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Kalkstein aus Geschiebe
Angler:
Hallo liebe Gemeinde,
wende mich heute mit zwei Fragen an Euch:
1.Wie erklärt sich der „satte dunkelbraune Farbton“ des Kalksteins?
2.Wie erklärt sich, dass bei Schnitten (m. Diamantscheibe) und dem Anschleifen mit Sandpapier (120er), die Schliffe sich anschließend hellgrau verfärben?
Zum Gegenstand: Kalkstein (kleine Bruchstücke werden von 25%iger Essigsäure problemlos aufgelöst), Abmessungen etwa 15 x 10 x 22mm (BxTxH), Gewicht 4g, Dichte rund 1,6 g/qcm, Farbe: nach einfacher Säuberung im Fundzustand allseitig ein helles „schmutziges“ Gelb, bis auf die Rückseite, an der schwärzliche Stellen deutlich sichtbar waren (siehe 1.Foto, schoko-7), an der Bruchstelle (nach Hammerschlag) und außerhalb der angewitterten Randzone eine satte schokoladenbraune Farbe (siehe Foto2, schoko-5). Fundort ist eine Kiesgrube nahe Berlin.
Dann habe ich den Stein hinter der Bruchstelle mit einem Dremel durchgeschnitten, um eine ebene Fläche für einen Scan zu erhalten. Bereits nach dem Diamantschnitt war diese plötzlich hellgrau („typisches“ Kalkgrau). Anschließendes Schleifen der Schnittfläche mit Sandpapier (auch nass) änderte die Farbe nicht mehr (siehe Foto3, schoko-3). Nur die mechanisch unbelasteten Bruchstellen des Steins zeigen noch immer die schöne dunkelbraune Farbe (siehe Foto4, schoko).
Ich habe schon einige Tage gesucht, aber leider keine wirkliche Erklärung hierfür gefunden. Nun hoffe ich, dass Ihr mir wieder einmal helfen könnt. ???
Viele Grüße
Michael
P.S.: Habe versucht, die Bilder so klein wie möglich zu bekommen, dabei hat leider die Schärfe etwas gelitten. Hoffe, Ihr könnt trotzdem noch genug erkennen.
Angler:
hier noch das vierte Bild!
oliverOliver:
die dunkle Farbe ist nicht vom Kalkstein selbst, sondern da haben sich in Rissen (entlang denen der Stein dann zerbrach) Mn- und/oder Fe-Oxide angelagert.
Angler:
Hallo Oliver,
ist es denkbar, dass diese Metalloxide durch Wärmezufuhr (Trockenschnitt mit Diamantscheibe) und/oder Zufuhr von Silikaten (Sandpapier) wieder vom Kalk trennen?
MfG
Michael
oliverOliver:
nein, daran liegts nicht -
du schreibst ja, dass du den Stein hinter der Bruchstelle geschnitten hast -
dort ist eben homogener Kalkstein ohne Oxide. Diese bilden ja nur einen ganz dünnen Überzug/Belag, und das auch nur dort, wo entlang haarfeiner (und oft von außen garnicht sichtbarer) Risse Wasser eindringen konnte, in welchem die entsprechenden Stoffe enthalten waren.
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