2,4 cm
über der Rose ist für Reh schon beachtlich -
habe heute mal die kräftigsten Geweihe meiner Rehbockschädel-Vergleichssammlung gemessen, die lagen alle so um die 2 cm, der "kapitalste" hatte 2,2/2,3 cm. Kommt also hin, wenn auch, wie gesagt, ganz am oberen Ende der Skala.
Eiszeitlich ? sehr schwierige Frage, nach Foto eigentlich nicht zu entscheiden. Interessant wäre, aus welchem Abschnitt des Pleistozäns die dort geförderten Geschiebe stammen. Wie gesagt, Jungpleistozän ist für Capreolus ziemlich unwahrscheinlich.
Anders sähe es aus, wenn die Geschiebe sehr alt sind, oder in ihnen ältere aufgearbeitete Sedimente enthälten wären.
Zitat wikipedia:
In den Mosbacher Sanden fand man die ältesten Fossilien der Rehart Capreolus priscus in 650.000 Jahre alten Eiszeitablagerungen, Capreolus süssenbornensis wurde in der Nähe von Weimar gefunden, Capreolus fossilis in Oberitalien und Capreolus major auf der Insel Palmaria. Eine kleinere, dem Europäischen Reh schon weitgehend entsprechende Form trat während der ersten Zwischeneiszeit vor etwa 550.000 Jahren auf den Britischen Inseln auf. Auf dem Gebiet des heutigen Spaniens, Portugals und Südfrankreichs sind Rehe dagegen erst seit 200.000 Jahren bekannt. Während des Pleistozäns verschwand das Reh in weiten Teilen Europas, eine Neubesiedelung der aufgegebenen Lebensräume setzte mit der Ausbreitung der Laubwälder wieder ein. In seiner gegenwärtigen Erscheinungsform kommt das Reh seit 21.000 bis 17.000 Jahren in Portugal und Spanien, seit 14.000 bis 12.600 Jahren in Südfrankreich und seit 12.000 bis 11.000 Jahren in den Niederlanden vor. Schweden wurde vor 8.000 Jahren vom Reh besiedelt.
Ich tippe also eher auf einen postglazialen Rehbock - jüngere Funde aus Deckschichten etc. können bei Baggerungen immer untergemischt sein.