Mineralien / Minerals / Minerales > Fluoreszenz, Lumineszenz / Fluorescence, Luminescence
Fluoreszierender Uranophan???
etalon:
Hallo Martin,
vielen Dank für die Erklärung. So grob kann ich mir jetzt vorstellen, was da passiert. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist die Übergangswahrscheinlichkeit für asymmetrische Energieabstände geringer, daher sind deren Peaks kleiner und oft als Schulter oder Tailing zu sehen (aufgrund der Peakverbreiterung in Festkörpern)?
Ich muss außerdem mal ein Dankeschön loswerden. Du bemühst Dich immer redlich, in der Literatur nützliche Informationen zu finden und diese uns hier zugänglich zu machen! Daumen hoch!
--- Zitat ---Beim EDX Sklodowskit (Clara) kamen als signifikante Elemente Mg, Si, U, O vor, - H wohl auch aber nicht messbar. Auf die Mengen gebe ich erstmal nix.
Von Magnioursilit (bzw. Ursilit) - das Mineral enthält ebenfalls Mg, Si, O, U, H - gibt es Spektraldaten (Gorobets):
Ursilit (via Cisro-luminescence database) 502,523,546.
--- Ende Zitat ---
Das ist sehr interessant! Theoretisch hätte ich wahrscheinlich genug Sklodowskit(Clara)-Material für eine PXRD oder auf jeden Fall SXRD. Damit sollte sich das klären lassen. Jetzt muss ich nur noch einen finden, der mir das macht...
Von dem Sklodowskit (Kongo) ist auf jeden Fall genug da um PXRD zu machen.
Ich bekomme am Wochenende noch weitere Uranophane und Sklodowskite. Da werde ich auf jeden Fall auch Spektren von aufnehmen und vergleichen.
Was die mineralogische Verwandtschaft von Sklodowskit und Mg-Ursilit betrifft, kann ich nichts sinnvolles zu beitragen, außer dass sie sich in ihrem Kristallsystem unterscheiden (monoklin zu orthorhombisch). Vielleicht kann ein Profi anhand des Bildes das Kristallsystem zuordnen?
Lynx:
Hallo Markus,
mir ist gerade noch was eingefallen. Testhalber habe ich diese Diskussion im Mineralienporträt Sklodowskit unter der Lumineszenz verlinkt. Würde das so passen?
Wichtig sind mir zwei Punkte:
(1) Wenn wir uns zu mehreren so intensiv mit dem Thema auseinandersetzen, sollte das auch auf der entsprechenden Seite im Lexikon vermerkt sein;
(2) Du hast gut beschreiben, wie Deine Spektren entstanden sind. Auch das sollte für jeden nachvollziehbar sein, der auf ein solches Spektrum stößt.
Das gilt m.E. genauso für alle zukünftigen Beiträge von Spektren (nicht nur von Deinen). Könntest Du Dir vorstellen, Dein Vorgehen bei einer Spektralmessung nochmals aufzuschreiben, sodass man das als "Methode: Spektroskopie mit Eigenbauspektrometer und Kamera;" zum Beispiel im Lexikon zur Verfügung stellen und referenzieren kann? Ähnlich könnten alternative Herangehensweisen eingebunden werden...
Wie gesagt, ich fände es super, wenn das Thema nicht hier in dem topic irgendwann untergeht.
Beste Grüße und gute Nacht,
Martin
etalon:
Hallo Martin,
--- Zitat ---Testhalber habe ich diese Diskussion im Mineralienporträt Sklodowskit unter der Lumineszenz verlinkt. Würde das so passen?
--- Ende Zitat ---
Ja, ich denke schon. Das sollte man dann aber auch bei anderen lumineszierenden Mineralien machen (mindestens noch bei Uranophan, wenn der Thread schon so heißt...)
Deine aufgeführten Punkte kann ich voll unterstützen.
--- Zitat ---Könntest Du Dir vorstellen, Dein Vorgehen bei einer Spektralmessung nochmals aufzuschreiben, sodass man das als "Methode: Spektroskopie mit Eigenbauspektrometer und Kamera;" zum Beispiel im Lexikon zur Verfügung stellen und referenzieren kann?
