Wissenschaftliche Neuigkeiten!
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1. Metallmeteorit auf dem Mars gefunden
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Der Marsrover “Opportunity” hat möglicherweise einen
Eisenmeteoriten auf dem Mars gefunden. Wissenschaftler
der NASA glauben, dass der Meteorit aus dem Kern eines
großen Asteroiden stammt, der zerbrach als er auf den
Roten Planeten aufschlug. Opportunity entdeckte den
merkwürdigen aussehenden Stein am 10. Januar 2005,
dem 345sten Tag das Rovers auf dem Mars. Infrarot
Untersuchungen des Gesteins lassen vermuten, dass
es aus Metall besteht.
Meteoriten sind Bruchstücke von Trümmer des Sonnensystems,
die geschafft haben, die Oberfläche eines Planeten zu
erreichen, ohne in dessen Athmosphäre zu verbrennen.
Die meisten stammen von auseinander gebrochenen Asteroiden.
Äußere Teile des Asteroiden produzieren für gewöhnlich
steinige Meteoriten, aber Eisen-Meteoriten, die auch
Spuren von Nickel und anderen Metallen enthalten,
kommen wohl aus den Kernen größerer Asteroiden. Meteoriten
sind bei Wissenschaftler hoch begehrt, da aus ihnen
Informationen zum Alter und Natur ihrer Ausgangsasteroiden
geschlossen werden kann. Dies hilft eine Vorstellung
des Aussehens des Sonnensystems zur Zeit der Entstehung
der Asteroiden zu gewinnen.
Opportunity wird verschiedene Instrumente benutzen,
um die exakte Zusammensetzung des Gesteins zu ermitteln.
Quelle: Nature 14 January 2005
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2. Vorsänger
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Die Neandertaler waren nach einer neuen Studie keine
affenähnlich, brüllenden Grobiane, sondern sensible
Wesen mit hoher Stimme, die sich vielleicht sogar Lieder
vorsangen.
Der englische Archäologieprofessor Stephen Mithen
leitet dies aus einer Untersuchung des Kehlkopfes
der altsteinzeitlichen Menschenart ab. Die Resultate
zeigen eine intelligente Kreatur mit einem komplexen
Gefühlsleben. Es ist möglich, dass die Neandertaler
mit einer Sprache und mit Gesang kommunizierten.
Seine Folgerungen aus einem Vergleich der Kehlköpfe
mit dem von modernen Menschen und Affen lauten: Die
Stimmen der Neandertaler waren laut, vom Klang her
eher weiblich. Die Neandertaler müssen demnach zur
Weitergabe von komplexen Ideen und sogar Spiritualität
fähig gewesen sein.
Quelle:
Sunday Times 30.1.05/ Frankfurter Rundschau 31.1.05
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3. Mit Erdwärme heizen:
Die CD-Rom "Geothermie" hilft bei der Planung.
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Noch ist das Heizen mit Erdwärme in Deutschland eine
Seltenheit. Nur rund 4 Prozent aller Neubauten nutzen
bisher die umweltfreundliche Wärmepumpentechnik. Unsere
Nachbarn sind da schon viel weiter. In der Schweiz
liegt der Anteil der mit Erdwärme beheizten Neubauten
bei rund 40 Prozent, in Schweden inzwischen sogar bei
über 50 Prozent. Und das hat zwei einfache Gründe:
Erdwärme lässt sich fast überall nutzen und sie steht
das ganze Jahr über als kostenlose Energiequelle zur
Verfügung.
Auch in Nordrhein-Westfalen lassen sich Ein- und
Mehrfamilienhäuser ohne großen technischen Aufwand
mit Erdwärme beheizen. Hier könnte die oberflächennahe
Energie auf mehr als 70 Prozent der Landesfläche
genutzt werden. Für Bauherren gibt es deshalb seit
einiger Zeit die CD-ROM "Geothermie" des Geologischen
Dienstes Nordrhein-Westfalen. Per Mausklick liefert
die CD-ROM über digitalisierte Landkarten, Informationen
zum Wärmepotential des Untergrundes. Das heißt, für
jedes Grundstück in NRW lässt sich prüfen, ob beim
Neubau eines Gebäudes eine
Wärmepumpenheizung mit Erdwärme als Energielieferant
wirtschaftlich ist. Die digitalen Karten zeigen die
geothermischen Verhältnisse bis in eine Tiefe von
100 Metern. Damit lassen sich für jeden Hausbesitzer
oder Bauherrn schnell die beiden wichtigsten Fragen
beantworten: Wie ergiebig ist die Erwärme unter meinem
Grundstück? Welche Länge muss die Erdwärmesonde haben,
um eine optimale Energieausbeute zu garantieren?
