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Autor Thema: Turmalinasbest  (Gelesen 3722 mal)

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Offline Doc Diether

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Turmalinasbest
« am: 23 Mar 16, 08:17 »
Hallo zusammen,
wer weiß Näheres über "Turmalinasbest"? Dieser kommt vor im Bereich der Calanda (Schweiz) und zwar zusammen mit Blauquarz. Das Mineral sieht genauso aus wie normaler Asbest.
Gruß
Doc Diether

Offline giantcrystal

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Re: Turmalinasbest
« Antwort #1 am: 23 Mar 16, 09:48 »
Hallo

habe ich schon verschiedentlich gesehen. sehr feinfilzige Turmalinnadeln

Was möchtest Du denn wissen ?

Glück Auf

Thomas

Offline Doc Diether

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Re: Turmalinasbest
« Antwort #2 am: 23 Mar 16, 10:29 »
die beiden Begriffe sind doch sehr unterschiedlich: der Turmalin ist ja doch grundverschieden vom Asbest. Wieso kann Turmalin (welcher Turmalin?) diese Gestalt annehmen?
Gruß
Diether

Offline Sebastian

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Re: Turmalinasbest
« Antwort #3 am: 23 Mar 16, 10:37 »
Ok, hier ist wieder eine Begriffserläuterung notwendig.
Asbest ist eine Sammelbezeichnung für fasrige Silikatminerale (laut Wikipedia, primärquelle:Anorganische Textilfaserstoffe von Wolfgang Bobeth, Wolfgang Böhme, Jürgen Techel ).
Warum sollte Turmalin da nicht hinzugehören? Turmalin bildet gerne fasrige Mineralaggregate aus --> Turmalinasbest wenn man es so nenne möchte.
Es gibt ja auch die wesentlich bekanntere Gruppe der Amphibolasbeste und die der Serpentinasbeste. Für mich gibt es da keinen Grund den Turmalin nicht zu den Asbesten zu zählen.
Gruß Sebastian

Offline giantcrystal

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Re: Turmalinasbest
« Antwort #4 am: 23 Mar 16, 18:49 »
Richtig

aber vielleicht noch einmal eine Klarstellung

Asbeste sind definiert als sehr langfaserige sillikatische Minerale, die feuerfest und verspinnbar sind.

Feinfaserig allein reicht also nicht als Definition, sonst würden darunter zahlreiche Silikate fallen, z.b. Glaukophan, feinfaseriger Epidot, Wollastonit und viele mehr.

Ob Turmalin in feinfaseriger Form feuerfest und verspinnbar ist, weiß ich nicht. Ich denke aber kaum und insofern gehört er auch nicht zu den Asbesten !

Glück Auf

Thomas

Offline kks

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Re: Turmalinasbest
« Antwort #5 am: 23 Mar 16, 21:37 »
Asbeste sind definiert als sehr langfaserige sillikatische Minerale, die feuerfest und verspinnbar sind.

Nun ja, sagen wir mal temperaturbeständig. Feuerfest sind nach DIN 51060 Stoffe, die oberhalb SK 17, also ca. 1500°C, beständig sind. M. W. ist Asbest bis höchstens 1000°C einsetzbar. Ich weiß jetzt nicht, wie es beim Turmalin aussieht, aber 1000°C traue ich dem auch zu. Ich kann mich da natürlich auch irren.

MfG
Klaus

Offline Doc Diether

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Re: Turmalinasbest
« Antwort #6 am: 24 Mar 16, 12:16 »
îch bin jetzt auch in der Literatur fündig geworden; zumindestens was die Fundstellen angeht:
Im Mineralienlexikon der Schweiz von Stalder, Wagner, Graeser und Stuker von 1998 (Wepf-Verlag), S.414, steht unter Fundstellen:
In den permischen Vulkaniten (Spilite und Keratophyre) wurde am Taminser Calanda nahe Felsberg, Graubünden, gleich an mehreren Stellen (Sondierstollen, Plattenzüg, Stbr. Sarazass), später auch im Val Punteglias und im Val Malcorta asbestförmiger Turmalin gefunden. Filze mit bläulich grauem Seidenglanz, auch in Quarz eingeschlossen. Hierin bildet er Blauquarz. Nach röntgenographischer Bestimmung ist es ein Fe-reicher Dravit. Dietrich et al. (1966): SMPM 46, 695-97. Turmalinasbest aus alpinen Mineralklüften.
Auch im Gotthardmassiv wurde Turmalinasbest im S Val Stgira, Val Cristallina gefunden.
Diether