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Autor Thema: Diamantsägeblatt nur außen mit Diamanten belegt?  (Gelesen 7283 mal)

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Offline Harzsammler

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Hallo,

mir ist ein Diamantsägeblatt (350mm, 1,8mm Schnittbreite, 12mm "Sinterrand") untergekommen, bei dem sich nun nach recht kurzen Einsatz außen die Diamanten abarbeiten und der blanke Stahl zum Vorschein kommt. Entsprechend ist das Schnittverhalten.

Das Blatt habe ich als gesintertes Sägeblatt gekauft so dass ich davon ausgegangen bin, dass die nutzbare Höhe hier 12mm betragen sollte.
Es wird auch sehr gut gekühlt gefahren und läuft ohne Höhen- oder Seitenschlag bei 900 U/min.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit Sägeblättern gemacht?
Wie ist die korrekte Bezeichnung für Sägeblätter wo die Diamanten nur außen aufgebracht sind?

Grüße,
Michael

Offline Klaus Schäfer

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Re: Diamantsägeblatt nur außen mit Diamanten belegt?
« Antwort #1 am: 18 Jan 17, 18:20 »
Hallo Michael,

Ich kenne solche Schneidräder aus chinesischer Produktion. Verkauft werden diese hier in Idar-Oberstein z.B. von der Firma Impexco für kleines Geld. Qualitätsprodukte von Hahn oder Effgen kosten einiges mehr, besitzen aber einen massiven Sintertorus, der mit dem Trägerblech verschweißt wird. Die Scheiben aus Chinesischer Produktion werden beidseitig auf das Blech gelötet und besitzen in der Mitte keinen Diamant. Beim Schnitt stellt das erstmal keinen Unterschied zur Qualitätsscheibe dar, außer, daß sie sich schneller abnutzt. Sehr beliebt sind diese Scheiben bei Edelsteingraveuren, oder wenn man Kugeln o. ä. freihändig vorformt (s.h. Abbildung).

Diamantsägeblatt nur außen mit Diamanten belegt?


Sehr problematisch ist das Wuchten solcher Scheiben, sollten sie sich unrund gearbeitet haben. Wir haben einmal eine Versuch mit der konventionellen Abrichtmaschine gemacht, bei dem uns aber dann eine Hälfte der Bindung in Bröckchen um die Ohren flog, da sie sich von Träger löste.

Du kannst deine Scheibe weiterhin benutzen. Beim Schneiden von Achat oder Quarz würde ich mit Öl kühlen. Beim oben abgebildeten Einsatz mit Wasser dreht die Scheibe mit 1400 U/min.

Viel Spaß noch, Klaus

Offline Harzsammler

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Re: Diamantsägeblatt nur außen mit Diamanten belegt?
« Antwort #2 am: 21 Jan 17, 14:03 »
Hallo Klaus,

dieses Sägeblatt kann ich leider nur noch von der Seite benutzen,vernünftig schneiden tut das nicht mehr.

Nun suche ich ein Sägeblatt, Durchmesser 350mm, mit massiven Sinterkörper, wie es bei den kleineren Sägeblättern für Fliesenschneidern üblich ist.
Bei meinem Schneidgut (Kalke/Marmor, Erze, Gangstücke) sollte so ein Blatt eigentlich Jahre halten.

Hast Du eine Bezugsquelle für solche Sägeblätter?
Ich habe mal einen Shop in Holland gesehen den ich aber jetzt nicht mehr finde.

Grüße,
Michael


Offline Klaus Schäfer

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Re: Diamantsägeblatt nur außen mit Diamanten belegt?
« Antwort #3 am: 21 Jan 17, 15:15 »
Hallo Michael,

Schneidräder für Fliesen etc. werden in der Regel, um Geld zu sparen, mit sehr wenig Diamantanteil hergestellt. Ich empfehle dir, wenn es denn unbedingt ein Sinterrad sein muss, Schneidscheiben der Firma Hahn oder der Firma Effgen. Allerdings sind für deinen Anwendungszweck die weitaus günstigeren mechanisch gebundenen Scheiben eine Alternative, da sie bei richtiger Handhabe ein gutes Ergebnis liefern können.

Gruß von Klaus

Offline Andreas Schmid

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Re: Diamantsägeblatt nur außen mit Diamanten belegt?
« Antwort #4 am: 21 Jan 17, 17:43 »
Hallo Klaus

Was verstehst du unter mechanisch gebundene Scheiben?

