https://www.mineralbox.bizhttps://crystalparadise.de/http://vfmg.de/der-aufschluss/

Autor Thema: Angelaufener Galenit aus Picher Oklahoma  (Gelesen 6165 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline jkstar

  • Sponsor 2024
  • *
  • Beiträge: 784
  • Wulfenit Tsumeb
Angelaufener Galenit aus Picher Oklahoma
« am: 05 Jun 16, 16:33 »
Hallo,

ich habe den anhängenden Galenit aus Picher Oklahoma erworben. Die Kristalle sind, wie auf dem Foto zu sehen dünn oxidiert.

Sie sehen aus wie eine angelaufene Silberstufe. Sollte man versuchen das zu reinigen und wenn, wie ?

Viele Grüße
Julian

Offline guefz

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 5.862
  • Just hanging around...
    • GüFz aus MYK
Re: Angelaufener Galenit aus Picher Oklahoma
« Antwort #1 am: 05 Jun 16, 17:07 »
Hallo,

das würde ich so lassen wie es ist. Das gehört einfach zu der Stufe dazu.

Günter

Offline geomueller

  • Sponsor 2024
  • *
  • Beiträge: 2.700
  • Seit 2003 im Mineralienatlas angemeldet.
Re: Angelaufener Galenit aus Picher Oklahoma
« Antwort #2 am: 05 Jun 16, 18:04 »
Probier es mal an einer unauffälligen Ecke mit 100%iger Zitronensäure, ein zwei Tropfen drauf min. eine Stunde einwirken lassen, abspülen. Wenn es was gebracht hat kannst du es großflächig anwenden oder das Stück drin einlegen. Ich habe damit gute Erfolge erzielt. Das Zeug gibt es in der Drogerie als Haushaltsreiniger für wenig Geld.

Gruß Jürgen

Offline Philip Blümner

  • Globaler Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.430
    • weloveminerals
Re: Angelaufener Galenit aus Picher Oklahoma
« Antwort #3 am: 05 Jun 16, 18:17 »
Bei Galenit habe ich manchmal auch gute Ergebnisse, wenn man sie mit einer weichen Zahnbürste und Zahnpasta und Wasser bürstet.

Offline jkstar

  • Sponsor 2024
  • *
  • Beiträge: 784
  • Wulfenit Tsumeb
Re: Angelaufener Galenit aus Picher Oklahoma
« Antwort #4 am: 05 Jun 16, 23:28 »
Würde Zitronensäure die Sphalerite ( rote durchsichtige und ein schwarzer ) angreifen ?

Viele Grüße
Julian

Offline uwe

  • ******
  • Beiträge: 4.427
Re: Angelaufener Galenit aus Picher Oklahoma
« Antwort #5 am: 06 Jun 16, 10:02 »
Das Sphaleritaggregat scheint einen guten Glanz haben. Also ist die Oberfläche des Galenitwürfels natürlich und keine nachträgliche "Verunreinigung". Ich schließe mich der Meinung von Günter Frenzel an. Ich würde die Stufe so lassen wie sie ist, obwohl natürlich jeder sein Minerale nach Belieben bearbeiten darf.

Gruß
Uwe

Offline jkstar

  • Sponsor 2024
  • *
  • Beiträge: 784
  • Wulfenit Tsumeb
Re: Angelaufener Galenit aus Picher Oklahoma
« Antwort #6 am: 07 Jun 16, 00:36 »
Ich werde mir grundsätzlich überlegen ob ich was gegen die Oxidation unternehme. Eben bin ich noch hin und her gerissen.
Wenn ich was mache werde ich es mit Zitronensäure oder mit Silberputzmittel versuchen.

Nochmal die Frage, würde Zitronensäure die Sphalerite angreifen ( 1 schwarzer und viele kleine rote durchsichtige ).

Viele Grüße
Julian

Offline geomueller

  • Sponsor 2024
  • *
  • Beiträge: 2.700
  • Seit 2003 im Mineralienatlas angemeldet.
Re: Angelaufener Galenit aus Picher Oklahoma
« Antwort #7 am: 07 Jun 16, 15:59 »
Hallo,
wenn du mit Silberputzmittel blankablink bzw. die Methode mit Salz, Wasser und Alufolie meist wirst du bei Bleiglanz keinen Erfolg haben da Blei zu unedel ist, unedler als eben z. B. Silber.

Die Zitronensäure dürfte dem Sphalerit nichts anhaben, beobachten sollte man den Prozess schon und ggf. das Stück gleich rausnehmen und gut unter Wasser spülen.

Gruß Jürgen

Offline Maibolte

  • ***
  • Beiträge: 245
Re: Angelaufener Galenit aus Picher Oklahoma
« Antwort #8 am: 08 Jun 16, 18:35 »
Hallo Julian.

Du hast diese Stufe so erworben, also hat sie dir wohl auch so gefallen.
Warum willst Du jetzt daran herumdoktorn und evtl. etwas
zerstören? Lass die Stufe wie sie ist oder verkauf sie weiter. Du wirst die Stufe
nur verschlimbessern, mehr nicht!

