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Autor Thema: Fälschung? / nein (Dyskrasit)  (Gelesen 4815 mal)

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Ulrich Ratlos

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Fälschung? / nein (Dyskrasit)
« am: 13 May 17, 19:51 »
Liebe Mineralienfreunde,

ich habe hier ein Stüfchen mit Dyskrasit (3,5x3x2,5 cm) vom Schacht 21 in Pribram (laut Verkäufer), gekauft in Eppelheim 1990. Unter dem Binokular erkennt man Schlieren, Imprägnationen und winzige Tröpfchen von Lack? oder Klebstoff??. Unter UV gibt es keine Reaktion. Ist eine solche Behandlung bekannt? Dient es der Stabilisierung oder habe ich eine Collage? Die Bilder sind leider nicht besonders, da schwer zu fotografieren, die Bildbreite ist ca. 20 mm.

Grüße Ulrich

Offline ganomatit

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Re: Fälschung?
« Antwort #1 am: 14 May 17, 06:25 »
Hallo Ulrich Ratlos,

solltest du dieses Stüfchen wirklich gekauft haben, mit Pribram etikettiert, dann informiere dich doch erst einmal darüber, welche
Paragenesen und Ausbildungen von Dyskrasit es von dieser Fundstelle gibt.
Meiner Meinung nach ist so eine Stufe, wäre sie geklebt oder mit Lack behandelt, warum auch immer wertlos! Würde ich eine
Stufe von Dyskrasit kaufen, die mit Lack behandelt wäre, dann weg damit (Müll oder zum Verkäufer zurück).
Von einer Collage gar nicht erst zu sprechen, ab in die Tonne oder an den Verkäufer (wie auch immer) zurück.
Du kannst natürlich einen Samsonit X (schon für kleines Geld kaufen) und auf eine Matrix kleben.
Gekonnt gemacht hast du deine Stufe dann eigentlich aufgewertet. Das wäre genau so ein vergammeltes Auto mit Farbe zu
behandeln. Gekonnt gemacht hast Du es dann aufgewertet.
Aber beides ist Betrug an sich selbst und noch schlimmer, sollte man dann so etwas an den Mann bringen an andere.
Anders ist es mit Artefakten und Petrefakten, da wird Lack und Kleber (in welcher Form, wie auch immer) verwendet. Aber da
wird es im Mineralienatlas Sammler geben, die sich besser als ich damit auskennen!
Ich denke aber mehr Ulrich Ratlos hat eine Fangfrage gestellt, um die Kompetenz der Mitglieder zu testen!
Man könnte es auch anders ausdrücken …

Frank Heise

Offline uwe

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Re: Fälschung?
« Antwort #2 am: 14 May 17, 08:18 »
Bei den Dyskrasit-Stufen aus Pribram wurden die Dyskrasitkristalle in den meisten Fällen aus einer schwarzen Masse (bisher konnte mir noch keiner sagen, aus welchen Mineralen diese besteht) mit einer aggresiven Säure freigelegt. Ich habe soeben meine Dyskrasitstufe unterm Bino betrachtet und tatsächlich, die verbliebene schwarze Masse zeigte deutlich Spuren, welche wie Feuchtigkeit oder Leim aussahen. Leim oder Wasser kann ich bei meiner Stufe ausschließen, denn die befindet sich seit 1991 in einer Plastebox und sah vorher nicht so aus. Die von Dir bemerkten Schlieren deuten keineswegs auf eine Fälschung hin. Allerdings stimmt die Farbe der Dyskrasitkristalle nicht so richtig mit den originalen überein. Letzteres kann aber auch an der Fotografie liegen.

Ich hänge mal ein Bild meiner entsprechenden Stufe an.

Also nicht gleich wegschmeißen. Es wird bei Dir schon Dyskrasit sein.