Außerdem gibt die CD einen kurzen Überblick über die
Funktionsweise einer Erdwärmeheizung. Eine erweiterte
Profiversion liefert detaillierte Zusatzinformationen
für Architekten und Ingenieure.
Wärmepumpentechnik
Das Kernstück jeder Erdwärmeheizung ist die Wärmepumpe.
In der Erdwärmesonde und ihrem geschlossen Rohrsystem
zirkuliert die so genannte Sole (Wasser mit Frostschutzmittel).
Auf dem Weg durchs Rohrsystem nimmt die Sole die
Temperatur des Erdreichs auf (8 bis 12 Grad). Die
Wärmepumpe entzieht dem System diese Wärme und bringt
sie auf die Betriebstemperatur der Heizung. Die liegt
bei 35 Grad
(Niedrigtemperaturheizung). In der Regel werden die
Anlagen mit einer Fußbodenheizung betrieben.
Die CD Rom "Geothermie" kann beim Geologischen Dienst
NRW unter der Telefonnummer 02151/ 897-212 oder
per Fax (02151/ 897-428) bestellt werden.
Links:
http://www.waermepumpen-marktplatz-nrw.deHier gibt eine Übersicht der Wärmepumpen Anbieter.
Alternativ kann man unter Telefon 0211/ 86642-18
die kostenlose Broschüre "Wärmepumpen-Marktplatz NRW"
bestellen.
http://www.energieland.nrw.deAllgemeine Informationen zum Thema Erdwärme gibt es
bei der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW
http://www.energietag-nrw.deEine Übersicht der alternativen Heizanlagen, die am
30. April (10.Tag der Erneuerbaren Energie) landesweit
besichtigt werden können.
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4. Wie kommen die Löcher in die ‚Hühnergötter’ rein?
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Von einem schönen Strandurlaub nehmen sich viele gerne
eine Erinnerung mit. Zum Beispiel Hühnergötter. Das
sind Steine mit einem oder mehreren Löchern, die man
sich zum Beispiel an eine Halskette binden kann.
Hühnergötter gelten als Glücksbringer. Viele Touristen
gehen deshalb bei ihrem Ostseeurlaub extra auf die
Suche nach diesen Steinen mit Loch, um ein schönes
Andenken mit nach Hause bringen zu können.
Über die Entstehung des Namens "Hühnergott" gibt es
verschiedene Geschichten. Eine besagt, dass Hühner
mehr Eier legen sollen, wenn man ihnen solche Hühnergötter
in den Stall legt. Eine glaubwürdigere Erklärung ist,
dass die Hühnergötter die Hühner im Stall beschützen
sollen. Und zwar so: Die Hühnergötter lassen sich
dank ihrer Löcher sehr gut auf eine Kette fädeln.
Wenn solche Ketten vor dem Stall hängen, klackern
sie, wenn der Wind durchfährt. Raubvögel oder Füchse
trauen sich dann aus Angst vor dem Geräusch nicht
in den Stall.
Die meisten Hühnergötter sind Feuersteine, die es
in verschiedenen Farben gibt, meist dunkel und
bläulich schimmernd, manchmal auch rot, grün oder
gelblich.
Über die genaue Entstehung der Feuersteine in der
Kreidezeit gibt es verschiedene Theorien. Sehr
vereinfacht dargestellt war es so: Feuersteine
bestehen aus Kieselsäure, die sehr viel fester
ist als Kreide. Vor ungefähr 80 Millionen Jahren
bildeten sich im weichen weißen Kreideschlamm
Zusammenklumpungen dieser Kieselsäure, aus der
denen die Feuersteine entstanden. Bei der
Zusammenklumpung blieben jedoch oft Partien übrig,
in denen der weiche Kreideschlamm erhalten blieb.
Oft bildeten sich die Feuersteine auch um Gänge von
grabenden Würmern oder Krebsen herum. Außerdem
entstanden auch Einschlüsse z.B. von fossilen
Schwämmen, Korallen oder Muscheln.
In der Eiszeit wurden die Feuersteine von den
Gletschern zu uns transportiert. Dabei wurden
die kalkigen und weicheren Einschlüsse oft
herausgerieben oder vom Wasser ausgespült, und
so entstanden die Löcher.
Seltener als Hühnergötter aus Feuerstein kommen
auch weiße Kreidesteine mit Loch vor. Sie sind
zur gleichen Zeit wie die Feuersteine entstanden.
Da sie sehr viel weicher sind, wurden die meisten
von ihnen schon beim Transport von den Gletschern
zerrieben.
An der Ostsee können Sammler Hühnergötter fast
überall finden. An der Nordsee sind sie sehr selten.
Das liegt daran, dass nur wenige Teile der Gletscher
bis auf das heutige Gebiet der Nordsee vorgedrungen
sind. An Kliffen von Sylt oder Amrum kann man aber
auch hier Feuersteine finden.
Gruß Peter