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Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
Jean Parker:
Wenn ich ehrlich bin, verstehe ich diese ganze Diskussion nicht. Ein paar Autoren wollen ein Buch schreiben und fragen diesbezüglich in einem Mineralienforum um Hilfe und bekommen das Projekt schlecht geredet.
Sorry, dass entzieht sich meiner Toleranz, die ich jeden einzelnen Menschen gegenüber an den Tag lege. Eure Leidenschaft sind Mineralien und unsere das Schreiben von Büchern, die den Menschen etwas vermitteln sollen und dafür werden wir angegangen. Man behauptet wir würden den Bergbau schlecht machen, dabei kennt keiner von euch das Storyboard.
Wieso können einige es nicht hinnehmen, dass es Menschen gibt die sich der künstlerischen Freiheit bedienen, um eine tiefgreifendere Botschaft zu vermitteln?
skibbo:
--- Zitat ---Wenn ich ehrlich bin, verstehe ich diese ganze Diskussion nicht.
--- Ende Zitat ---
Das schöne an so einem Forum ist, dass man nicht nur eine Antwort bekommt sondern viele verschiedene Aspekte von unterschiedlichsten Leuten.
Es steht jedem Teilnehmer frei auf einen Beitrag einzugehen oder nicht, dadurch hat man als Fragesteller weitestgehend das Steuer in der Hand welche Richtung so eine Diskussion nehmen soll(te). Dass nicht nur Antworten kommen werden, die man erwartet, ist normal und Teil einer Diskussion.
In eurem Fall würde ich nun gezieltere Fragen stellen (z.B. auch solche, die ihr euch als "Fachfremde" im Zusammenhang mit Bergbau/Mineralogie stellt) oder weitere Details über euer Projekt erzählen. Es wird immer jemanden geben, der/die sich der Sache annimmt und weiterhelfen kann und will.
Grüße,
Stefan
Jürgen55:
Hallo Sammlerkollegen !
Es macht doch schon Sinn, etwas sich etwas genauer zu informieren oder Fachleute um Rat zu fragen.
Eine Aussage, Quarz ist gefährlich, wegen einer möglichen Silikose ? ! ? Das müßte ja im Umkehrschluß heissen, alle Bergkristall- , Amethyst-, Rauchquarz und Citrinsammler schweben in großer Gefahr ? Ganz abgesehen von den Händlern dieser Produkte auf Mineralienbörsen und Weihnachtsmärkten !
Die Wirklichkeit ist, dass Quarzfeinstaub mit einer Korngröße unter 5my lungengängig ist und bei langjähriger Einatmungszeit z.B. im Bergbau vor vielen Jahrzehnten, als noch trocken gebohrt wurde, zur Krankheit Silikose führen konnte. Die Bundesknappschaft Bochum könnte sicherlich Auskunft geben über die damaligen Zahlen von Silikoseerkrankten, auch im Steinkohlebergbau Deutschlands. Und natürlich über den Rückgang der Erkrankungen seit Einführung der Präventivmaßnahmen.
Schon seit meinen ersten Schichten unter Tage 1974 auf dem Steinkohlenbergwerk Friedrich - Heinrich wurde jedem Mitarbeiter arbeitstäglich eine neue Staubmaske zur Verfügung gestellt, die auch getragen wurde, wenn Steinstaub auftrat, da er Quarzfeinstaub enthalten konnte.
Das Thema Silikose ist dadurch bei uns im Steinkohlenbergbau schon Jahrzehnte kein Thema mehr.
Übrigens sagen Fachmediziner: Kohlestaub ist nicht gesundheitsgefährdend, es sei denn er ist Ausgangspunkt für eine Kohlenstaubexplosion, wie sie leider in einigen Ländern außerhalb Europas wohl als Folge einer Methangasexplosion vorgekommen ist. Aber das ist immer im Zusammenhang mit schlechten Sicherheitsstandards zu sehen, Sicherheit kostet Geld.
