Hallo
zur antiken Bearbeitungstechnik harten Gesteins (Granit, Diorit) und zu Quarz gibt es verschiedene Hypothesen; sicher ist nur, dass die alten ägyptischen Steinmetze und Gemmenschneider sehr gut sägen, bohren und schleifen konnten sowie bereits mit Drehbänken arbeiteten.
Die Arbeiten waren zum Teil so delikat, dass manche Bergkristallgefäße Wanddicken von nicht mehr als 0,17 mm hatten; manche der eingravierten parallelen Linien haben Abstände von maximal 0,8 mm.
Gebohrt, gefräst, gesägt und graviert wurde mit Bohreren und mit Sticheln, deren Bohrkronen und Spitzen auf jeden Fall härter als Quarz waren; d.h., aus Beryll, Topas, Chrysoberyll, Korund, Saphir oder Diamant bestanden. Gesägt wurde mit Kreissägen auf Gesteins- oder Quarzoberflächen, welche mit Schleifpulver aus einem der o.a. Materialien versehen waren.
Authentische Quellem berichten, dass im Jahr 1068-1069, im Zusammenhang mit einem Aufstand gegen die herrschende Dynastie der Fatimiden, aus den Schatzkammern der Herrscher an die 36.000 (!) Bergkristallgefäße geplündert wurden
Angesichts des enormen Material- und Zeitaufwandes, solche unglaublichen Mengen an Bergkristallgefäßen herzustellen, liegt der Schluss nahe, dass zur Bearbeitung wohl meist Diamanten verwendet wurden. Beweise dafür gibt es jedoch nicht.
Ein weiteres Mysterium ist, woher die riesigen Mengen an Bergkristallen kamen; sicher ist nur, dass sie nicht aus Ägypten stammten; vermutet wird, dass sie aus uns heute unbekannten Vorkommen in dem heutigen Yemen, oder aus Ostafrika oder aus dem persischen Reich kamen.
Mehr zu diesem Thema und viele Quellen im neuen Quarzportrait (noch in der Entstehungsphase).
Gruß
collector