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Autor Thema: Meta-Torbernit fluoreszierend?  (Gelesen 5682 mal)

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Offline Panmineral

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Meta-Torbernit fluoreszierend?
« am: 04 Apr 16, 18:44 »
Hallo,

ich darf mich kurz vorstellen: Ich komme aus der Nähe von Mönchengladbach, Ende 50 und habe seit kurzem für mich das Thema "radioaktive Mineralien" entdeckt (und auch gleich einige Einkäufe auf Ebay getätigt). "Mineralogisch" bin ich jetzt nicht sehr bewandert. Man möge mir das hier und heute nachsehen. Andere Interessen: Mikroskopie und Mikrofotografie.

Der fragliche Stein ist 4x3x1,5 cm groß und ausgewiesen als Meta-Torbernit, Schacht 4/64, Gang Wassil, Oberschlema. Was mich jetzt etwas ratlos macht: Eigentlich fluoresziert Torbernit (Meta-Torbernit?) nicht. Dieses Mineral fluoresziert gelb-grünlich, ähnlich meinem Autunit. Aber es strahlt wesentlich stärker als mein 3x so großer Autunit. Gemessen habe ich auf der Kunststoffabdeckung Gamma ca. 320 uS/h und ingesamt (also mit Beta) ca. 600 uS/h.

Meine Frage in die Runde: ist die Betimmung Meta-Torbernit ok?

Gruß
Peter

Edit: keine fremdverlinkten Fotos bitte, siehe mein anderer Post
« Letzte Änderung: 04 Apr 16, 20:13 von guefz »

Offline etalon

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Re: Meta-Torbernit fluoreszierend?
« Antwort #1 am: 04 Apr 16, 19:27 »
Hallo Peter,

Zu dem Mineral kann ich Dir nicht allzuviel sagen, außer dass, wie Du schon richtig sagst, Torbernit nicht fluoresziert. Möglicherweise liegt aber eine Vergesellschaftung mit Autunit vor. Die beiden kommen des öfteren zusammen vor und sollten eigentlich anhand ihrer Farbe visuell zu unterscheiden sein.

Was mich aber sehr stutzig macht sind die Dosisleistungswerte, welche Du für das kleine Bröckelchen aufrufst. Kann es sein, dass Du Dich da um den Faktor 1000 vertan hast und es eigentlich nSv/h heißen müsste? Mit welchem Messgerät hast Du die Werte denn ermittelt?

Grüße,
Markus

Offline Panmineral

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Re: Meta-Torbernit fluoreszierend?
« Antwort #2 am: 04 Apr 16, 19:44 »
Hallo Markus,

Danke für die schnelle Antwort. Nein, ich habe mich nicht vertan. Gemessen wurde mit einem semiprofessionellen Geigerzähler, einem Inspector Expert USB mit separatem Zählrohr. Hintergrundstrahlung liegt bei 0.020 mR/h = 0,20 uS/h. Auf der Dose werden 60,xx mR/h angezeigt, das sind dann die 600 uS/h. Der Wert hat mich auch überrascht, da mein Autunit 3x so groß ist, aber nur etwa halb so stark strahlt. Wenn ich 1cm oberhalb des Minerals messe, bekomme ich über 1000 uS/h = 1mS/h.

Gruß
Peter

Offline guefz

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Re: Meta-Torbernit fluoreszierend?
« Antwort #3 am: 04 Apr 16, 20:12 »
Hallo,

erstmal ein Hinweis zu den Forenregeln: es sind keine fremdverlinkten Fotos erlaubt, siehe https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Hilfe%20und%20Information/BilderUploadHilfeForum. Bitte direkt hier im Forum hochladen!

Dann noch der Kommentar zu deiner Frage: auch ich denke, dass beide Uranglimmer auf der Stufe vorhanden sind. Die höhere Radioaktivität kann evtl. daher kommen, dass noch Uraninit in der Matrix steckt.