Mit freundlichem Glückauf Jürgen
smoeller:
Hallo,
Bis 1825 war Kindearbeit in England im Steinkohlenbergbau verbreitet und das sah in D bzgl. des Erz- und Kohlenbergbaues ganz sicher nicht immer anders aus. Gerade dann, wenn abbauwürdige Schichten/Flöze sehr niedrig waren, z.B. im Mansfelder Kupferbergbau, wurden die Streckenhöhen nach der Höhe der Flöze bemessen, nicht nach der Größe der Bergleute. Kinder hatten da große Vorteile, sie waren klein und sparten damit eine Menge Streckenhöhe ein. Zudem waren sie günstiger als gelernte Bergleute. Frauen und auch Kinder arbeiteten übertage an den Scheidebänken, wo das gewonnene Erz durch Abschlagen von erzfreiem Gestein grob aufbereitet wurde.
Erst Mitte des 19. Jhd. setzte sich die moderne Auffassung zum Thema Kinderarbeit in den Industriestaaten durch.
Realgar ist durchaus ein weiteres Problem in einigen Bergbaubetrieben gewesen, das ist rotes Arsensulfid.
Etwas ganz anderes sind skrupellose Hüttenbetriebe, diese verursachen weitaus mehr Umweltschäden als Bergwerke. Früher war das Rösten von Erzen üblich, die Schwefel, Arsen oder Antimon in reduzierter Form enthielten (sog. Sulfide, wie Bleiglanz, Zinkblende, Kupferkies, Pyrit). Dabei wird Schwefel oxidiert und es entsteht schwefelige Säure, ein wichtiger Bestandteil von saurem Regen. Auch wird dann der Arsengehalt, etwa im Arsenkies, der die Erze begleitet, zu Arsenik (Arsentrioxid) oxidiert, so Hittrach oder Hüttenrauch, der an den Wänden der Abgasanlagen kristallisiert. Früher ein ernstzunehmendes Problem gewesen, da hochgiftig und krebserregend. Oft eden auch heute noch Abfälle der Aufbereitung von Erzen nur unzureichend entsorgt oder Deponien in fahrlässiger Weise gebaut. Man denke an gebrochene Dämme von Schlämmteichen bei der Alu-Erzeugung in Rumänien oder Brasilien. Selbst der Laugenteich der Uranaufbereitung in Ellweiler (Rheinland-Pfalz) war über Jahre undicht, so dass radioaktives und giftiges Uran in den Boden sickern konnte. Als es mit dem U-Bergbau in Westdeutschland zu Ende ging (1991), war die Gewerkschaft Brunhilde pleite und die Zeche zahlte der Staat.
Glück Auf!
Sebastian
ein-Knopf:
So, nachdem Jean mir nun aus der Seele gesprochen (bzw. geschrieben) hat und das Thema damit geklärt wäre, machen wir weiter mit dem, wonach ich eigentlich suche: Infos Infos Infos!
Bleiben wir mal beim Quarz, da das jetzt schon öfters in den Raum geworfen wurde.
Als Händler der hübschen Steinchen hat man sicher keine Probleme, aber wenn es trocken gebohrt tatsächlich schlimm ist, kann dieses Mineral in Frage kommen.
Ist Quarz denn das eigentliche Produkt, das abgebaut wird, oder ist das einfach zwangsweise dabei, wenn man an was ganz anderes möchte? Und wenn es gezielt abgebaut wird, wofür? Ich glaube, Fenster macht man damit, oder?
@ Jürgen55:
Hatte jemand von euch trotzdem mal versehentlich den Steinkohlestaub eingeatmet? Wie hat sich derjenige dann gefühlt, bzw. musste der "bloß" husten oder wars schlimmer?
@ smoeller:
Und dabei ist Realgar so unglaublich hübsch ;)
Habe es gerade mal gegoogelt, aber da kam irgendwie nichts gescheihtes bei raus, deswegen meine Frage an dich: Ist ein Hüttenbetrieb die Fabrik, die das Rohmaterial anschließend ver- oder bearbeitet?
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