--- Ende Zitat ---
Hmm, wie sollte sowas aussehen? Pauschal habe ich das Vorgehen ja hier beschrieben. Das ist ja nichts besonderes und wird eigentlich bei jedem Spektrum gemacht (sollte...). Wenn es detaillierter wird, dann wird es recht schnell sehr spezifisch, was Software und Equipment betrifft. Ich habe die nächsten Wochen Urlaub. Wenn ich Zeit und Lust habe, dann schreibe ich mal etwas zusammen, aber ohne Gewähr, dass es hinterher auch brauchbar ist... ;)
Grüße Markus
P.S.: Ich warte immer noch auf meine 405nm Laser. Die werden glaube ich gerade erst noch für mich neu erfunden... :P
Lynx:
Hallo Markus
Ja - Du hast es schon beschrieben. Ich würde Deine Beschreibung (evtl gestrafft, mit Zeichnungen noch erklärt und evtl konkret mit den Bezeichnungen und Bezugsquellen der verwendeten Teile und Software versehen) als Lexikonartikel (? oder anderswo) eingebunden sehen, dann könntest Du unter Deine Spektren schreiben "Spektrum gemessen nach der unter <link> beschriebenen Methode" und damit wäre das Vorgehen klar. Im wesentlich hast Du das ja schon getan - es geht mehr darum, das in Form zu bringen... da helf ich auch gern (..wenn ich wieder da bin).
Gruß, Martin
Lynx:
Hallo zusammen
jetzt hab' ich noch Daten gefunden.
Sklodowskit und Mg-Usrsilit (Gorobets, 1977):
Der Autor beschreibt die Lumineszenz einer Reihe Mineralien. Unter anderem geht er kurz auf die Silikate Sklodowskit und Mg-Ursilit ein. Die vergleichenden Spektren (Fig. 3 der Veröffentlichung) sind hierbei besonders interessant: während für Sklodowskit (1 untersuchtes Stück) ähnlich zu Soddyit das Zentrum der kaum strukturierten Bande bei 18010 cm-1 (556 nm) liegt, ist für das deutlich stärker strukturierte Spektrum von Mg-haltigem Ursilit (2 Proben) der zugehörige Peak bei rund 18810 cm-1 (532 nm) - die Zahlenwert sind aus Tabelle 1 entnommen -. Gorobets und Kollegen beschreiben leider nicht, ob und wie die beiden Mineralien konkret identifiziert wurden.
Andererseits habe ich keine hilfreiche Beschreibung zu Mg-Ursilit gefunden, die nützlich wäre zu erklären, ob eine stark leuchtende, das gemessene Spektrum verursachende Mg-Ursilit-Phase in Sklodowskit auftreten könnte oder ob gar der Sklodowskit (Clara) tatsächlich ein Mg-Ursilit (Clara) wäre. Da hilft wirklich nur Strukturaufklärung und Spezialistenrat...
Gorobets, B. S., Engoyan, S. S., & Sidorenko, G. A. (1977). Investigation of uranium and uranium-containing minerals by their luminescence spectra. Atomic Energy, 42(3), 196-202. https://www.cia.gov/library/readingroom/docs/CIA-RDP10-02196R000700090003-6.pdf
---
LITERATUR
Noch ein bisschen weitere (im Internet findbare) Literatur:
* Frondel, C. (1958). Systematic mineralogy of uranium and thorium (Vol. 1064). US Government Printing Office.
https://pubs.usgs.gov/bul/1064/report.pdf
Auf 413 Seiten trägt Frondel Daten zu Uranmineralien zusammen (u.a. auch eine Liste zur Lumineszenz).
* Finch, R., & Murakami, T. (1999). Systematics and paragenesis of uranium minerals. Reviews in Mineralogy, 38, 91-180.
Ebenfalls ein instruktives Werk zu Uranmineralien und deren Paragenese.
* Rowan, Alysson. "Here be Dragons. The Care and Feeding of Radioactive Mineral Species" (2008).
Eine Art Anleitung zum sicheren Umgang mit radioaktiven Mineralien in der Sammlung.
* Regularium für Museen in UK.
https://www.sepa.org.uk/media/101389/radioactivity_in_museums.pdf
* Lambert, M. P. (1994). Ionising radiation associated with the mineral collection of the National Museum of Wales. In Collection Forum (Vol. 10, No. 2, pp. 65-80).
Was die Wissenschaft zur Problematik von Uran-halitigen Mineralien in Sammlungen beiträgt - ein Fallbeispiel.
Grüße, Martin
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