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Bestimmung dieses "Steins"

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Pau La:
Hallo zusammen!

Ich bin neu hier und möchte euch bitten, mir zu helfen herauszufinden was mein Sohn vom Spielen mit nach Hause gebracht hat.

Ich gehe mal den Fragenkatalog nacheinander durch:

1.) Der genaue Fundort

Deutschland- NRW- Westmünsterland - Kreis Borken - Bocholt - Mussum - "Acker bei Uropa" <iframe src="https://www.google.com/maps/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d1082.6852920211186!2d6.593179303228891!3d51.820197168125446!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x0%3A0x0!2zNTHCsDQ5JzEyLjciTiA2wrAzNSczOC4yIkU!5e1!3m2!1sde!2sde!4v1470752067473" width="600" height="450" frameborder="0" style="border:0" allowfullscreen></iframe>

2.) Die Fundsituation

Kind war zum spielen auf dem Acker unterwegs. Das Fundstück hat ca. 5 bis 10 cm unter der Oberfläche gelegen. Ein Foto der Fundstelle würde jetzt glaube ich wenig Sinn machen, gewöhnliches Ackerland halt...

3.) Typisch?

Nein weder typisch für diesen Ort, noch typisch im erweiterten Sinn!

4.) Bilder im Anhang: das Ding ist in natura nicht so schwarz wie es auf den Bildern aussieht, vielmehr glänzt und schimmert er im Licht bläulich / silbrig. Leider sehr schwer auf nem Foto darzustellen.

und was fällt mir besonders auf: Er sieht nicht aus wie ein gewöhnlicher Stein, erinnert an einen Hämatit oder ein Stück stark kompimierte Alufolie. Beides ist aber "negativ" Unter dem Auflichmikroskop meines Sohnes reflektiert der das Licht an manchen Stellen grünlich, so wie oxidiertes Kupfer. Das ist aber kein Belag, sondern nur die Farbe des reflektierten Lichts.

Er fühlt sich im ersten Moment kühl an, nimmt aber schnell Temperatur an.


Für mich ist bisher nicht eindeutig, ob es sich um ein Gestein oder ein Mineral handelt, darum beantworte ich mal das was geht zu beiden...

1.) Die wichtigsten Eigenschaften

a.) homogen

b.) unter einem Auflichtmikroskop für Kinder kann man (vereinzelt) winzige Poren erkennen.

c.) keine Reaktion auf (ziemlich starken) Magneten

d.) Volumen: 7,5 ml Masse: die Waage bei der Arbeit ist leider zu ungenau - er muss unter 20 g wiegen.

e) Das Erscheinungsbild
habe ich oben unter Punkt 4) geschrieben

f.) Innen wie außen. Haben das Ding bei der Arbeit an drei Stellen angeschliffen, das Material ist innen genauso wie außen und man sieht auf den Schliffflächen keine Poren.

g.) Man erkennt eine kristalline Struktur aber sehr ungeordnet. Große und kleine "Terassen"

h.) Das Ding ist ziemlich Hart, habe ihn bei der Arbeit auf 72 HRC geprüft (Schnitt aus fünf Messungen mit Diamantkegel 120°). Man kann mit dem Ding Stahl zerspanen, er ist also nicht nur hart sondern auch relativ fest.

i.) Habe kariertes Papier untergelegt. Ganz grob 25 x 25 x 10 mm

j.) Spaltbarkeit - Schieferig? Nein.

2.) Säuretest Habe nur Zitronensäure zu Hause, zwar recht hoch konzentriert zeigt sich das Ding aber unbeeindruckt.

Mineralien

e.) Strich anthrazitgrau


Das interessanteste zum Schluss:

Ich habe bei der Arbeit eine Spektralanalyse machen lassen. Diese blieb ohne jedes Ergebnis. Dazu wurde der "Stein" an drei Stellen geschliffen. Dabei gab es keine Funken, sondern viel Staub und er nahm schnell an Temperatur zu.
Beim "Blitzen" wurde der Stein dann extrem heiß, an den Stellen sind jetzt unter dem Auflichmikroskop kleine Krater zu sehen mit Bläschen. An diesen Stellen erkennt man gelblich / bräunliche Ablagerungen und tiefer innen in diesen Kratern eher bräunliche Kristallhäufchen, die aussehen wie feine Stacheln eines Kaktus.

Elemente, die wir in unserer Firma gewöhnlich bei der Spektralanalyse "enttarnen" : Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Phosphor, Zinn, Zink, Aluminium, Magnesium, Calcium, Chrom, Mangan, Molybdän, Nickel, Kupfer, Niob, Tellur... (was man so in Maschinenbaustahl rein mischt - ich hoffe ich habe nichts ausgelassen...)

So und nun wisst ihr auch, warum ich mit meinem Problem hier gelandet bin.... Was zum H.... kann das sein??? Ich kenne mich zwar "nur" mit Stahl aus aber finde die Eigenschaften dieses "Dings" in ihrer Kombination irgendwie sehr merkwürdig. Ich hoffe, hier hat jemand eine Idee oder auch einen Tipp, an wen ich mich wenden könnte.

Danke auf jeden Fall schon mal fürs Lesen bis zum Schluss!

LG Claudia

felsenmammut:
Glück Auf!

Die Beschreibung ist in jedem Fall lobenswert umfangreich und faktenlastig. Es liest sich ersteinmal wie Schlacke. Es wäre noch interessant die Bilder zu sehen. Besteht die Möglichkeit zur Analyse des Eisen- und Silizium-Gehalts?

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

uwe:
Ziemlich merkwürdiger Fund. Es scheint fast, als wäre es reines Silizium bzw. Silizium mit irgend einer Beimengung, wobei der "felsenmamut" vermutlich mit Eisen richtig vermutet.

Gruß
Uwe

gladhammar:
Hallo,
für mich sieht das wie massives SiC aus.
GA Detlef

Andreas Schmid:
Nachdem Kohlenstoff ja lt. Spektralanalyse wegfällt kann es auch kein SiC sein.
Nachdem es sehr hart ist und auch widerstandsfähig sollte es auch kein reines Si sein. Das ist spröde.
Hart sind Keramiken, die liegen aber meist nicht so herum und sehen rein optisch ein wenig anders aus. Außerdem enthalten die meisten Keramiken N (nicht vorhanden) oder C (auch nicht vorhanden).
Für mich sieht es aus wie eine Vorlegierung die dann Stahl beigemengt wird. In Frage käme Ferrosilizium oder FeW.

LG
Andreas

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