Gruss
Andreas

Offline Klaus Schäfer

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Re: Diamantsägeblatt nur außen mit Diamanten belegt?
« Antwort #5 am: 21 Jan 17, 18:31 »
Hallo Andreas,

Bei mechanisch gebundenen Scheiben wird eine Blechplatte mehrfach radial bis zu einer Tiefe von etwa 1 cm geschlitzt. In die Schlitze kommt Diamant in einer adhäsiven Mischung. Dann presst eine Zange zwischen die Schlitze, wodurch die Schlitze selbst zugepresst werden und den Diamant nun mechanisch halten. Erkennbar sind diese Scheiben nun an ihrer seitlichen Riffelung im Schnittbereich.

Diese Scheiben nutzen wir in Idar-Oberstein zum Schneiden fast aller Materialien. Bei sachgerechter Handhabe halten auch diese Scheiben sehr lang, sind aber weitaus günstiger.

Gruß von Klaus

Offline Andreas Schmid

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Re: Diamantsägeblatt nur außen mit Diamanten belegt?
« Antwort #6 am: 21 Jan 17, 19:01 »
Hallo Klaus

ich war zwar lange in der Produktentwicklung für Super Abrasives aber diese Art der Kornbindung ist mir im industriellen Bereich nie untergekommen. Interessante wenn auch doch ein wenig eigenwillige Art der Bindung.

Ad Michael.

Grundsätzlich gibt es im Bereich der Super Abrasives (Diamant und CBN) 3 Bindungsarten: Galvanisch, Metall und Keramik.
Galvanische Scheiben sind von Ihrer Eigenart nicht dazu konzipiert sich zu schärfen. Daher kann man sie auch nicht abrichten. Keramisch gebundene Scheiben werden abgerichtet und nutzen sich ab. Das führt dazu dass immer frisches (schneidfähiges Korn) nachkommt. Abrichten tut man Scheiben IMMER mit galvanisch gebundenen Scheiben da sie einerseits die Form halten (die präzisesten sind) und andererseits die robustesten. Metallgebundene Scheiben sind ein Mittelding. Sie sind einfacher in der Herstellung (verglichen mit galvanischen) und daher billiger. Sie halten leidlich die Form und schärfen sich sehr bedingt nach. Die Schleifkörper werden gesintert und bei den hochwertigen Scheiben meist geklebt. Auch schweißen und löten sind ein Thema. Die Art der Bindung an den Schleifkörper ist aber kein Qualitätskriterium. Metallisch gebundene Scheiben sind nicht zum Abrichten konzipiert.
Jetzt zu Deinem Problem. Warum die Scheiben nicht mehr schnittig sind liegt meist am Schleifkorn. Zu meiner Zeit gab es hunderte verschieden Qualitäten von Diamant. (ich spreche nicht von der Größe)  Es gibt einerseits schnittiges Korn das sich schneller abnutzt dafür aber einen sehr schnellen Vorschub ermöglicht und es gibt runderes Korn das eine längere Standzeit bietet. Natürlich gibt es die verschiedensten Zwischenstufen. Je schnittiger und langlebiger umso teurer. Aber wie so oft gibt es hier leider keine Kombination die beide Vorteile zu 100% vereint. Die beiden Kriterien widersprechen sich leider.  Da (abgesehen von der Präzision) die Produktion der Schleifkörper und der Scheibe nicht der größte Preistreiber ist wird meist bei den Diamanten gespart.
Man kann daher davon ausgehen dass gute Qualität (Standzeit oder Schnittigkeit !!!) immer mit einem entsprechend höheren Preis verbunden ist. Da ich bei Tyrolit war kenne oder kannte ich nur diese Produkte wirklich genau. Effgen war ein eher durchschnittlicher Mitbewerb. Hahn kenn ich nicht. Egal was du kaufst spare nicht beim Geld. Wir hatten Billigscheiben von Mitbewerbern getestet die nach ein paar Schnitten stumpf waren. ( manche sogar beim Zweiten). Aber wenn du dir eine teure Scheibe kaufst wirst du fast immer viele Jahre Freude damit haben und unterm Strich billiger gekauft haben. Zum Abschluss noch der Hinweis dass natürlich für deine Zwecke nur metallgebundene Scheiben in Frage kommen. Abgesehen von den "mechanisch gebundenen" die in der Industrie keine Rolle spielen und ich daher nicht kenne.

LG
Andreas

Offline Harzsammler

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Re: Diamantsägeblatt nur außen mit Diamanten belegt?
« Antwort #7 am: 22 Jan 17, 10:34 »
Hallo Andreas,

bei meiner oben gezeigten Scheibe habe ich das Problem dass sich nur eine dünne Schicht mit Diamantkörnern auf dem Stahl befindet.
(In der Art wie auf den galvanisch gebundenen Diamantschleifpads)
Diese hat sich nun nach kurzen Gebrauch stirnseitig teils abgearbeitet und das Blatt schneidet jetzt auf dem blanken Stahl, was natürlich so nicht funktioniert. Angepriesen war das Blatt jedoch als mit gesinterten Schneidrand, was es aber definitiv nicht ist, so dass ich hier quasi beschissen wurde.