Günter

Offline Bart0815

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Re: Meta-Torbernit fluoreszierend?
« Antwort #4 am: 04 Apr 16, 20:22 »
Hi,

viel Spass mit den U Mineralien. Ich sammle selber fast ausschließlich U Mineralien. Ist ein weites und sehr interessantes Feld. Du wirst aber merken das man auch eine Menge Geld dafür ausgeben kann ; )

Zu deiner Frage: Ich denke auch das da Autunit mit im Spiel ist, was das ganze zum fluoreszieren bringt. Die Strahlenwerte sind recht hoch, aber nicht unmöglich. Denke auch das da noch Uraninit im Spiel sein muss. Glaube nicht das der krustige Autunit/Torbernit Überzug 1 mSv/h bringt. Ich habe auch Stufen in der Sammlung die die 1 mSv/h knacken, sind dann allerdings Pechblenden oder reiche Shinkolobwe Stufen mit Uraninit und/oder Gummit.

Viele Grüße und viel Spaß!
Christian

Offline Alcest

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Re: Meta-Torbernit fluoreszierend?
« Antwort #5 am: 04 Apr 16, 20:25 »
Hallo Peter,

ich halte 1000 uSv/h bei einer KS mit sekundären Mineralen für sehr sportlich. Die 1 mSv/h Grenze habe ich seinerzeit frühestens mit einer 200 Gramm schweren Stufe knacken können - und das war reiner Uraninit. Wie viel wiegt deine Stufe etwa?

Gruß
Jan

Offline limestone

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Re: Meta-Torbernit fluoreszierend?
« Antwort #6 am: 04 Apr 16, 20:35 »
Hallo,
da ist garantiert Pechblende dabei.
Glück Auf
Ralf

Offline etalon

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Re: Meta-Torbernit fluoreszierend?
« Antwort #7 am: 04 Apr 16, 20:43 »
Hallo zusammen,

also ich denke nicht, dass selbst reines UO2 in dieser Menge eine solche DL zustande bringt. Solche Werte sind wohl eher der Bauart von den üblicherweise verwendeten Schätzeisen geschuldet. Dazu kommt erschwerend, dass DL-Messgeräte für die Messung von Raumdosisleistung, also in einem homogenen Strahlenfeld, kalibriert sind (also zumindest die professionellen Messgeräte). Von daher sind gemessene Kontaktdosisleistungen sehr von der Messgeometrie und der Bauart des Messgerätes abhängig. Ich habe einen kiloschweren Reicherzbrocken Pechblende mit massiven, cm dicken Pechblendegängen, der bringt es kontakt mit einem professionellen, geeichten (nicht nur bauartbedingt eichfähigen!) DL-Messgerät auf gerade 385uSv/h. Und selbst das ist aufgrund der Kontaktmessung nicht vergleichbar. Von daher kann ich eigentlich guten Gewissens behaupten, dass diese Werte (auch in anbetracht der Größe der Stufe) sicher nicht stimmen...   ;)

Grüße Markus
« Letzte Änderung: 04 Apr 16, 20:53 von etalon »

Offline Hg

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Re: Meta-Torbernit fluoreszierend?
« Antwort #8 am: 04 Apr 16, 20:49 »
Hallo,

Zitat
Gemessen wurde mit einem semiprofessionellen Geigerzähler, einem Inspector Expert USB mit separatem Zählrohr
da lese ich schon passende Begriffe..... semiprofessionell und Geigerzähler
Kalibriert ist die Dosisleitung auf welches Leitnuklid? Als Untergrund misst man normalerweise ~ 100 nSv/h. 1 mSv/h ist im Strahlenschutz schon eine gehörige Marke.

Mal zum Vergleich ein Meta-Torbernit aus Portugal mit einem geeichten Dosisleistungmessgerät (auf die Co-60-Linien). Die Stufe war ungefähr faustgroß.

Meta-Torbernit fluoreszierend?
 
Meta-Torbernit fluoreszierend?


Für mich sind solche Werte dann doch ein wenig zweifelhaft.

