Hallo Harald,
Also, bis auf die überstrahlten Partien links unten finde ich das Bild gut.
Ja, mir gefallen die Partien auch nicht, aber trotz extrem diffusem Licht habe ich es nicht hin bekommen, dass nicht immer irgend eine von den Nadelgruppen reflektiert hat. So war es das geringste Übel. Ich lasse immer grundsätzlich alle Bilder in Helicon und in Zerene in allen Varianten rechnen (das ist auch das, was so viel Zeit benötigt), und suche mir dann das Beste aus allen Bildern zusammen. In obigem Bild entstammt der Hauptteil Helicon C, das ist wie Du richtig schreibst der Pyramidealgorithmus.
...so sind die Ansprüche halt verschieden... 
Wenn du mal in die Lage kommst sehr viele Stücke dokumentieren zu wollen/müssen, dann wirst auch du erkennen, dass man besser minimale Abstriche bei der Qualität macht bevor man zu viel Zeit damit verplempert. Wenn du aber unbedingt den Status eines gefeierten und bewunderten Fotografen erreichen willst, so wie einige (nenne keine Namen) die auch nicht mehr Ahnung von der Materie haben als andere, aber nur ausgewählte äusserst fotogene Stücke (z.T. mit geringem dokumentarischen Wert) ablichten, und dann noch beleidigt sind wenn sie nicht mindestens einmal pro Woche ein Foto des Tages haben, dann halte deine Ansprüche künstlich hoch. Andererseits, es schadet keineswegs am Anfang hohe Ansprüche an sich selbst zu stellen, weil man viel dabei lernt und dieses Wissen kommt einem irgendwann sicher zugute. Zurückstecken kann man immer noch ...
lg
Harald
Nun, da ich das ja nicht beruflich mache, sondern aus Spass an der Freude obliegt es ja mir, wie viele Mineralien ich fotografiere. Wenn ich keine Lust mehr habe, dann lasse ich es einfch für eine Weile sein. Mir persönlich ist es aber wichtig, wenn ich mir schon die Mühe und Arbeit mache, und auch die Zeit investiere, dass ich das Beste nach meinen Fähigkeiten heraushole. Dabei ist es mir erstmal völlig egal, was andere von meinen Bildern denken. Natürlich freue ich mich, wenn selbige auch anderen gefallen, und wenn ich feedback bekomme, helfen mir berechtigte, sachliche Kritik mehr, als wenn nur jeder schreibt "toll gemacht", aber auch an einem berechtigten Lob erfreue ich mich.
Was Andere für Ansprüche an sich stellen, und was für Intensionen ihre Fotografien entspringen ist mir völlig egal. Jeder darf das machen, was er für richtig hält. Ich finde z. B. Deine Bilder sehr gelungen!
Was die qualität der Stufen angeht, so habe ich da im Moment noch keine große Auswahl. Ich fotografiere daher das, was ich habe. Allerdings hege ich schon auch den Anspruch, dass ich nur Stufen fotografiere, welche auch fotogene Kristalle beherbergen. Denn wenn ich mir schon die Mühe mache und die Zeit sowie entsprechend auch Geld aufwende, damit hinterher ein möglichst gutes Foto entsteht, dann dürfen auch die Fotomodelle ein entsprechendes Maß an Schönheit und Fotogenität (gibt´s das Wort überhaupt?) haben. Nur etwas zu fotografieren, damit es fotografiert ist, das mache ich nicht, habe aber auch kein Problem damit, wenn es jemand für sich so hält.
Ich habe lange Zeit Astrofotografie gemacht (mache ich immer noch, aber nicht mehr in Deutschland). Meine Bilder findest Du auf meiner Homepage. Viele davon sind in Zeitschriften oder in Büchern abgedruckt worden. Du findest welche bei der NASA und als diverse Bilder der Woche an anderen Stellen, es gab Anfragen von große Softwarekonzernen in USA, etc. Du wirst das aber nirgends bei meinen Bildern lesen können (mit Ausnahme eines Links bei den NASA-Bildern). Ich bin aus dem Alter heraus, mich über so etwas definieren zu müssen. Auch verdiene ich damit kein Geld sondern mache es, weil ich es interssant finde und weil es mir spass macht. Von daher habe ich hohe Ansprüche, ja, aber ausschließlich an mich selbst...

In diesem Sinne,
Grüße Markus