in die glasige Sschicht übergehen, als wären sie geschmolzen. Das kann aber eigentlich nicht sein, da sich Torbernit als Phosphat und zudem wasserhaltig vorher zersetzen sollte.
Ich habe schon überlegt ob das Ding beim Abbau irgendwas abbekommen hat...?
--- Zitat ---zunächst würde ich bei der Lokalität nicht von Shinkolobwe sondern eher von Musonoi ausgehen.
--- Ende Zitat ---
Das stimmt, habe selber zwei Musonoi-Stufen die entsprechend grünlich sind. Wobei der Gesamteindruck dieser Stufe aber eher Gelb/Orange/Schwarz ist, wie auf einem Photo gut zu sehen. Ein kleiner Teil der Matrix ist ein brüchiges rotes Gestein, ähnliches habe ich bei anderen Shinkolobwe-Stufen schon gesehen. Von der schwarzen Fläche nahm ich an, das wäre Uraninit den es ja in Musonoi nicht gibt. Kann natürlich auch ein Kupfersulfid sein.
Die Stufe kommt von yourmineralcollection/Giuseppe Siccardi (über e-rocks), er hat die Stufe aus dem Nachlass eines verstorbenen Sammlers, der in den 70ern beruflich in Afrika war und dort einige Uranmineralien kaufte. Insofern sollte die Herkunftsbezeichung vertrauenswürdig sein, aber sicher ist natürlich nichts.
--- Zitat ---da die allermeisten Torbernite aus Shinkolobwe halt mattgrüne Meta-Torbernite sind
--- Ende Zitat ---
Mich würde interessieren, weshalb einige der Kristalle transparent bleiben. Es gibt ja gerade aus Musonoi viele schöne Kristalle.
Naja, ich vermute es hilft nur eine Analyse, nirgends wo ich die Fotos gezeigt habe konnte jemand was damit anfangen.
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