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Teil eines Geweihs

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Bart0815:

--- Zitat von: oliverOliver am 20 Nov 15, 17:42 ---hm ... wenn eiszeitlich (Pleistozän), wäre Ren am wahrscheinlichsten, aber Rengeweihe sind meist glatter - die deutliche Skulptierung des vorliegenden Stücks lässt mich eher an Reh (Capreolus) denken - Rehe sind aber im (Jung-)Pleistozän Mitteleuropas kaum vertreten.
Wie sind eigentlich die anderen Maße zu dem Fund ? (z.B. Dm im proximalen Teil direkt ober der Rose)

--- Ende Zitat ---

Für mich auch definitv Reh. Rehgehörne sind sehr unterschiedlich was Perlung, Durchmesser, Rosen, Größe, Gewicht usw. angeht. Ich (Jäger) habe schon einige gesehen und habe selber welche an der Wand hängen, die deinem Fund sehr ähnlich sind.

Im Anhang ein Beispiel was, wie ich finde, sehr gut passt.

Kilo:
Hallo,

danke für die Bestimmungshilfe. Ich werde es als Reh vermerken. Jetzt bleibt noch die Frage, ob es eiszeitlich sein kann.

Gruß Kilo

oliverOliver:
2,4 cm über der Rose ist für Reh schon beachtlich -
habe heute mal die kräftigsten Geweihe meiner Rehbockschädel-Vergleichssammlung gemessen, die lagen alle so um die 2 cm, der "kapitalste" hatte 2,2/2,3 cm. Kommt also hin, wenn auch, wie gesagt, ganz am oberen Ende der Skala.
Eiszeitlich ? sehr schwierige Frage, nach Foto eigentlich nicht zu entscheiden. Interessant wäre, aus welchem Abschnitt des Pleistozäns die dort geförderten Geschiebe stammen. Wie gesagt, Jungpleistozän ist für Capreolus ziemlich unwahrscheinlich.
Anders sähe es aus, wenn die Geschiebe sehr alt sind, oder in ihnen ältere aufgearbeitete Sedimente enthälten wären.
Zitat wikipedia:

--- Zitat ---In den Mosbacher Sanden fand man die ältesten Fossilien der Rehart Capreolus priscus in 650.000 Jahre alten Eiszeitablagerungen, Capreolus süssenbornensis wurde in der Nähe von Weimar gefunden, Capreolus fossilis in Oberitalien und Capreolus major auf der Insel Palmaria. Eine kleinere, dem Europäischen Reh schon weitgehend entsprechende Form trat während der ersten Zwischeneiszeit vor etwa 550.000 Jahren auf den Britischen Inseln auf. Auf dem Gebiet des heutigen Spaniens, Portugals und Südfrankreichs sind Rehe dagegen erst seit 200.000 Jahren bekannt. Während des Pleistozäns verschwand das Reh in weiten Teilen Europas, eine Neubesiedelung der aufgegebenen Lebensräume setzte mit der Ausbreitung der Laubwälder wieder ein. In seiner gegenwärtigen Erscheinungsform kommt das Reh seit 21.000 bis 17.000 Jahren in Portugal und Spanien, seit 14.000 bis 12.600 Jahren in Südfrankreich und seit 12.000 bis 11.000 Jahren in den Niederlanden vor. Schweden wurde vor 8.000 Jahren vom Reh besiedelt.
--- Ende Zitat ---
Ich tippe also eher auf einen postglazialen Rehbock - jüngere Funde aus Deckschichten etc. können bei Baggerungen immer untergemischt sein.

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