Gruß,
Andreas

Offline Alcest

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Re: Meta-Torbernit fluoreszierend?
« Antwort #9 am: 04 Apr 16, 21:00 »
Hallo Markus,

reine Gammastrahlung oder inkl. Beta und/oder Alpha? Ich hätte bei mir erwähnen sollen, dass es kombiniert Beta+Gamma waren. Mein Geigerzähler liefert ähnliche Werte wie ein großer LB Berthold (Modell ist mir leider entfallen, hatte ich mal in einem Labor in der Hand).

Gruß
Jan

Offline etalon

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Re: Meta-Torbernit fluoreszierend?
« Antwort #10 am: 04 Apr 16, 21:01 »
Hallo Andreas,

wo ist denn da das Eichsiegel? Weiters hat das von Dir gezeigte Messgerät einen Messbereich von 100uSv/h aufwärts und ist damit auch erst ab diesem Bereich eichfähig (der Messbereich unterscheidet sich vom Anzeigebereich des Messgeräts)!  ;)

Bei dem entsprechend eingebauten Zählrohr ist die Zählstatistik zu schlecht, um im Ratemeterbetrieb unter 100 uSv/h DL noch eine vernünftige NWG zu erreichen...

Gruß,
Markus
« Letzte Änderung: 04 Apr 16, 21:10 von etalon »

Offline etalon

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Re: Meta-Torbernit fluoreszierend?
« Antwort #11 am: 04 Apr 16, 21:08 »
Hallo Jan,

bei mir ist DL grundsätzlich Gamma-DL. Es ist aufgrund ihrer guten Abschirmbarkeit nur in ganz seltenen Fällen notwendig, eine ß-DL zu ermitteln (was auch gar nicht so einfach ist, da die Messgeometrie deutlich extremer in die Betrachtung mit einfließt als das bei gamma-DL der Fall ist). Natürlich muss dann auch gewährleistet sein, dass das Messgerät auch nur Gammas sehen kann...

Grüße,
Markus

Offline Hg

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Re: Meta-Torbernit fluoreszierend?
« Antwort #12 am: 04 Apr 16, 21:10 »
Hi Markus,

das Eichsiegel ist auf der linken Seite (gültig bis 7/18)  ;)
Ja, ich weiß dass der Messbereich eigentlich zu klein für den Messwert ist. Ein AD-3 mit dem kleinen Messbereich hatte ich da nicht dabei.

Grüße,
Andreas

Offline etalon

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Re: Meta-Torbernit fluoreszierend?
« Antwort #13 am: 04 Apr 16, 21:24 »
Hallo Andreas,

alles klar.  ;)

Es is übrigens völlig egal, was Dein Leitnuklid ist, solange Du nicht nuklidspeziefisch misst, und das kann das Automess nicht. Das eingebaute Zählrohr hat eine recht wilde Efficiency, welche durch ein Filterpaket vor dem Zählrohr in dem angegebenen Energiebereich eine ausreichende Linearisierung erfährt, um dem Messzweck zu genügen.
Wenn Du also ausschließlich Co-60 mit dem Ding misst, ist der ausgegebene Wert um den Faktor 2 zu hoch (aufgrund der zwei emmitirten Gammaquanten mit je fast 100% Übergangswahrscheinlichkeit)...   ;)

Grüße,
Markus

P.S.: Das mit dem Faktor 2 stimmt so bei DL-Messungen natürlich nicht, sondern wäre für eine gammaempfindliche Aktivitätsmessung relevant...  Man sollte zu später Stunde nicht mehr so schnell schreiben... :P

P.p.S: Anrede korrigiert, Asche auf mein Haupt... ;)
« Letzte Änderung: 04 Apr 16, 22:08 von etalon »

Offline Panmineral

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Re: Meta-Torbernit fluoreszierend?
« Antwort #14 am: 04 Apr 16, 21:28 »
Hallo,

der "Meta-Torbernit" wiegt ca. 60g. Das Inspector EXP ist kalibiert (CS 137) und knapp 1.5 J alt: http://www.seintl.com/radiationalert/inspector_exp.html.

Ich habe jetzt mal mit einem SV-500 nachgemessen auf der Kunststoffdose: 50mRd/h.

Gruß
Peter

 

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