Es gibt aber auch weitere Arbeiten zu dem Thema, z.B. K. RECKER, "Über den Einbau von Uran in CaF2" in Angewandte Chemie 73, 1961
Wie weit die Mischbarkeit geht - keine Ahnung (sicher nicht sehr weit).
Hast Du die Arbeit?
schon, die haben wir doch, die "Stelle" ist ja relativ groß. Wenn ich die Reichweite der Alpha-Strahlung in Fluorit mal grob auf 1/2000 mm schätze, dann brauche ich nicht mal eine so hohe Uran-Konzentration (im Mischkristall). Strunz hatte irgendwo mal vorgerechnet, dass die radioaktive Färbung von Fluorit (wieder aus Wölsendorf) durch den gemessenen Uran-Gehalt innerhalb von etwa 1000 Jahren erfolgen könnte.
Die Reichweite beträgt etwa 1/2000 der Reichweite in Luft. In der Zerfallsreihe ist das RaC´und ThC´(komische Notation in dem alten Schinken) am energiereichsten. Reichweite imho im wenige cm-Bereich, oder? Es werden meines Wissens 1,5MeV /cm Luft gebraucht. Die Energien liegen um 5MeV, also rund 3cm in Luft = 15µm im Kristall. Dazu passt das Bild neben mir

Wenn Du jetzt dotiert, bekommst du im CaF2 eher so Wachstumsstreifen wie in dem Hallit hier. Ein Kreis geht von einer Punktquelle aus. ein Uranatom macht in der ganzen Zerfallsreihe 8 Alphas, mehr nicht. um so eine Baugruppe gibt es dann 8 Bereich in 15µm Abstand mit 10nm Durchmesser

. Das reicht nicht.
Für mich stellt sich eigentlich nicht die Frage, ob der Fluorit nach radioaktiver Bestrahlung durch Ca gefärbt ist (das halte ich für einige Fälle für gesichert), vielmehr ob man das als kolloidale Färbung bezeichnen darf (wie das in der Literatur gemacht wird).
Ok, dann hol ich jetzt "Plasmonen" aus der Reserve

Nanoteilchen sind zur Zeit in der Wissenschaft sehr beliebt. Lassen wir mal aussen vor, ob die 100, 10000 oder 1000000 Atome umfassen. Bei Metallen können die Elektronen kollektive Schwingungen ausführen, die Plasmonen. Das ist so in der Art als wenn die Wassertropfen in der Badewanne schwappen. Bei Metall-Nanoteilchen sind diese Schwingungen vom Durchmesser abhängig (Vergleich Schwappen in der Badewanne zu Eimer zu Tasse) und die Teilchen haben andere Farben. Das gilt nicht für die Farbe von Calcium (einem Metall) in CaF2. Das ist eine reine Farbe. Ein Opal ist meines Wissens aus kolloidalen Teilchen aufgebaut.
Die originale Stelle im "Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie" lautet:
"
Durch die einwirkende alpha-Strahlung wird das Gitter dieser Mienralien teilweise zerstört, die entionisierten Atome wirken wie eine kolloidale Färbung"
Das Zitat liest sich etwas anders, oder? In meinen Augen ist das aber eine Darstellung des Sachverhaltes wie die Beschreibung von Atomen durch harte, kleine Kugeln.
Vorschlag:
Die vier Textstellen zur Radioaktivität/Kristallfehlern in Kristallen die ich hier habe sind in meinen Augen sehr allgemein gehalten. Ich kann Dich gerne morgen mit auf den Verteiler setzen.
Meine nicht massgebliche Meinung:
Nein, es ist keine kolloidale Färbung und erst recht kein kolloidales Calckium.
BTW:
Ich glaube von kolloidaler Farbe waren die roten Rubingläser (Gold-Kolloide).
MfG
Frank