Gruß
Uwe

Offline Alcest

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Re: Fälschung?
« Antwort #3 am: 14 May 17, 09:55 »
Bei den Dyskrasit-Stufen aus Pribram wurden die Dyskrasitkristalle in den meisten Fällen aus einer schwarzen Masse (bisher konnte mir noch keiner sagen, aus welchen Mineralen diese besteht) mit einer aggresiven Säure freigelegt.

Arsen, oder?

Ulrich Ratlos

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Re: Fälschung?
« Antwort #4 am: 14 May 17, 11:05 »
@uwe
Danke für deine Antwort.
Anbei noch ein Bild aus einem anderen Blickwinkel.

@ganomatit
Du liegst völlig falsch!

Offline Rockhounder

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Re: Fälschung?
« Antwort #5 am: 14 May 17, 11:35 »
Bei der schwarzen Masse hab ich auch sofort an Arsen gedacht.

Offline uwe

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Re: Fälschung?
« Antwort #6 am: 14 May 17, 12:43 »
Arsen, zumindest reines Arsen, ist es nicht. Die schwarz Masse ist total unempfindlich gegenüber Wasserstoffperoxyd.

Gruß
Uwe

Offline Alcest

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Re: Fälschung?
« Antwort #7 am: 14 May 17, 12:50 »
Stimmt, Stibarsen/Allemontit käme auch noch in Frage (keine Seltenheit dort). Ich bin jetzt kein Chemiker doch kann ich mir durchaus vorstellen, dass diese Legierung deutlich schlechter oxidiert.

Offline ganomatit

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Re: Fälschung?
« Antwort #8 am: 14 May 17, 14:01 »
Nachtrag: Ich bin davon ausgegangen das „Ulrich Ratlos“ bekannt war, das Dyskrasite von dort aus der Matrix gelöst werden. Deswegen noch der Hinweis sich über die Paragenese des Dyskrasites von dort zu informieren.
Da Binokular und UV Licht „Ulrich“ zur Verfügung stand, also gut ausgerüstet und die Substanz von ihm als Lack und oder Klebstoff definierte wurde, hätte ich nicht erwartete, dass es ihm nicht möglich war zwischen Kleber bzw. Lack und angesäuerten Mineralien, was auch immer zu unterscheiden.

Ulrich Ratlos dazu: "@specksteinschwein" Du liegst völlig falsch!
Stimmt! Ulrich war wirklich Ratlos!

Ulrich Ratlos

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Re: Fälschung?
« Antwort #9 am: 14 May 17, 17:43 »
Liebes specksteinschwein,
Ihre beiden Beiträge zu meiner Frage waren ausserordentlich sachlich und vor allem sehr zielführend. Sie haben mich deshalb an ein Zitat aus Boethius "Tröstungen der Philosophie" erinnert. Dieses Zitat möchte ich Ihnen nicht vorenthalten: "Si tacuisses, philosophus mansisses".

Für alle anderen:
Ich habe nochmal versucht, ein ungestacktes Bild zu machen. Hier sieht man ungefähr in der Bildmitte einen gelartigen Bereich. Was ist das und was könnten die weissen Halbkugeln sein?
Ich bin dankbar für jede ernstgemeinte Antwort.

Ulrich

Offline ganomatit

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Re: Fälschung?
« Antwort #10 am: 15 May 17, 08:46 »
 "Si tacuisses, philosophus mansisses"
Entlarvung von jemandem für gut oder schlau Gehaltenen durch törichtes Gerede: Wenn du geschwiegen hättest, wärst du ein Philosoph geblieben. (das heißt: dann hätte man dich weiterhin für einen Philosophen gehalten)
Zumindest hat  "Si tacuisses, philosophus mansisses" dazu beigetragen, dass sich die Fotoqualität Ihrer Aufnahmen wesentlich
verbessert hat.
Ich habe was über Anicius Manlius Severinus Boethius erfahren. So haben wir beide von einander profitiert. Das ist im Sinne einer fruchtenden Diskussion.
Ich wünsche Ihnen ("Ulrich Ratlos") weiterhin viel Freude mit den Mineralien und  nur kompetente Antworten von Mitgliedern dieses informativen Portals.

Frank Heise