Hallo Berthold,
klar, das kann man sehen (mikroskopisch), es muss aber nicht Pechblende sein, Uran kann auch im Kristallgitter vom CaF2 eingelagert sein...
Ich bezweifel, dass Uran als Dotierung, also einzelne Atome auf einzelne Plätze, in das Gitter eingebaut wird. Uran ist als Flourid 6-wertig und hat einen Ionenradius von 73pm in einer 6-Koordination. Ca ist zweiwertig und hat in einer 8-Koordination einen Ionenradius von 112pmm. Das knarrt dann ganz schön im Gitter. Auch sendet
ein Atom bei einem Zerfall
ein Alphateilchen aus, dass eine Spur macht. So kommt kein Hof zustande. Du brauchst viele Uran-Atome an einer Stelle.
Im Ramdohr Strunz steht dazu Zitat:
" Das auffallendeste Merkmal radioaktiver Einwirkung sind die radioaktiven Höfe. Sie entstehen dort, wo kleine Mineralkörner, die Gehalte an U,Th oder auch Sm (Anm.: ? mir unklar ?) besitzen in verfärbaren Mineralien liegen und dort lange genug einwirken können."
ja schon, aber ich dachte immer die a-Strahlung entionisiert die Atome (deswegen bricht doch das Gitter auf) oder ?
Zitat Kleber:
"An dem Ort, an dem das Primärteilchen (Anm. z.B. das Alpha-Teilchen) zur Ruhe kommt, gibt es seine restliche Energie in einem tröpfchenförmigen Bereich (engl. Spike) von rund 10nm Durchmesser ab, der kurzfristig lokal überhitzt und aufgeschmolzten wird un in dem eine völlig zerstörte Struktur geringerer Dichte verbleibt."
Du hast auch recht, eine Ionisation tritt auch auf, allerdings scheinen diese Effekte - der Kleber beschreibt da weiter Stoßeffekte die zu den Frenkeldefekten führen - nicht die Ursache zu sein. Eine Überschlagsrechnung: Ein Atom braucht Energien im Bereich einiger eV um zu ionisieren. Wenn jetzt ein Atom ionisiert wird (passiert im Kristall nach meinem Verständnis schon durch UV-Licht) bleibt das Eletron in der Nähe und wird bald wieder eingefangen. Das nennt sich allgemein lichtinduzierte Leitfähigkeit oder einige Kristalle (insbesondere Anatas) zeigen eine katalytische Photoaktivität. Ein Alpha-Teilchen hat MeV. Salopp gesagt: Das schubst ganze Atome und Atomreihen an die Seite. Da fährt ein Panzer durch den Kristall
nun, das F reagiert zu F2 (vermute ich mal) entweicht über Risse (riecht man ja), zurück bleibt ... Ca, warum sollte sich das verteilen?
Thermodynamischer Grundsatz: Nur das Chaos ist stabil

Du würdest,ohne Arbeit zu investieren, die Ordnung (Ca an einem Ort ansammeln) erhöhen. Der Energie-Gewinn bei der Reaktion von 2*F zu F
2 ist vermutlich energetisch wesentlich günstiger. Die Frage was mit dem Ca in einer Umgebung mit F2 passiert finde ich berechtigt, kann ich aber auch nicht beantworten. Die Frage ist eher, warum sollte sich das Calcium zu einigen Millionen Atomen (Wikipedia-Definition des Kolloids) zusammenballen!
MfG
Frank