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Autor Thema: Durch Menschen beinflusste Mineralienbildungen  (Gelesen 2231 mal)

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Offline michaelh

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Offline anatasi

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Re: Durch Menschen beinflusste Mineralienbildungen
« Antwort #1 am: 04 Mar 17, 14:14 »
Danke für diesen Artikel!
Wäre es mit diesen Erkenntnissen nicht an der Zeit, über die Zulassung der "Schlackenmineralien" neu nachzudenken, die ja an sich auch nicht anders einzuordnen sind als die vielen anderen anthropogenen Mineralien. Die strenge Trennung macht da keinen Sinn mehr.
Wer könnte da auf die IMA Einfluß nehmen?
Eure Meinung würde mich interessieren.
Glück Auf
anatasi

Offline Kupperdroll

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Re: Durch Menschen beinflusste Mineralienbildungen
« Antwort #2 am: 04 Mar 17, 15:47 »
Hallo,

Ebenfalls Danke für den Artikel!

Zitat
Wäre es mit diesen Erkenntnissen nicht an der Zeit, über die Zulassung der "Schlackenmineralien" neu nachzudenken, die ja an sich auch nicht anders einzuordnen sind als die vielen anderen anthropogenen Mineralien. Die strenge Trennung macht da keinen Sinn mehr.

Das sehe ich auch so!Ich werde diese Trennung,solange sie bestehen sollte,ehe nie verstehen.

Wo bitte ist denn der Unterschied z.B bei den Sekundärmineralien in natürlichen Hohlräumen und denen in alten Bergwerken?Und das dann wieder zu den sekundären Mineralien in den Schlackenhalden?Oder die Primärschlacken,z.B. Pyroxene?Pyroxene entstehen,wenn Magma beim Aufstieg Gestein aufschmilzt und dann als "Vulkanschlacke" zusammen erstarrt.Gestein,was in Schmelzöfen aufgeschmolzen wird und erstarrt,bildet auch Schlacke,z.B. Pyroxene.

Und egal wer am "Kochtopf" der Natur steht,Mensch oder Mutter Natur,die Gesetze zur Bildung aller Mineralien sind ja vorgegeben.Und das ist letztendlich auch die Grundlage für alle gezüchteten Minerale,welche man in vielen Museen bestaunen kann,aber eigentlich da auch nicht hingehörten. ;)

Ich bin mir aber sicher:Wenn auch in dieser Institution neue Köpfe Einzug halten,wird sich da auch was ändern.

Allen ein schönes WE!!

MfG


PS: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/geologie-menschheit-liess-200-mineralien-neu-entstehen-a-1136880.html

Offline stoanklopfer

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Re: Durch Menschen beinflusste Mineralienbildungen
« Antwort #3 am: 04 Mar 17, 18:17 »
"... Auch in den österreichischen Alpen entdeckten sie neuartige Verbindungen: Fayalit und Forsterit, zwei Siliziumoxide, wurden in einer bronzezeitlichen Kultstätte in Goldbichl, Innsbruck, nachgewiesen. ..."

Diese Aussage klingt ja gerade so, als ob Forsterit und Fayalit erstmalig dort nachgewiesen wurden (somit wäre der Goldbichl "Typuslokalität"), was natürlich ausgemachter Blödsinn ist.

Da ist die Rede von Yttrium-Kristallen in Wavern und Chips als "Neo-Minerale", die natürlich nicht als Minerale gelten (der Definitions-Unterschied Kristalle - Minerale ist dem ORF-Redakteur scheinbar nicht bekannt). Etc.....

@anatasi: Welche Erkenntnisse? Ich seh nix Neues unter der Sonne. Aber deine Frage als Denkanstoß ist immer diskutierenswert.

Zum Thema Schlackenminerale (u.a. "anthropogene" Minerale): Man könnte eine Unterscheidung zwischen "vom Menschen gezüchteten" und "auf zwar von Menschen gemachten Strukturen (Tunnels etc.), aber auf natürliche Weise (ohne Eingriff von Menschen) entstandenen Mineralen" treffen, wenn man schon will. Z.B.: Sobald eine Verbindung nur durch unmittelbaren und absichtlichen Eingriff des Menschen entstanden ist (z.B. im Labor gezüchtet, oder bei der Zementproduktion , wo ja die Entstehung bestimmter Verbindungen durch den Menschen bewusst provoziert wird), kann man sie von den Mineralen ausschließen. Schlackenminerale oder sekundäre Minerale in Minen und Tunnels z.B. könnte man als Minerale betrachten. Der Knackpunkt wären die Begriffe "unmittelbar" und v.a. "absichtlich".

