Hallo Michael,
ja, wer bin ich Dir zu widersprechen

. Und wer, Deiner trefflichen Beschreibung des Aufbaus der "Limonitknollen" folgt und dabei die Struktur der "Schale" einer aufgeschlagenen Brandenburger "Kiesgalle" vor Augen hat, möchte schon aus rein optischen Gründen, Dir vorbehaltlos zustimmen.

Allein die Chemie spricht - nach meinem Dafürhalten - dagegen. Laut Mineralienatlas-Lexikon besteht Limonit aus Goethit und Lepidokrokit. Unter Berücksichtigung, dass für die Bildung von Goethit das Element Stickstoff vorhanden sein muss und für Lepidokrokit Natrium, sind doch nur noch die Elemente Eisen, Sauerstoff und Wasserstoff beteiligt.
Das diese in entsprechender Zusammensetzung mit Hilfe von Kalk - der wohl ähnlich einem Katalysator wirkt, wenn ich das richtig verstehe - von außen den Aufbau der Limonitschale ermöglichen und befördern, steht außerhalb jeglicher Diskussion.
Wenn aber, die Limonitbildung auch innerhalb einer bereits geschlossenen Limonitschale funktionieren soll, dann müssen im eingeschlossenen Kern, im "Kalkbrei" auch Stickstoff und Natrium enthalten sein, sowie ausreichend Wasser, um chemische Reaktionen auszulösen, die zur Bildung von Goethit und Lepidokrokit führen. Das allein, ist schon eine gewagte These, wie ich finde.

Auch, wenn Du und Thomas recht haben, bleibt immer noch ein Phänomen, für das ich bisher noch keine Erklärung gelesen habe.
Wo bleibt das Element Kalzium? 
Kalk besteht doch aus Kalzium, Kohlenstoff und Sauerstoff. Gut der Sauerstoff wird dringen benötigt und vielleicht wird bei der Spaltung der Kohlenmonoxid-Molekühle der Kohlenstoff gasförmig und „verduftet“ einfach (was so einfach eigentlich auch nicht geht). Dann bleibt immer noch Kalzium übrig, was sich in keiner chemischen Formel für die Bildungsbestandteile von Limonit findet, also im Innern der Gallen noch vorhanden sein müsste, wenn diese auch nach innen "Schalen" bilden.
Die einzigste Erklärung hierfür erscheint mir zu sein, dass die Limonitschalen von innen nach außen wachsen, weil das die Abwesenheit von Kalzium in den "ausgewachsenen" Gallen erklären würde.
Es gibt allerdings noch eine letzte Möglichkeit. Der Kalk in meiner alten Birne, wehrt sich durch wirksame Blockaden etlicher meiner Hirnwindungen so heftig gegen die Negierung seiner mineralen Brüder in den Gallen, dass mir einfach die Lösung nicht einfallen kann.

Werde heute am Abend ein paar Mal, mit dem Kopf voraus, gegen die Wohnzimmerwand laufen. Vielleicht lösen die Erschütterungen ja den Kalk, welcher dann hoffentlich alsbald zu rieseln beginnt und die Erklärung fällt mir, wie die sprichwörtlichen Schuppen aus den Haaren.

MfG
Michael