Moin
Diese Ausscheidungen von Kieselsäure, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit den Kern dieses Aggregates ausmacht, sind in der Regel "schwerelos" und in Drusen nicht selten anzufinden. Das Material wird als Chalcedon bezeichnet, also mikrokristalliner Quarz. Darauf ist in weiterer Generation Quarz gewachsen, wodurch diese neckische Form entsteht. Auch Chrysokoll bildet nicht selten solche wurmförmigen Aggregate, je nach Fundort dann auch noch von anderen Mineralen überwachen. Das sich Chalcedon und Chrysokoll in solchen Formen abscheiden liegt an der gelförmigen Natur der Primärabscheidung. Wieso, weshalb und warum dabei so etwas wie "Würmer" entstehen, ist noch nicht vollständig geklärt. Im Falle von Chrysokoll von Helgoland kann ich mir recht gut vorstellen, das hier Lösungszirkulation eine wichtige Rolle spielt. Es gibt einen klassischen Versuch aus der Chemie, wo man verschiedene Nebengruppenmetallsalze (Fe, Cu, Co etc.) in eine Natriumsilikatlösung wirft und diese dann lange, schlauchförmige Formen der entsprechenden Silikate bilden ("Chemischer Garten"). Würde mich nicht Wundern, wenn speziell bei Chrysokoll eine vergleichbare Reaktion stattfindet. Beim Chalcedon ist es wohl eher die Änderung des pH-Wertes, da alkalische SiO2-Lösungen relativ stabil sind, im sauren jedoch schnell raumvernetzte SiO4-Gruppen bilden.
Stalaktiten bzw. Stalagmiten sind es streng genommen nur dann, wenn irgendwo eine Lösung herabtropft und dabei entsprechend Mineral ablagert.