Gruß Dirk

Offline cmd.powell

  • ******
  • Beiträge: 1.356
  • Calcit vom Winterberg, Harz
Re: Angelaufener Galenit aus Picher Oklahoma
« Antwort #9 am: 10 Jun 16, 04:46 »
Moin

Das mit dem Silberreinigungsmittel funktioniert nicht deshalb nicht, weil Blei unedler ist als Silber (wobei diese Aussage natürlich richtig ist), sondern weil Du es mit Bleisulfid zu tun hast. Die elektrochemische Abscheidung von Bleisulfid klappt sicher nicht.

Insgesamt würde ich davon ausgehen, das die Flächen schon "im Berg" so matt geworden sind, warum auch immer. Im ungünstigsten Fall sind sie ganz leicht angeätzt und das würdest Du nur durch eine Politur wieder blank bekommen. Meine Meinung: Lass das Stück so, wie es ist!
Und wenn Du es nun gar nicht lassen kannst: Leg irgendeinen unschönen Sphalerit in Zitronensäure und schau, was passiert. Alternativ könntest Du auch Essig oder Essigessenz versuchen, da, falls die matte Kruste aus Bleioxiden besteht, diese sich recht gut in Essigsäure als Bleiacetat lösen sollten. Aber bitte Vorsicht: Bleiacetat ist als wasserlösliche Bleiverbindung sehr giftig!! Ab einer gewissen Säurestärke wird Sphalerit definitiv angegriffen, ich weiß aber nicht, ob Zitronen- oder Essigsäure schon stark genug sind -> an wertlosen Stücken ausprobieren !!

Offline grauerstar

  • ***
  • Beiträge: 305
  • Wulfenit - Los Lamentos
    • Mistermineral.com
Re: Angelaufener Galenit aus Picher Oklahoma
« Antwort #10 am: 11 Jun 16, 13:35 »
Hallo!

Ich habe die Diskussion ein wenig verfolgt. Offensichtlich, dass Julian die Stufe so wie sie ist nicht 100% gefällt. Da es sich nicht wirklich um seltenes Material handelt gibt es aus meiner Sicht zwei Optionen um ihn zufrieden zu stellen.

1) nach einer anderen Stufe umsehen, die hochglänzende Galenite zeigt
2) die Stufe behandeln mit der Chance dass es nachher besser aussieht

Denn der Status quo ist offenbar nicht zufriedenstellend.

LG,
Robert

Offline Fabian99

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.454
Re: Angelaufener Galenit aus Picher Oklahoma
« Antwort #11 am: 11 Jun 16, 13:48 »
1) nach einer anderen Stufe umsehen, die hochglänzende Galenite zeigt
2) die Stufe behandeln mit der Chance dass es nachher besser aussieht

Hallo,

lass mich 2b einführen, da ich es für fast wahrscheinlicher halte:
2b.)  die Stufe behandeln mit der Chance dass sie nachher wesentlich schlimmer aussieht.

Mfg

Offline grauerstar

  • ***
  • Beiträge: 305
  • Wulfenit - Los Lamentos
    • Mistermineral.com
Re: Angelaufener Galenit aus Picher Oklahoma
« Antwort #12 am: 11 Jun 16, 13:51 »
Richtig, aber dann fällt die Trennung besonders leicht.

Offline jkstar

  • Sponsor 2024
  • *
  • Beiträge: 784
  • Wulfenit Tsumeb
Re: Angelaufener Galenit aus Picher Oklahoma
« Antwort #13 am: 11 Jun 16, 14:31 »
Danke für Eure Beiträge!

Das Stück ist schon ganz ok so und ich denke, dass das angelaufene auch irgendwie zur Stufe gehört. Habe ich jetzt schon öfter gesehen, ich frage mich nur warum manche Stufen anlaufen und manche nicht ( selber Fundort ). Ich warte mal bis mir ein angelaufenes Stück in die Hände fällt um das es nicht schade ist und dann werde ich gem. Euren Tipps experimentieren. Ich habe ja Zeit

Viele Grüße
Julian

Offline cmd.powell

  • ******
  • Beiträge: 1.356
  • Calcit vom Winterberg, Harz
Re: Angelaufener Galenit aus Picher Oklahoma
« Antwort #14 am: 14 Jun 16, 16:42 »
Moin Julian

Ich habe zwei Galenitstufen von der Sweetwater Mine, bei der einen sind die Kristalle hochglänzend, bei der anderen ähnlich matt wie bei Dir. Kurioserweise sind die glänzenden getreppt gewachsen, während die matten schöne große Würfel sind. Ich denke mal, das hängt von den Bildungsbedingungen in dem Hohlraum ab und gehört damit zur Stufe wie die Paragenese. Aus diesem Grund habe ich auch nicht an meiner Stufe rumgewerkelt.
Ich weiß auch gar nicht, ob es bei Galenit so etwas wie "anlaufen" gibt. Immerhin haben wir es hier ja schon mit einem Sulfid zu tun. Denkbar wären also nur noch Sulfate (=> Anglesit etc.), Carbonate (=> Cerussit etc.) oder Oxide (Minium etc.), nur solange die Stufe nicht irgendwo in einem Bach liegt, sollte sich da nichts in der Richtung tun. Wenn überhaupt dürfte dort Staub oder irgendein Schmierzeugs drauf sein, was mit Seifenwasser problemlos runter gehen sollte.