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Autor Thema: Pechblende in der Sammlung  (Gelesen 21419 mal)

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Offline Walpurgin

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Pechblende in der Sammlung
« am: 31 Jan 17, 12:47 »
Hallo Gemeinde,
Ich habe eine große Pechblendestufe in meine Sammlung bekommen und möchte diese nun in meine Vitrine verfrachten.
Nun möchte ich aber das gute Stück nicht unbedingt als Radon und Strahlungsquelle frei rumliegen lassen sondern irgendwie geschützt präsentieren.
Meine Idee war es das Teil kurzfristig in ein Glasbehälter zu packen und diesen dann in der Vitrine auszustellen.
Hat schon jemand Erfahrung damit machen können ?
« Letzte Änderung: 12 Feb 17, 20:07 von slugslayer »

Offline seisteff

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Re: Pechblende in der Sammlung,
« Antwort #1 am: 31 Jan 17, 14:32 »
Glück auf

Ich würde mal sagen das kommt drauf an wo deine Vitrine steht, im Keller oder im Wohnzimmer und wie groß die Pechblende ist. Also im Wohnraum würde ich keine Pechblende präsentieren, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Strahlen tut’s auch durch deine Glasabdeckung.

Grüße seisteff

Offline Walpurgin

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Re: Pechblende in der Sammlung,
« Antwort #2 am: 31 Jan 17, 14:42 »
Der Klotz ist gute 10 x 8 cm groß und soll natürlich im Mineralienzimmer (Vitrine) ausgestellt werden.

Offline seisteff

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Re: Pechblende in der Sammlung,
« Antwort #3 am: 31 Jan 17, 14:49 »
Bei 10x8cm Pechblende Vitrine in den Garten und mit Fernglas betrachten! :) :) :)

Offline etalon

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Re: Pechblende in der Sammlung,
« Antwort #4 am: 31 Jan 17, 14:50 »
Hallo Michael,

steck das Ding in eine dichte Präsentationsbox aus Acryglas mit ein paar mm Wandstärke und klebe sie mit Tape zu. Dann hast Du schon mal keine Probleme mehr mit Partikelstrahlung und Radon. Wenn Du das Ding dann nicht an vorderster Front in die Vitrine stellst, sondern eher nach hinten, sollte auch die Gamma-ODL in 50cm Abstand (z.B. an der Vitrinentür) keinen nennenswerten Beitrag zu Deiner Jahresdosis liefern. Du hältst Dich ja nicht >1000 Std/Jahr direkt vor der Vitrine auf...
Eine Möglichkeit, aussagekräftig eine Gamma-ODL zu messen sollte man aber schon haben, wenn man solche Stufen präsentiert...

Grüße Markus
« Letzte Änderung: 31 Jan 17, 15:15 von etalon »

Offline schnurps

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Re: Pechblende in der Sammlung,
« Antwort #5 am: 31 Jan 17, 14:53 »
Hallo Michael,
da ich mich berufsbedingt oft mit diesem ganzen Thema auseinandersetzen muss,kann ich Dir sagen,dass Du Dir da keine Gedanken machen musst.Pechblende ist zum allergrössten Teil ein Alpha-Strahler je nach Mineralzusammensetzung.Das daraus entstehende Isotop ist Radon,welches wiederum Alpha- und je nach Isotop auch.Betastrahler ist.
Beide Strahlungsarten sind durch kurze Entfernungen und auf jeden Fall durch Glas abschirmbar.
Das gasförmige Radon hälst Du fern,indem Du das Glas abdichtest.
Alles andere ist zum größtenteil die schon oft zitierte,meist auf Unkenntnis basierende Hysterie.
MfG Tonik

Offline Walpurgin

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Re: Pechblende in der Sammlung,
« Antwort #6 am: 31 Jan 17, 15:15 »
Danke für die Meinungen,
So ungefähr hatte ich mir das vorgestellt.
Glashaube auf Holzsockel und die Glasränder mit Acryl verklebt.
Ich halte euch über meine Bastelarbeit auf dem laufenden .

Offline Embarak

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Re: Pechblende in der Sammlung,
« Antwort #7 am: 31 Jan 17, 17:15 »
Zitat
... Alpha- und je nach Isotop auch Betastrahler .
Beide Strahlungsarten sind durch kurze Entfernungen und auf jeden Fall durch Glas abschirmbar.
Das gasförmige Radon hälst Du fern,indem Du das Glas abdichtest.
Alles andere ist zum größtenteil die schon oft zitierte,meist auf Unkenntnis basierende Hysterie.

