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Autor Thema: Kammquarz  (Gelesen 10136 mal)

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Offline seisteff

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Re: Kammquarz
« Antwort #15 am: 15 Feb 17, 20:07 »
Glück auf

Ist das ein Kammquarz?

Danke seisteff

Offline Florian

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Re: Kammquarz
« Antwort #16 am: 16 Feb 17, 11:05 »
Hallo,

also ist jeder Quarzkristall"rasen" welchen man quer sieht ein "Kammquarz" - oder anders gesagt jede kurz prismatische Kristallgruppe - quer geschnitten / gebrochen auch? 
Oder nur wenn es als Salband in einem Erzgang vorkommt?

Gruß
Florian  :P

Offline Brodi69

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Re: Kammquarz
« Antwort #17 am: 16 Feb 17, 13:23 »

Ich verfolge diesen Treat nun schon die ganze Zeit und habe immer noch keine klare Antwort, was der Begriff "Kammquarz" bedeutet.

Hier im Atlas, steht er für "alternativer Name für Quarz" oder habe ich das falsch verstanden?
==>> https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Kammquarz
Das hiesse, dass jeder amorphe Quarz "Kammquarz" genannt werden könnte?

Handelt es sich überhaupt um einen (heute noch) gebräuchlichen Namen? Hat er evtl. eine historische Herkunft?

Nun, gerne lese ich hier eine nachvollziehbare logische Erklärung für den Begriff "Kammquarz"

Grüessli
Christian

Offline Sebastian

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Re: Kammquarz
« Antwort #18 am: 16 Feb 17, 13:46 »
Hallo,
ich weiß nicht was hier diskutiert wird.
Also um das ganze zusammenzufassen (danke an Jörg für die Ergänzungen):
Hier geht es um die historische Bergmannsbezeichnung Kammquarz. Vor allem im Erzgebirge und Vogtland gebräuchlichen (also eventuell nur lokal in der Literatur beschrieben).
Hier wird eine Ausbildungsform des Quarzes beschrieben. Also rein optisch.
Es handelt sich um hydrothermale Bildungen, die aus parallelen gewachsenen kurzprismatischen Quarzen entstehen. Wenn sie angebrochen sind (parallel zur c-Achse) dann wirken sie wie ein "Kamm". 
Was soll man bei einer Definition denn noch Zusammenfassen? Noch klarer geht es doch nicht.
Im Atlas ist es falsch. Es ist kein Synonym für Quarz, sondern eine spezielle Ausbildungsform.
Solche Namen halten sich hartnäckig, da die Literatur es halt so beschreibt und es immer wieder übernommen wird.
(Ebenso wie die veralteten Begriffe kb und eb-Formation, wird man nie aus den Köpfen bekommen, schon gar nicht aus Sammlerköpfen)
Gruß Sebastian

Offline Florian

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Re: Kammquarz
« Antwort #19 am: 16 Feb 17, 14:11 »
Hallo Sebastian,

ok wenn das nur eine historische Bezeichnung ist ok.  Somit keine wirkliches Synonym sondern wie du schreibst eine lokale Bergmannsbezeichnung.

Danke fürs klar stellen.

Gruß

Florian

Offline Schluchti

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Re: Kammquarz
« Antwort #20 am: 16 Feb 17, 22:23 »
Ich denke der Begriff dient vor allem zur charakterisierenden Beschreibung der entsprechenden Mineralabfolge der Erzgänge der kku-Formation, weniger als isolierter Bezeichnung für eine "besondere" Ausbildungsform des Quarzes.

Ist halt im "Seitenprofil" ein feinfaseriger Quarz, der recht dünne und definierte Bänder bildet und dadurch kammartig wirkt. Siehe Detailfoto unten.

Von "oben" ist es ein einfacher feiner Quarkristallrasen. Siehe hier ein Bild der selben Stufe von "oben":

Deutschland/Sachsen/Erzgebirgskreis/Aue-Bad Schlema, Große Kreisstadt/Lagerstätte Schlema-Alberoda/Schacht 38
Kammquarz


Hier noch ein weiteres Zitat:

"Die Quarz-Calcit-Pechblende-Gänge (kku-Formation) wurden im gleichnamigen Stadium der Uranvererzung gebildet und stellen die primären Uranerzgänge der Lagerstätte dar. [...] Die Quarz-Calcit-Pechblende-Gänge weisen meist symmetrisch-zonalen Aufbau mit aufeinander folgender Ablagerung der Mineralaggregate von den Salbändern zum Zentrum auf. An den Salbändern ist gewöhnlich Quarz zu finden, der zwei Varietäten bildet. Die ältere ist nicht überall anzutreffen und besteht aus dünnen Lagen kryptokristallinen Hornsteins mit Einschlüssen kleinster Adularkristalle. Die zweite, jüngere Varietät ist stets in Form krustenförmiger Kammquarz-Aggregate mit etwa 1 cm Mächtigkeit ausgebildet.
Diese sitzen direkt dem Nebengestein bzw. dem Hornstein auf. Man findet sie auch als Bruchstücke in den Karbonaten jüngerer Gangformationen. Die weißen oder farblosen Kammquarz-Aggregate zeigen in der Nähe von Pechblende Übergänge zu kupferroten
oder braunen Farbtönen. Lokal liegt Amethyst vor. Häufige Begleiter sind Hämatit und Lepidokrokit; selten sind Chlorit und Hydrobiotit anzutreffen. Speziell auf den oberen Sohlen findet sich in den kku-Gängen verbreitet Fluorit, der hellgrüne Oktaeder in Salbandnähe
bildet oder in Form violetter, zonar gebauter Hexaeder auf Kammquarz aufsitzt. Der würfelige Fluorit ist mit Spuren von Löllingit, Chalkopyrit und Pyrit assoziiert. Die Hauptausfüllung der kku-Gänge erfolgt durch spätigen bis grobkörnigen Calcit.[...]"
Hiller, A.; Schuppan, W., Geologie und Uranbergbau im Revier Schlema-Alberoda, 2008, S. 47
https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/12174
« Letzte Änderung: 16 Feb 17, 22:53 von Schluchti »

Offline Sebastian

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Re: Kammquarz
« Antwort #21 am: 16 Feb 17, 23:00 »
Gutes Beispiel, danke!
Gruß Sebastian

Offline Brodi69

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Re: Kammquarz
« Antwort #22 am: 17 Feb 17, 07:49 »

Schön, nun ist es auch mir klar, Danke !

Grüessli
Christian

Offline stoanklopfer

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Re: Kammquarz
« Antwort #23 am: 18 Feb 17, 07:20 »
Vielen Dank Sebastian, für die einfache, aber klare Zusammenfassung.

Aber (nur damit ich auch meinen Senf dazugebe, und dann ist Schluss):

.....
... kein Synonym für Quarz, sondern eine spezielle Ausbildungsform.
.....

M.E. ist das keine "spezielle Ausbildungsform", sondern eine ganz normale, aus prismatischen Quarzen im Querbruch bestehende, und somit überall verbreitete Erscheinungsform.

stoanklopfer

Offline Sebastian

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Re: Kammquarz
« Antwort #24 am: 18 Feb 17, 08:46 »
Gut kann man so stehen lassen  ;D
Beste Grüße Sebastian