@alfredo: Tipp: über gesättigter Eisen(II)-sulfatlösung in einem luftdicht verschlossenem Einmachglas lagern. Dann geht das Kristallwasser nicht verloren. Auf diese weise lagere ich selbstgezüchtete Kristalle wie z.B. Mangansulfat oder Nickelsulfat. Bei Eisen(II)-sulfat kommt noch hinzu, das es mit Luftsauerstoff zu Eisen(III)-sulfat reagiert (sowie mehr oder weniger Eisen(III)-oxiden und -hydroxiden, was besonders unschön ist). Eisen(II)-sulfatkristalle müsste man daher auch noch unter Schutzgas lagern oder - etwas einfacher - Sauerstofffrei, da man hierfür auch irgendein Gas, z.B. Butan, nehmen könnte.
Ich wärme hier diesen alten Thread nochmal auf, da ich nachweislich einen Fehler gemacht habe. Wie im Zitat zu sehen hatte ich empfolen, z.B. Eisensulfat (oder andere, an der Luft schnell dehydratisierende) Minerale über der Mutterlauge zu lagern. Wie sich jetzt nach einigen Jahren gezeigt hat, ist das leider doch keine so gute Idee: Ich habe einige selbst gezüchtete Kristalle jetzt seit einigen Jahren über der Mutterlösung in Einmachgläsern gelagert und alle zeigen außnahmslos Zeichen von mehr oder weniger starker Korrosion. Dabei handelt es sich nicht um die an der Luft typische Austrocknungserscheinungen, sondern um Lösungsspuren. Gleichzeitig bilden sich in der Mutterlauge unter den Kristallen neue Kristalle. Meine Theorie dazu ist, das kontinuierlich Wasser aus der Mutterlösung verdampf und sich auf den Kristallen kondensiert, wo es - logischerweise - den Kristall löst. Die nun gesättigte Lösung tropft langsam von den Kristallen in die unterstehende Mutterlauge und diese wird somit überkonzentriert und es kommt zur Kristallisation. Bemerken möchte ich noch, das die Kristalle zwar in einem Raum mit der Mutterlösung sind (Einmachglas), jedoch keinen Kontakt mit der Mutterlauge haben (liegen in einem kleinen Schälchen). Ich konnte über Monate beobachten, das sich das kleine Schälchen langsam mit Flüssigkeit gefüllt hat und letztlich übergelaufen ist. Zudem scheint starker Temperaturwechsel die Korrosion zu beschleunigen, da Kristalle, die ich im relativ temperaturstabilen Keller gelagert habe, nur geringe Korrosionsspuren bei langer Lagerzeit zeigen. Deutlich jüngere Kristalle, die in meinem Arbeitszimmer stehen, zeigen deutlich stärkere Korrosion. Hier mag jedoch auch die Art des Salzes eine nicht unerhebliche Rolle spielen.
Fazit: Will man Kristalle von leicht dehydratisierten Salzen und/oder Mineralen aufbewahren, so sollte man sie Luftdicht
ohne Mutterlauge aufbewahren. Das macht eine dauerhafte Konservierung natürlich erheblich schwieriger. Ich werde jetzt mal ausprobieren, ob die Kristalle wenigstens im Einmachglas ohne Mutterlauge haltbar sind. Immerhin sind es "nur" selbstgezüchtete Kristalle, die ich, aufgrund der derzeitigen Korrosionsspuren, nochmal "nachzüchten" kann.
Für meinen fehlerhaften Ratschlag möchte ich mich entschuldigen. Das er nicht funktioniert musste ich allerdings auch erst lernen.