... Alpha- und je nach Isotop auch Betastrahler .
Beide Strahlungsarten sind durch kurze Entfernungen und auf jeden Fall durch Glas abschirmbar.
Das gasförmige Radon hälst Du fern,indem Du das Glas abdichtest.
Alles andere ist zum größtenteil die schon oft zitierte,meist auf Unkenntnis basierende Hysterie.
Ein gasdichtes Behältnis würde Inkorporation des Radon verhindern. Soweit richtig.
Strahlenschutz durch eine Glaswand reicht nicht.
Bin kein unwissender Hysteriker - solche Bemerkungen regen mich auf -, sondern arbeite mit offenen Isotopen.
Habe meine strahlenden Mineralien genau so gelagert, wie Isotope im Labor: Plexiglasbehälter 10mm Wandstärke.
Messe aber trotzdem z.B. bei größeren Stufen von Betafit oder Uranocircit in 20-30 cm nur unwesentlich weniger als ohne Abschirmung.
Wie kommt das, wo man doch so oft lesen kann, daß α- und β-Strahlung durch Papier und Plexiglas abgehalten werden kann?
Pauschale Angaben, daß z.B. ein β-Strahler in Luft nur eine Reichweite von wenigen Zentimetern hat, sind unzutreffend.
So hat z.B. die β-Strahlung des gereinigten Isotops 32P (Energie max.: 1,71 MeV) in Luft eine Reichweite von etwa 7 Metern,
wogegen die β-Strahlung von Isotop 33P (Energie max.: 0,249 MeV) in Luft nur 50 cm hat. (Wird deswegen zum Markieren bevorzugt.)
Also spielt die Energiemenge eine Rolle.
Nun ist Pechblende kein gereinigtes Isotop mit bekannten Eckdaten, sondern ein Gemisch einer natürlichen Zerfallsreihe unbekannter Zusammensetzung,
in denen alle Strahlungsarten in unbekannter Verteilung vertreten sind. Ohne diffenzierte Messung der 3 Strahlungsarten
ist eine Aussage zur richtigen Abschirmung pauschal nach meiner Meinung nicht möglich.
Pechblende dieser Größe käme jedenfalls nie in meine Wohnzimmervitrinen...
Ist halt eine schwache Dauerberieselung und im Gegensatz zu Medikamenten gibt es für alle Arten von Strahlung keine unteren Grenzwerte.
Dazu eine Beobachtung aus dem Naturkundemuseum Berlin: Im Mineraliensaal steht in der einen Ecke eine große Vitrine mit strahlenden Museumsstufen,
diagonal in der anderen Ecke - etwa 20 m entfernt - steht der Sitzplatz für die Museumswärter.
Auf mein Nachfragen wurde mir bestätigt, daß das Absicht sei, um Dauerbestrahlung für das Personal zu minimieren.
Schließlich säßen diese dort jeden Tag.
So, wie wir im Wohnzimmer.
Mein Kommentar ist länger geworden, als beabsichtigt.
Im Forum sollten aber durchaus verschiedene Meinungen zu einem Thema vertreten sein.
Gruß
Norbert