Aber diese Diskussion ist hier ja schon mehrfach geführt worden. Und ich sehe immer noch nur die zwei extremen Lager in dieser Diskussion...

Offline Frank de Wit

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Re: Durch Menschen beinflusste Mineralienbildungen
« Antwort #4 am: 04 Mar 17, 18:28 »
Das originale Artikel in American Mineralogist habe ich mit viel Interesse gelesen, und davon gelernt.
Wer das Artikel auch lesen möchtet, kann mir PM/emailen, dann antworte ich mit das Artikel
LGF

Offline oliverOliver

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Re: Durch Menschen beinflusste Mineralienbildungen
« Antwort #5 am: 04 Mar 17, 18:50 »
Die "Anthropozän"-Diskussion ist ja nicht neu -
und dass es dieses "Zeitalter" nicht als offizielle Benennung gibt, liegt eben daran, dass die gewichtigen (geologischen) Argumente gegen eine solche Benennung überwiegen.
Aber es wird halt immer wieder mal versucht - und wie bei anderen Themen auch, eben am besten mit "reißerisch" und übertrieben sensationell dargestellten Berichten in den Medien ....

Offline stoanklopfer

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Re: Durch Menschen beinflusste Mineralienbildungen
« Antwort #6 am: 04 Mar 17, 19:02 »
Die "Anthropozän"-Diskussion ist ja nicht neu -
und dass es dieses "Zeitalter" nicht als offizielle Benennung gibt, liegt eben daran, dass die gewichtigen (geologischen) Argumente gegen eine solche Benennung überwiegen.
Aber es wird halt immer wieder mal versucht - und wie bei anderen Themen auch, eben am besten mit "reißerisch" und übertrieben sensationell dargestellten Berichten in den Medien ....

So isses!

Offline cmd.powell

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Re: Durch Menschen beinflusste Mineralienbildungen
« Antwort #7 am: 05 Mar 17, 15:24 »
Zum Thema Schlackenminerale (u.a. "anthropogene" Minerale): Man könnte eine Unterscheidung zwischen "vom Menschen gezüchteten" und "auf zwar von Menschen gemachten Strukturen (Tunnels etc.), aber auf natürliche Weise (ohne Eingriff von Menschen) entstandenen Mineralen" treffen, wenn man schon will. Z.B.: Sobald eine Verbindung nur durch unmittelbaren und absichtlichen Eingriff des Menschen entstanden ist (z.B. im Labor gezüchtet, oder bei der Zementproduktion , wo ja die Entstehung bestimmter Verbindungen durch den Menschen bewusst provoziert wird), kann man sie von den Mineralen ausschließen. Schlackenminerale oder sekundäre Minerale in Minen und Tunnels z.B. könnte man als Minerale betrachten. Der Knackpunkt wären die Begriffe "unmittelbar" und v.a. "absichtlich".

Dieser Meinung/Definition würde ich mich vorbehaltslos anschließen. Ich wundere mich ebenfalls schon länger über den Ausschluss von Schlackenmineralen, auf der anderen Seite werden aber Minerale anerkannt, deren "natürliche" Bildung ich jedoch anzweifele: So wurde vor ein paar Jahren ein wasserlösliches Mineral beschrieben und von der IMA anerkannt, welches sich auf einer Kobalterzstufe in einem Museum gebildet hatte (ich habe leider nicht mehr im Kopf, welche Mineral das war, aber der Artikel dazu stand in einem Aufschlussheft). Beim Lesen kam mir sofort der Gedanke: "Wie wollen die den jetzt ausschließen, das sich das Mineral nicht nur deshalb gebildet hat, weil eine Putzfrau ihren feuchten Lappen zum Trocknen über die Stufe gelegt hat?" (Nur wegen dieser Fragestellung ist mir das Thema überhaupt im Gedächtnis geblieben). Sicherlich gibt es noch zahlreiche ähnlich Fälle, aber so ganz 100% ernst kann ich die Entscheidungen der IMA - leider - schon lange nicht mehr nehmen.

Offline loismin

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Re: Durch Menschen beinflusste Mineralienbildungen
« Antwort #8 am: 05 Mar 17, 21:16 »
Hallo.

Nur mein ganz unbedeutende Meinung dazu .
Von mir aus kann das natürlich bei der IMA auch geändert werden, obwohl ich kein Schlackenfreund bin.
Aber es müßte einfach beim Verkauf und Tausch usw einfach ganz sicher getrennt bezeichnet sein , beziehungsweise deutlich
als Schlackenbildung angeschrieben sein.

Loismin