Gesteine / Rocks / Rocas > Gesteine / Rocks / Rocas

Gesteine erkennen

(1/2) > >>

smaragd123:
Hallo zusammen
Ich weiß das es zu diesem Thema viele Beiträge und Websites gibt, jedoch wollte ich euch einfach mal fragen, wie ihr, wenn ihr ein Gestein vor euch liegen habt, erkennt ob es ein Magmatisches Gestein, ein Metamorphes oder ein Sediment ist. Mir fällt es immer noch sehr schwer z.B. einen Sandstein von einem Verwitterten zu unterscheiden. Oder ob es sich nun um Syenit handelt oder um Gabbro. Zwar sind manche Gesteine, wie z.b. Granit leicht von Kalkstein zu unterscheiden, jedoch gibt es auch viele schwierig zu erkennende Gesteine.
Ich hoffe mir kann da mal jemand weiterhelfen.
Danke schon mal im voraus. ;)

Collector:
Hallo Noah

Viele Grüße von einem uralten Guru aus der Sammlerszene an einen jugendfrischen und ungeduldigen Springinsfeld - genau das, was Du fragst, bzw, was Dich bewegt habe ich vor fast 60 Jahren identisch erlebt; ich wollte mit meinen jungen Jahren und meiner absoluten Unerfahrenheit alles über Gesteine und Mineralien wissen und das in möglichst kurzer Zeit.

Leider verstand ich als damals taufrischer Anfänger und begeisterter Jungsammler nicht, dass das wesentliche Element des Mineralien- und Gesteinssammelns, nämlich die Kunst der Identifizierung und Bestimmung eines Steins, sehr, sehr viel Erfahrung und Wissen voraussetzt; beides Komponenten, die man einfach mit 16 Jahren noch nicht haben kann und deren Erwerb viele Jahre dauern kann.

Das alles im Hinblick darauf, dass ich weder Geologe noch Mineraloge war und bin und einfach Mineralien und Gesteine liebte.

Ich habe die ersten Kristalle mit 17 bestimmt, aber nur, weil ich durch meine Arbeit und durch andere Sammler Vergleichsmöglichkeiten hatte.
Das hat mich jedoch keinesfalls befähigt, einen Calcit von einem Aragonit zu unterscheiden, dazu bedurfte es doch schon ein bisschen mehr an Kenntnissen der Chemie.
Meine ersten treffsicheren Unterscheidungen einfacher magmatischer von sedimentären Gesteinen gelang mir, nachdem ich mich an die 10 Jahre mit der Materie beschäftigt hatte; die ersten sicheren Identifizierungen metamorpher Gesteine gelang mir, nachdem ich mich fast 30-40 Jahre mit Gesteinen beschäftigt hatte.  Selbst heute, nach über 50-jähriger Sammlungstätigkeit, wage ich mich nicht, Gesteine zu hundert Prozent zu identifizieren.

Klar, einen Basalt von Kalkstein und einen Sandstein von Granit zu unterscheiden, das lernt jeder in kurzer Zeit.  Nur, die Natur hat nicht nur diese einfachen Gesteine vorgesehen; d.h., wenn Du bestimmte unbekannte Mineralien auf unbekannten Gesteinen bestimmen willst, wirst Du an Deine Grenzen stoßen. Dann kommt  entwederdie Versuchung der Spekulation (wie oft hier im Atlas); besser jedoch, die Suche nach Hilfe durch einen erfahrenen Gesteinsfachmann (hier im Atlas leider nur weniger als eine Handvoll).

Ich kann Dir auch nur raten, Dir ein erstes einfaches vernünftiges Gesteinsbestimmungsbuch zuzulegen, oder Dir mal intensiv Gesteinssammlungen in einem guten Museum anzusehen oder Dir selbst eine Basissammlung Gesteine  aufzubauen (die Kosten dafür sind weitaus geringer als vergleichbar eine Mineraliensammlung).
Letzteres dürfte die wohl erfolgversprechendste Methode sein; ich bin sicher, dass Dir viele Sammler helfen werden, in kürzester Zeit die 100 wichtigsten Gesteine zusammenzutragen (das beste Format sind Stücke um die ca 6x8 bis 6x10 cm) - sofern Du bereit bist, die Portokosten zu tragen. Damit hättest Du dann eine brauchbare Vergleichsbasis. (soweit ich weiß, gibts solche Belegsammlungen auch bei Krantz).

