Kieselhölzer mit umlaufenden wulstartigen VerdickungenGnoisi/Marian hat auf seiner Website Hölzer aus dem Oman vorgestellt, die „seltsame“ horizontal umlaufende Wülste bzw. wulstartige Verdickungen aufweisen. Siehe:
http://www.petrified-wood.de/fundregionen/om_huqf_al-wusta_nord.htmIch kenne dieses Phänomen auch, und zwar von oligozänen Hölzern aus der St. Marein-Freischling-Formation (
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,31745.0.html ), wo es zwar nicht häufig, aber doch immer wieder mal auftritt.
Und ich habe mir natürlich auch Gedanken über die Entstehung bzw. die Interpretation solcher Strukturen gemacht.
Ganz zu Beginn vermutete ich, dass es sich dabei um irgendwelche „Wachstumsknoten“ handeln könnte – aber davon bin ich rasch wieder abgekommen, weil es einfach holzanatomisch überhaupt nicht passt.
Mittlerweile denke ich, dass diese Wülste lagerungs- bzw. sedimentationsbedingt sind, und durch Druck bzw. Biegung/Biegebrüche unmittelbar vor und während der Einkieselung entstanden sein dürften. Denn an einigen Stücken ist deutlich zu sehen, dass gerade an diesen Stellen Risse/Sprünge durchs Holz gehen, und auch auf Marians Fotos sieht es so aus, als ob diese Wülste zumindest teilweise regelrechte „Sollbruchstellen“ wären.
Ich stelle mir diesen Vorgang ungefähr so vor: die durchweichten, mehr oder weniger mit Wasser vollgesogenen Schwemmholzstücke und –stämme werden in Flusssedimenten eingelagert, und liegen dabei, besonders bei Sedimenten mit stark unterschiedlicher Korngröße der klastischen Komponenten, natürlich nicht völlig Plan auf.
Durch weitere Sedimentüberdeckung wird der auflastende Druck erhöht, während bereits SiO2 an- und eingelagert wird. Liegt das Holz nun an einer bestimmten Stelle auf einer Art „Hebelpunkt“ (Fulcrum) auf, etwa einem etwas größeren Geröll, wird das Stück beidseits dieses Punktes nach unten gebogen (z.B. weil dort feinklastische Komponenten kleinerer Korngröße liegen, welche durch den Sedimentdruck komprimiert werden), und dabei entstehen Brüche im Holz – sprich an der Oberseite reißen die Holzfasern und klaffen nun entgegen der Druckrichtung auseinander, während sie an der Unterseite gestaucht werden und u-förmige, nach unten/außen gerichtete Falten bilden können. Wenn nun, wie oben angenommen, dies während der Ein- bzw. Verkieselung geschieht, werden natürlich auch die oberen „dachförmig“ gegeneinander stehenden Fasern und die unteren „herausgequetschten“ Wülste mit u- bis D-förmigem Querschnitt durch das SiO2 konserviert, wobei man im „oberen“ Teil bzw. im eigentlichen Riss/Bruch noch eine zusätzliche Einlagerung von (eventuell rekristallisiertem) SiO2 annehmen könnte. Das Ergebnis wäre nun beim „ausfossilisierten“ Kieselholz eine umlaufende, wulstförmige Verdickung, welche gleichzeitig – durch die mechanische Zerstörung der Holzstruktur und/oder durch die „Materialgrenze“ zwischen eigentlichem Kieselholz und dem Kieselmaterial als Rissfüllung – eine bevorzugte Bruchstelle darstellt.
Dies ist derzeit allerdings nur eine Hypothese, und es wäre interessant, an den entsprechenden Funden mikroskopisch zu untersuchen, ob sich diese erhärten oder gar belegen lässt (z.B. durch einerseits gerissene, andererseits gestauchte/verbogene Fasern).
Jetzt hätte ich soeben einige solche Stücke raussuchen wollen für Fotos, aber es ist wie so oft in meinem Schachtelchaos: das was ich gerade suche, finde ich natürlich genau jetzt nicht –
Ich bitte also um etwas Geduld …..
p.s.:
Dafür zur Veranschaulichung eine kleine schematische Skizze meiner Hypothese – der Knick (und damit der Riss) ist hier stark übertrieben dargestellt, damit man erkennt worum es geht.