Ein gasdichtes Behältnis würde Inkorporation des Radon verhindern. Soweit richtig.
Strahlenschutz durch eine Glaswand reicht nicht.
Bin kein unwissender Hysteriker - solche Bemerkungen regen mich auf -, sondern arbeite mit offenen Isotopen.
Habe meine strahlenden Mineralien genau so gelagert, wie Isotope im Labor: Plexiglasbehälter 10mm Wandstärke.
Messe aber trotzdem z.B. bei größeren Stufen von Betafit oder Uranocircit in 20-30 cm nur unwesentlich weniger als ohne Abschirmung.
Wie kommt das, wo man doch so oft lesen kann, daß α- und β-Strahlung durch Papier und  Plexiglas abgehalten werden kann?

Pauschale Angaben, daß z.B. ein β-Strahler in Luft nur eine Reichweite von wenigen Zentimetern hat, sind unzutreffend.
So hat z.B. die β-Strahlung des gereinigten Isotops 32P (Energie max.: 1,71 MeV) in Luft eine Reichweite von etwa 7 Metern,
wogegen die β-Strahlung von Isotop 33P (Energie max.: 0,249 MeV) in Luft nur 50 cm hat. (Wird deswegen zum Markieren bevorzugt.)
Also spielt die Energiemenge eine Rolle.

Nun ist Pechblende kein gereinigtes Isotop mit bekannten Eckdaten, sondern ein Gemisch einer natürlichen Zerfallsreihe unbekannter Zusammensetzung,
in denen alle Strahlungsarten in unbekannter Verteilung vertreten sind. Ohne diffenzierte Messung der 3 Strahlungsarten
ist eine Aussage zur richtigen Abschirmung pauschal nach meiner Meinung nicht möglich.

Pechblende dieser Größe käme jedenfalls nie in meine Wohnzimmervitrinen...
Ist halt eine schwache Dauerberieselung und im Gegensatz zu Medikamenten gibt es für alle Arten von Strahlung keine unteren Grenzwerte.

Dazu eine Beobachtung aus dem Naturkundemuseum Berlin: Im Mineraliensaal steht in der einen Ecke eine große Vitrine mit strahlenden Museumsstufen,
diagonal in der anderen Ecke - etwa 20 m entfernt - steht der Sitzplatz für die Museumswärter.
Auf mein Nachfragen wurde mir bestätigt, daß das Absicht sei, um Dauerbestrahlung für das Personal zu minimieren.
Schließlich säßen diese dort jeden Tag.
So, wie wir im Wohnzimmer.

Mein Kommentar ist länger geworden, als beabsichtigt.
Im Forum sollten aber durchaus verschiedene Meinungen zu einem Thema vertreten sein.

Gruß
Norbert

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Pechblende in der Sammlung,
« Antwort #8 am: 31 Jan 17, 17:41 »
Als Strahlenschutzbeauftragter würde ich empfehlen, auf jeden Fall in verschiedenen Abständen mal mit einem (idealerweise geeichten) Dosisleistungsmessgerät zu messen und mit dem Background-Wert zu vergleichen.
Was steht hinter der Vitrine? Außenwand oder ein anderes, bewohntes Zimmer?

Offline schnurps

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Re: Pechblende in der Sammlung,
« Antwort #9 am: 31 Jan 17, 20:13 »
Hallo,nun kann man das Thema bis ins unendliche treiben.Dies wurde in der Vergangenheit ja oft genug getan.Das ich hier polarisiert habe ,war mir von Anfang an klar.
Michael,natürlich kannst Du die Strahlung mit einem Dosisleistungsmesser in Deinem Aufenthalts-Bereich messen.
Da bist Du auf der sicheren Seite.
Die tatsächlich gemessenen Werte können wir gern mal am Telefon besprechen.
Tatsache ist aber,dass es immer auf die jeweilige Zusammensetzung und den Reinheitsgrad ankommt.Eine derart hochdosierte Energie im Betabereich,dass diese trotz Schirmung noch in einigen Metern Entfernung messbar ist, habe ich bei einem Stück Pechblende noch nie erlebt.Natürlich gibt es solche hochenergetischen Betastrahler,aber eben meist als Reinistotope im Laborbereich.
Es wird dazu immer unterschiedliche Meinungen geben.
Für mich als  Zugführer einer Berufsfeuerwehr in einer Umweltwache ist das Thema jedenfalls erledigt.
MfG Tonik

Offline etalon

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Re: Pechblende in der Sammlung,
« Antwort #10 am: 31 Jan 17, 20:37 »
Hallo zusammen,

Zitat
Habe meine strahlenden Mineralien genau so gelagert, wie Isotope im Labor: Plexiglasbehälter 10mm Wandstärke.
Messe aber trotzdem z.B. bei größeren Stufen von Betafit oder Uranocircit in 20-30 cm nur unwesentlich weniger als ohne Abschirmung.

