Mineralien / Minerals / Minerales > Fluoreszenz, Lumineszenz / Fluorescence, Luminescence
Fluoreszierender Uranophan???
Emil Box:
Bei längerem betrachten mit den Händen unter UV haben die einen eigenartigen Brandgeruch.
Daher benutze ich (gelegentlich) Latex-Einweghandschuhe oder Sonnencreme.
Gruß.
Milo
etalon:
Hallo Martin,
ja, die Lichtquellen kenne ich. Ich habe auch schon bei anderen Herstellern nach LEDs im Bereich von 260nm angefragt, aber bisher war da noch nichts lieferbar, bzw. viel zu teuer. Die Ausgangsleistungen beliefen sich in diesem Spektralbereich zwischen 10mW und 20mW, was natürlich für eine flächige Anregung recht wenig ist aber im Bereich von kleinen Hg-Niederdrucklampen liegt. Der Reiz läge allerdings in der tatsächlich diskreten Anregung gegenüber Hg-Lampen. Was viele ja nicht wissen ist, dass man mit den Hg-Lampen grundsätzlich immer über das gesamte Transmissionsspektrum des vorgeschalteten Filters anregt. Das heißt, dass auch die sog. KW-UV-Lampen nicht nur bei 254nm sondern auch bei 365nm und 405/408nm sowie allen anderen Hg-UV-Linien (und das sind noch ein paar) anregen, wobei die drei erstgenannten die dominierenden sind. Die Durchlässe der verwendeten Filtergläser, egal ob Schott UG5 oder Hoya U325C (wobei das Hoya das etwas bessere ist), transmittieren von ca. 230nm bis 420nm, was bedeutet, dass eine reine Anregung bei 254nm nicht möglich ist (entsprechend schmalbandige Bandpassfilter zur Linienisolation in diesem Spektralbereich gibt es meines Wissens nach nicht). Das wäre aber bei den entsprechenden LEDs gegeben, allerdings sind die abrufbaren Leistungen und der dafür zu entrichtende Preis noch in keinem Verhältnis. Aber das wird die Zeit mit fortschreitender Technik sicher noch regeln...
Eine 405nm LED/Laser besitze ich leider nicht. Mal sehen, vielleicht schaffe ich mir mal noch eine an...
Deine Warnung bezüglich Augen- und Hautschutz kann ich nur unterstreichen. Das ist kein Spielzeug, auch wenn es oft als solches verkauft wird (genauso wie Laserpointer ;)).
Grüße Markus
Lynx:
Hallo Markus,
da hast Du völlig Recht, die Hg-Lampen sind immer ein rechter Linienwald - da ist eine LED mit 285nm und Kollimationsoptik (aus Quarzglas) um Längen sauberer (und fokussiert auf 3mm Durchmesser auch deutlich heller) als eine Hg- Lampe. Für die Fluoreszenz-Mikroskopie super geeignet - jedenfalls war das für meine Arbeit bisher die beste Lösung...
Wegen Filterm: 257/12 BrightLine HC von Semrock oder ähnliche von Chroma können da schon was bieten...
Liebe Grüße,
Martin
etalon:
Hallo Martin,
für die Fluoreszenzmikroskopie hast Du völlig recht, aber für eine flächige Anregung in der Mineralogie ist das einfach zu wenig.
Das mit den Filtern ist interessant. Sind das Interferenzfilter? Allerdings wird das für die Mineralogie auch nichts, da die Filter herstellungsbedingt nur in kleinen Durchmessern vorliegen und (wie ich glaube) eher dazu gedacht sind, um bei den in der Fluoreszenzmikroskopie gebräuchlichen Kurzbogen-Hg-Lampen das durch Druckverbreiterung eher kontinuierliche Spektrum wieder in einigermaßen diskrete Anregungslinien zu verwandeln. Bei den in der Mineralogie gebräuchlichen Niederdruck-Hg-Lampen hat man schöne diskrete Linien, allerdings leider notwendiger weise große Flächen (und damit große benötigte Filter) für eine einiger maßen brauchbare Beleuchtungsstärke... Ich sehe da für eine wirklich diskrete Anregung keine Alternative zu den LEDs, allerdings muss sich das Preis/Leistungsverhältnis noch deutlich wenden, um es außerhalb der Fluoreszenzmikroskopie interessant zu machen.
Grüße Markus
Lynx:
Hallo Markus,
ok - für eine Flächenbeleuchtung sind die Filter nix. Du musst wohl doch noch ein bisschen auf eine billigere LED-Lösung warten. Da wird sich bestimmt in den nächsten Jahren einiges tun. In den letzten 7 Jahren haben die erreichbaren optischen Ausgangsleistungen der "Deep-UV" LEDs deutlich zugenommen (von rund 0.8mW auf 45 mW für einen Einzelchip) und die Preise pro mW sind deutlich (rund Faktor 10) gefallen. Treiber für die 280nm-LEDs ist die Wasseraufbereitung bzw. allgemein Desinfektion mit Licht.
Aber zurück zu dem Ausgangspunkt Deines threads. Ich denke, mit Angabe der Literatur sollten wir im Atlas die Mineralbeschreibungen anpassen. Mein Vorschlag:
Uranophan :"Lumineszenz bei Anregung im (insbesondere kurzwelligen) UV und im violetten Spektralbereich mit jeweils grüner Emission bekannt"
Lit:
J. P. deNeufville et al, "Selective detection of uranium by laser-induced fluorescence: a potential remote-sensing technique. 1: Optical characteristics of uranyl geologic targets" Applied Optics Vol. 20, Issue 8, pp. 1279-1296 (1981)
Wang, Z. et al, "Fluorescence spectroscopy of U(VI)-silicates and U(VI)-contaminated Hanford sediment", Geochimica et Cosmochimica Acta, Vol. 69, No. 6, pp. 1391–1403, 2005 (doi:10.1016/j.gca.2004.08.028)
Lehmann, S. et al "Syntheses and spectroscopic characterization of uranium(VI) silicate minerals",Journal of Radioanalytical and Nuclear Chemistry, Vol. 275, No.3 (2008) 633–642 (doi: 10.1007/s10967-007-7060-z)
G. Henkel (1989): The Henkel Glossary of Fluorescent Minerals. J. of the Fluorescent Mineral Society, Special issue, Vol. 15, Fluorescent Mineral Society, Sepulveda, California, 91 pp.
vorsichtiger für
Sklodowskit: "Gelegentlich Lumineszenz bei Anregung im (insbesondere kurzwelligen) UV und im violetten Spektralbereich mit jeweils grüner Emission erwähnt".
Lit:
Gorobets B.S., Rogojine A.A. (2002). Luminescent Spectra of Minerals: Reference Book. All-Russia Institute of Mineral Resources. Moscow. - P. 248. - Fig. 20.10 (via Lumineszenzdatenbank CSIRO: http://www.csiro.au/luminescence/)
Gibt es dazu Widerspruch? Vielleicht tut es auch weniger Literatur. Wenn keine Einwände kommen, würde ich (oder wer auch immer möchte) das demnächst in der Beschreibung ändern.
Grüße, Martin
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