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Autor Thema: Uransekundärmineralien mit Wasser reinigen?  (Gelesen 3947 mal)

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Offline etalon

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Hallo zusammen,

ich habe jetzt schon mehrfach gelesen (auch hier im MA), dass man Uransekundärmineralien nicht mit Wasser reinigen soll. Allerdings nie, warum. Kann mir das bitte jemand erklären?

Danke!

Grüße Markus

Offline etalon

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Re: Uransekundärmineralien mit Wasser reinigen?
« Antwort #1 am: 05 Oct 16, 11:20 »
Ich möchte die Frage noch mal nach oben holen. Sie ist immer noch aktuell...

Gruß Markus

Offline Alcest

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Re: Uransekundärmineralien mit Wasser reinigen?
« Antwort #2 am: 05 Oct 16, 12:52 »
Hallo Markus,

ich zitiere mal die Mineralienatlas-Seite von Uranocircit (exemplarisch):

"Die Struktur von Uranocircit besteht aus Phosphat-Tetraedern, die mit Uranoxidgruppen, die verzerrte Oktaeder bilden, verknüpft sind. Die Phosphat- und Urangruppen liegen in Schichten, die nur schwach durch Wassermoleküle zusammengehalten werden. Diese Struktur ergibt das typische, plattige Verhalten, die perfekte Spaltrichtung und die relative Weichheit."

Gerade Uranglimmer entwässern häufig (ich habe auch schon gelesen, dass sie nach dem Abbau im Grunde alle dehydriert sein sollen), woraufhin sie so fürchterlich bröselig werden. Ich vermute, dass die erneute Wasseraufnahme die ohnehin lädierte Kristallstruktur zusätzlich destabilisiert. Vielleicht ist es wie bei Anhydrit-Gips eine Volumenzunahme. Das ist aber mehr Spekulation als unanfechtbares Wissen.

Gruß
Jan

Offline carsten slotta

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Re: Uransekundärmineralien mit Wasser reinigen?
« Antwort #3 am: 05 Oct 16, 13:05 »
Hallo,

also ich habe bisher keine schlechten Erfahrungen beim Reinigen mit Wasser gemacht. Lediglich bei ganz feinnadeligen Mineralien wäre ich vorsichtig, da diese evtl. verklumpen könnten. Ansonsten lassen sich U-Mins prima mit Wasser und Spüli reinigen, warum auch nicht?!

Jan, soweit mir bekannt, handelt es sich bei der Dehydrierung der Uranglimmer um einen überwiegend irreversiblen Prozess.

GA
Carsten

Offline Alcest

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Re: Uransekundärmineralien mit Wasser reinigen?
« Antwort #4 am: 05 Oct 16, 16:35 »
Hallo Carsten,

nee, reversibel ist das sicher nicht. Ich könnte mir wie gesagt nur vorstellen, dass das Wasser in diese Schichten eindringt und das ganze Konstrukt weiter schädigt. Es wird ja sicherlich einen Grund haben, warum es immer heißt: sekundäre U-Mins nicht mit Wasser reinigen. Womöglich gilt die Warnung auch nur, da auch in stehendem Wasser mechanisch viel von U-Glimmern abbröselt.

Gruß
Jan

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Uransekundärmineralien mit Wasser reinigen?
« Antwort #5 am: 05 Oct 16, 16:48 »
"nee, reversibel ist das sicher nicht."

Doch, es gibt genügend Beispiele, wo die Entwässerung reversibel ist (in Abhängigkeit von der Luftfeuchtigkeit).
Bei Zeolithen funktioniert das teilweise auch.

Offline Alcest

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Re: Uransekundärmineralien mit Wasser reinigen?
« Antwort #6 am: 05 Oct 16, 17:08 »
Auch bei den Uranglimmern? Ja, z.B. von Zeolithen kenne ich das auch. Bei den Uranglimmern las ich bisher aber nur Gegenteiliges.

Offline carsten slotta

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Re: Uransekundärmineralien mit Wasser reinigen?
« Antwort #7 am: 05 Oct 16, 17:18 »
Bei Meta-Novacekit z. B.

Offline etalon

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Re: Uransekundärmineralien mit Wasser reinigen?
« Antwort #8 am: 06 Oct 16, 10:29 »
Hallo zusammen,

besten Dank für die Antworten!

Jan, das könnte eine Erklärung sein. Allerdings würde das ja bedeuten, dass wenn der von Dir beschriebene Vorgang auf Zeitskalen eines Sammlerlebens stattfindet, wir eigentlich durch Regen, Grubenwasser, Luftfeuchtigkeit, etc. gar keine Uranglimmer mehr finden dürften, da alle zerbröselt sein müssten. Oder habe ich da eine falsche Vorstellung?

Grüße Markus

Offline cmd.powell

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Re: Uransekundärmineralien mit Wasser reinigen?
« Antwort #9 am: 08 Oct 16, 23:41 »
Moin

Also ich habe schon diverse Autunite, Torbernite und Uranocircite mit Wasser und z.T. auch Ultraschall gereinigt und wirklich übel haben die es mir nicht genommen. Klar, etwas bröselt immer ab, fragt sich nur, ob es nun wirklich am Wasser lag oder ob es eh nur vom Dreck an seinem Platz gehalten wurde. Auf jeden Fall sahen die Stufen nach der Reinigung besser aus als vorher. Man sollte nur vorher ein paar Vorversuche machen, besonders, wenn man mit Ultraschall beigehen will. Aber das gilt nicht nur für Uranminarale.

 

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