Ich bin auch sicher, dass Du dann in kurzer Zeit Gesteine "kennenlernen" wirst und dass Du deren Charakteristika erkennst.
Zuguterletzt: Ich bin auch sicher, dass Du selbst in Deiner nächsten Umgebung schon die wichtigsten Gesteine finden kannst - die Erde ist voll davon.

Gruß
collector

P.S.

Ich bin gerne bereit, Dir sehr gute und deutlich identifizierbare metamorphe, plutonische, vulkanische und sedimentäre Gesteinsmuster aus meiner näheren Umgebung zu schicken.

smaragd123:
Danke Peter
Da hast du (wahrscheinlich) recht.
Ich habe mich (leider), die ersten 5 Jahre nur mit Mineralien und Edelsteinen befasst. Die Bestimmung von Mineralien und Edelstein ist leichter als die von Gestein. Doch im letzten Jahr fiel mir dann auf das Gesteine genauso wenn ich sogar interessanter sind als Mineralien. Nachdem ich mich die letzten 5 Jahre jeden Tag in Mineralien eingelesen habe, habe ich mir gedacht “Wie schwer kann das schon sein“.
Theoretisch lief auch alles gut und schon bald verstanden dich vieles mehr über unsere Erde. Doch das praktischen bestimmen von Gesteinen ist viel schwerer. 2 gibt es natürlich einfache Gesteine wie z.b. Sandstein oder Basalt, jedoch waren viele Gesteine immer noch ein Rätsel für mich.
Ist das nun ein Oolithischer kalkstein oder ein Verwitterter.
Und wahrscheinlich braucht man für diesen Punkt viel praktische Erfahrung und viele Gesteine.
Eine letzte Frage habe ich jedoch noch: was hat es mit dieser Doppelpyramide auf sich und wie hilft sie einem Gesteine zu bestimmen.

Mampfbacke:
Das ist ein vereinfachtes Q-A-P-F - Klassifikationsschema zur Einordnung von Vulkaniten anhand ihres Mineralbestandes für Mafite <90 Vol.%. Das Ganze gibt es auch noch für Plutonite, neben vielen weiteren Klassifikationen, die ebenfalls auf Mineralbestand oder aber auch auf anderen Eigenschaften beruhen.
Für dieses hier gilt: Q: Quarz, A: Alkalifeldspat, P: Plagioklas, F: Foide
Die Zahlen an der Seite geben den Anteil der jeweiligen Minerale in Volumen-Prozent an. Dabei ergeben Q+A+P=100 oder F+A+P=100, da Foide niemals zusammen mit Quarz auftreten. Es werden also bei dieser Klassifikation die mafischen Bestandteile außen vor gelassen.
Hast du nun ein vulkanisches Gestein vor dir liegen, musst du zunächst die Mineralgehalte abschätzen, was eine Menge Übung und Erfahrung benötigt. Am Anfang ist es sogar oftmals schwer, Plagioklase von Alkalifeldspäten zu unterscheiden. Da gibt es zwar einige Unterscheidungskriterien, jedoch sind diese oftmals nicht eindeutig ausgebildet oder schwer zu erkennen. Da heißt es also: viel lesen, lernen, üben und Erfahrungen sammeln  ...und wie schon von collector ausführlich geschrieben: das alles geht nicht von heute auf morgen! Selbst nach 2 Jahren Studium fällt da vieles noch schwer, was man am liebsten im Schlaf bringen würde  ;)

Glück Auf!

smaragd123:
Danke Thomas

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

Zur normalen Ansicht wechseln