Jahrelang habe ich ein kostengünstiges Blatt mit gesinterten Schneidrand in Bronzebindung (Durchmesser 250mm x 1,5mm) gefahren was mir recht viel Freude bereitet hat.
Da dieses Blatt sich nach langen Einsatz abgearbeitet hatte, habe ich nun die Säge etwas vergrößert und ein 350mm Blatt eingesetzt mit oben gezeigten Ergebnis.

Kostenmäßig soll die Sache natürlich im Rahmen bleiben und Achate o.ä. schneide ich sehr selten. Für mich ist ein gesintertes Sägeblatt völlig ausreichend, aber es sollte halt dann schon einen vollen Sinterrand haben und nicht nur mit ein paar Diamanten überzuckert sein.

Kann ich bei diesen Angeboten davon ausgehen, dass die Sägeblätter einen vollen Sinterrand haben?...

http://www.ebay.de/itm/261873605504?_trksid=p2060353.m1438.l2649&var=561218073340&ssPageName=STRK%3AMEBIDX%3AIT

http://www.ebay.de/itm/162108941939?_trksid=p2060353.m1438.l2649&var=461070220084&ssPageName=STRK%3AMEBIDX%3AIT

Grüße,
Michael

Offline dendrocopos

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Re: Diamantsägeblatt nur außen mit Diamanten belegt?
« Antwort #8 am: 22 Jan 17, 17:34 »
Hallo Michael,
ohne hier Schleichwerbung machen zu wollen kann ich Dir folgende Adresse emfehlen: http://www.vdiamant.de/ Die Firma gehört Herrn Vollstädt. Den älteren Sammlern aus dem Osten Deutschlands sollte er durch verschiedene mineralogische Publikationen bekannt sein. Also jemand, der weiß was bei Hobbyschneidern benötigt wird. Du kannst dort anrufen und genau Dein Blatt bekommen. Als mir mal ein Blatt zu Bruch gegengen ist, wurde es kommentarlos umgetauscht. Problematisch sehe ich allerdings deine Fliesenschneidemaschine. Diese hat eigentlich viel zu hohe Umdrehungen um Minerale zu schneiden. Speziell bei Quarzen und handgeführten Stücken führt dass zwangsläufig zu raschen Unwuchten im Blatt.

Glückauf!
Frank

Offline Harzsammler

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Re: Diamantsägeblatt nur außen mit Diamanten belegt?
« Antwort #9 am: 22 Jan 17, 20:09 »
Hallo Frank,

danke für den interessanten Link!

Und keine Angst, ich nutze keine Fliesenschneidmaschine.
Es ist ein robustes Gerät, das aktuell mit 900U/min läuft und direkt in den Schneidspalt gekühlt wird.

Grüße,
Michael

Offline Andreas Schmid

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Re: Diamantsägeblatt nur außen mit Diamanten belegt?
« Antwort #10 am: 23 Jan 17, 13:00 »
Hallo Michael

auf Grund eines Fotos eine Scheibe zu beurteilen funkt bei metallgebundenen einfach nicht. Vor allem die Diamantqualität ist ja nur im Betrieb zu erkennen.
Am ehesten würde ich unabhängigen Tests glauben schenken. Die findest du sicher im Web. Da wir Mitbewerberscheiben immer selber getestet haben kann ich dir leider keine Seite empfehlen.  Bezüglich der Parameter empfehle ich die Herstellerangaben zu beachten. Die beruhen auf großen Erfahrungswerten. In diesem Zusammenhang möchte ich klarstellen, dass Umfanggeschwindigkeit und Vortrieb in einem sinnvollen Verhältnis stehen müssen. Allein die Umfanggeschwindigkeit zu beurteilen ist so als würde man die Geschwindigkeit eines KFZ auf Grund der PS Zahl beurteilen zu wollen. Merke: KFZ ist auch LKW und Traktor. Und auch ein Geländewagen ist schwerlich mit einem Sportwagen vergleichbar.
Sorry dass ich dir nicht mehr helfen konnte. Aber als jemand der einmal vom Fach war und Schleifen und Schneiden in wissenschaftlichen Dimensionen betrachten musste kann ich dir nur sagen ES GIBT KEINE STANDARDANTWORT. Und Hüftschüsse sind eben absolut nicht hilfreich.

LG
Andreas

 

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