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Autor Thema: Waldstein, Seitental von Fischerbach, nordöstlich von Haslach, Schwarzwald  (Gelesen 6506 mal)

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Offline HBreuer

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Bin ja immer noch ein Anfänger, aber mit wachen Augen. Im Gebiet des Schlangenkopfs wurden neue Wege angelegt und alte verbreitert. Dabei sind verschiedenste Gesteinsschichten zu sehen, u.a. in einem Hang auf ca. 1m Breite lagen Brocken eines sehr bunten Gesteins herum, das ich zuvor noch nicht gesehen habe. Ich weiß nicht, was das ist und füge mal Fotos bei.  Weiß jemand mehr ?   Würde mich über Antworten freuen. 
Herbert aus Offenburg

Offline Rockhounder

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Das dürfte nur derber Quarz sein mit Hellglimmer (Muskovit) oder auch einem Tonmineral.
Die rötlichen Partien sind Eisenoxid.

Gruß Norbert

Offline stoanklopfer

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Für die Benennung eines Gesteins ist auch wichtig, es im Querbruch zu sehen, nicht nur eine (Schieferungs-?)Oberfläche. Die Mineralogie allein macht noch kein Gestein, sondern auch das Gefüge. Mach noch mal ein Foto "von der Seite".

Offline smoeller

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Hallo,

Das ist ein Teil eines Quarzganges. Sind in der genannten Gegend nicht selten, es gab ja nördlich Fischerbach auch eine Reihe von Bergbauversuchen. Ich meine auch im Waldsteinertal. Dabei sind es häufig nur solche Quarzgänge gewesen. Nicht auszuschließen ist, dass in geringen Mengen auch Erze wie Hämatit oder Blei-Kupfer-Erze darin vorkommen.

Glück Auf!
Sebastian

Offline HBreuer

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Danke für die Antworten ! Werde versuchen, mir künftig die "Bergbauversuche" im Fischerbach-Tal und Waldstein-Tal anzuschauen. Vielleicht lässt noch etwas Interessantes finden. Ein schönes Pfingsten wünscht Euch, Herbert

Offline HBreuer

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Hallo Norbert & Sebastian,
war inzwischen dort nochmal unterwegs im Umkreis von ca. 1 km und nichts dergleichen gefunden. Wohl aber dicke Quarzrollstücke auf dem Schlangenfelsen und dessen Hängen. Meine Stelle liegt am neuen Weg unterhalb des Schlangenfelsens, links oberhalb der Waldsteinschänke. Der Aufschluß unterscheidet sich gut vom umgebenden Gestein. Habe nochmal Fotos gemacht von einigen Stücken, die ich herausgeklopft habe. Meines Erachtens ist das Quarz, mehr oder minder grob, in den Geoden feinkristallig, mit Hämatitüberzug, im Quarz eingesprengt Roteisenstein (oder ist das Porphyr ), in den kleinen Quarz-Geoden manchmal Siderit-Kristalle. Das grüngraue Material ist amorph, packt man es an, hat man eingefärbte Hände. Dann gibt es noch ein anderes Grün, und sieht unter 60facher Vergrößerung filzig aus, manchmal sehr feinnadelig. Die Fotos können das wegen ihrer Verkleinerung leider nicht wiedergeben. Ob das Mimetesit (also ein Glimmer) ist ?

Offline HBreuer

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hier noch weitere fotos.

Offline smoeller

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Hallo,

Das ist eine typische Gangbrekzie, ein durch Verschiebungen im Gebirge (Tektonik) zerbrochenes und dann durch Quarz und Baryt wieder verheiltes Gestein. Der Gang liegt genau in einer alten Bruchzone. Das rote ist durch Hämatit rot gefärbter feinkörniger Quarz (Hornstein) bzw. Hämatit, das grünliche dürfte Chlorit oder Glimmer sein, ein Zersetzungsprodukt von Gneis.

Glück Auf!
Sebastian

Offline HBreuer

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Hallo Sebastian, danke für die Information! Daß ich dort eine Gangbrexie vor mir hatte, war mir schon klar. Schau Dir doch bitte mal mein Foto mit der Endnr. 48 an.  Ich erkenne groben Quarz und Roteisenstein. Oder ist das Porphyr ?  Ich meine Roteisenstein, denn die andere Seite ist überdeckt mit braunem Eisenrahm auf kleinen Quarzkristallen. - Ob es dort in der Gangbrexie noch "Gescheiteres" zu finden gibt ?  Wäre harte Arbeit. Aber vermutlich lohnt das nicht.
Herbert

Offline Mampfbacke

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Hallo Herbert,
der Porphyr ist hier leider falsch. Du hast eine hydrothermale Gangbrekkzie vor dir, während Porphyr eine Sammelbezeichnung für Vulkanite mit porphyrischem Gefüge ist. Wenn ein Gang "mit Magma verfüllt wird", dann spricht man je nach Zusammensetzung des Magmas von Apliten, Pegmatiten, Lamprophyren, usw. Aber da durchaus auch Ganggesteine mit porphyrischem Gefüge auftreten können, verwendet man hier den Begriff "Plutonit-Porphyre", die dann ebenfalls je nach Zusammensetzung genauer benannt werden.
Da du hier, wie schon geschrieben, offensichtlich eine hydrothermal verfüllte Brekkzie hast, entfällt dies aber.

Was charakterisiert eigentlich der Begriff "Eisenrahm"? Wikipedia sagt dazu, dass es blättrig-schuppige Hämatit-Kristalle seien. 

Glück Auf!

Offline HBreuer

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Hallo Thomas, danke für die Erklärung. Ich habe noch viel zu lernen !
Was ist das denn (siehe Fotos) deiner Meinung nach ? Der braune Überzug ist nicht blättrig, sondern krustig. Stammt aus dieser Gang-Brekzie.


Herbert

Offline smoeller

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Hallo,

Das braune ist Quarz mit Limonit (Härte!) oder auch Limonit pur (weich), das rote wohl v.a. Hämatit.  Ich meine mich erinnern zu können, dass es in der Gegend aber auch einen Porphyrgang gibt. Porphyre sind letztlich aber auch vor allem Quarz, Feldspat und Hämatit als färbende Substanz. In solch feinkörniger Form wird es sehr schwierig, per Ferndiagnose ohne Kenntnis des anstehenden Gesteins (Felsens) eine Aussage zu treffen.

Die Gänge dort sind wohl eher unergiebig bezüglich interessanter Mineralien, mir sind jedenfalls keine Stücke über Mikroformat bekannt.

Glück Auf!
Sebastian

Offline HBreuer

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Der Weg zu diesen "Quarzgängen" ist inzwischen planiert und geschottert worden, die Böschungen nochmals abgetragen.
Einige meiner hart erarbeiteten Stufen habe ich prüfen lassen und es wurde an Besonderheiten gefunden: Pharmakosiderit, Malachit in Kügelchen und ein einzelnes rötliches Kristall, das noch nicht bestimmt werden konnte.  Aber alles nur im MM-Format. An diesem Weg gibt es ca. 6-7 Gänge, die meisten taub. Denke, der zu betreibende Aufwand, um an interessante Stück heranzukommen, lohnt nicht. Die dort vorkommenden Steinpilze lohnen schon!