Das wäre dann der experimentelle Nachweis, dass die natürlichen Zerfallsreihen keine nennenswerten Aktivitäten solch hochenergetischer ß-Strahler haben, dass daraus eine Gefährdung hinter einer Abschirmung aus Acrylglas entsteht...  ;)

Wir können es aber auch gerne mal durchrechnen... Es wird glaube ich nirgends so gegensätzliche Meinungen geben, als bei diesem Thema.

Wenn Michael Angst vor radioaktiver Strahlung hätte, dann dürfte er sich solche Stufen nicht in seiner Sammlung halten. Das macht mir aber nicht den Eindruck... Respekt ja, aber keine Angst. Alles wichtige ist eigentlich gesagt. Jetzt ist Michael am Zug...

Grüße von einem, der bei Mc Donalds den Müll sortiert...  ;D

Markus

P.S.: Es wäre noch wünschenswert, dass die Vitrine oder die Abschirmbox der Stufe eindeutig mit einschlägigen Warnsymbolen gekennzeichnet wird. So kann jeder Besucher für sich selbst entscheiden, ob er sich bei einer Besichtigung einem etwas höheren Strahlenfeld aussetzen will oder eben nicht...

Offline seisteff

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Re: Pechblende in der Sammlung,
« Antwort #11 am: 01 Feb 17, 01:09 »
"Eine derart hochdosierte Energie im Betabereich,dass diese trotz Schirmung noch in einigen Metern Entfernung messbar ist, habe ich bei einem Stück Pechblende noch nie erlebt."

Meine Erfahrung:
Wenn ich Pechblende konzentriere auf 10x10x10cm, kann ich die auf Minimum 2,5 Meter messen. Welche Art von Strahlung da ankommt weiß ich nicht, aber da kommt was. Alles andere ist keine Pechblende.
Das ist meine Erfahrung.

Grüße seisteff

Offline Walpurgin

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Re: Pechblende in der Sammlung,
« Antwort #12 am: 01 Feb 17, 09:38 »
Danke erst mal an alle für ihre Meinungen.
@Uwe Kolitsch
Zitat
Was steht hinter der Vitrine? Außenwand oder ein anderes, bewohntes Zimmer?
Das kann ich mir eigentlich aussuchen.....Küche, Aussenwand, Flur.
Gedacht war das Stück in meine Vitrinenwand (Küchenwand) auszustellen.

@etalonWenn
Zitat
Michael Angst vor radioaktiver Strahlung hätte, dann dürfte er sich solche Stufen nicht in seiner Sammlung halten. Das macht mir aber nicht den Eindruck... Respekt ja, aber keine Angst. Alles wichtige ist eigentlich gesagt. Jetzt ist Michael am Zug...
Angst habe ich eigentlich nicht. Bei dem Stück spielt eher der Herkunftsort eine Rolle das ich das Teil mir gerne in die Sammlung stellen würde.
Es dürfte eine der wenigen Pechblendestufen aus Annaberg/Erzgebirge sein.


Offline etalon

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Re: Pechblende in der Sammlung,
« Antwort #13 am: 01 Feb 17, 10:42 »
Hallo Michael,

also wenn ich mir das Bild so ansehe, dann ist das ja kein massiver Pechblendebrocken. Ich denke, da musst du Dir keine Sorgen machen, wenn Du das bisher Geschriebene beherzigst. So lange auf der anderen Seite der Wand sich niemand dauerhaft aufhält, sollte das eigentlich kein Problem sein. Sollten trotzdem Bedenken bestehen, kann ich Dir zur rückseitigen Abschirmung noch ne Tonne Blei anbieten... ;) ;)

Grüße Markus

Offline Walpurgin

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Re: Pechblende in der Sammlung,
« Antwort #14 am: 01 Feb 17, 11:03 »
Gruß Markus,
Nein ist kein Massives U Erz sondern eher ein 1cm dicker Belag auf Gneis.....ich hätte mich auch gleich etwas genauer ausdrücken können  ::)

 

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