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Autor Thema: Fasercoelestin von Ickelheim, Mittelfranken  (Gelesen 3371 mal)

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Offline giantcrystal

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Fasercoelestin von Ickelheim, Mittelfranken
« am: 21 Sep 17, 16:21 »
Hallo aus Mittelfranken

Ich möchte hier einen Neufund aus dem an Mineralien nicht gerade gesegneten Mittelfranken vorstellen, der mir vor einem Monat bei einer Exkursion zu den Ickelheimer Alabastergruben gelang.

An einem Weinbergsweg befindet sich ein etwa 50 Meter langer, teilweise zugewachsener Aufschluss im Mittleren Keuper, in dem lagenweise Nester von Alabasterknollen auftreten. Diese wurden im benachbarten Wald im 19.ten Jahrhundert in größerem Maßstab abgebaut

Eine der die Alabasterknollen begleitenden Fasergipslagen lässt sich etwa 20 Meter lang horizontbeständig verfolgen (Bild 1). Bei genauerer Betrachtung fiel mir im Sonnenlicht auf, das die Fasergipslagen aus zwei verschiedenen Komponenten bestehen :

Erstens relativ grob faserig - kristalline transparente Kristalle, bei denen es sich um normalen Gips handelt.

Zweitens jedoch um sehr feinkristalline, meist perlweisse parallelfaserige Kristalle mit ausgeprägtem Seidenglanz.

Zunächst dachte ich an eine Pseudomorphose von Aragonit nach Gips (sogenannter Aphrit), aber die HCl - Probe blieb negativ. Ich gehe daher sehr stark davon aus, das es sich um Fasercoelestin pseudomorph nach Gips handelt, zumal einige wenige Partien eine schwach hellblaue Farbe erkennen lassen.

Interessanterweise ersetzt dabei der Coelestin den Gips von beiden Seiten her - also sowohl von oben wie auch von unten.

Fasercoelestin nach Gips ist in Deutschland relativ selten und mir sind nur die Fundstellen um Jena sowie seinerzeit an der Bundesbahnbaustelle bei Jühnde unweit Göttingen bekannt.

Anbei einige Bilder

Freue mich auf Eure Kommentare

Glück Auf aus Mittelfranken

Thomas

Offline Conny3

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Re: Fasercoelestin von Ickelheim, Mittelfranken
« Antwort #1 am: 21 Sep 17, 17:21 »
Hallo Thomas,
in der Tat interessantes Material. Das letzte Bild sieht fast so aus wie die Stücke bei uns (Mönchberg/Göschwitz). Keile von Coelestin kann ich zwar nicht so direkt sehen. Bei uns aber nur von einer Seite oder von einem Steg aus der Coelestin im Gips.Siehe:
http://www.geojena.de/index.php?page=uebergangsstuecke

Auf jeden Fall interessant. Müsste man direkt mal sehen. Ist dort auch Mergelstein am Aufschluss beteiligt ?

Gruß Conny

Offline Harzsammler

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Re: Fasercoelestin von Ickelheim, Mittelfranken
« Antwort #2 am: 21 Sep 17, 17:27 »
Hallo,

Eine blaue Färbung macht noch keinen Coelestin.
Zumal der Mittlere Keuper dafür nicht unbedingt bekannt ist.

Die vorgenannten Beispiele liegen sämtlichst im Röt bzw. im  Unteren Muschelkalk.

Bevor das Material keine einschlägigen Tests bestanden hat würde ich es nicht als Coelestin bezeichnen.

Grüße,
Michael

Offline Conny3

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Re: Fasercoelestin von Ickelheim, Mittelfranken
« Antwort #3 am: 21 Sep 17, 17:34 »
Hallo,

bei uns kamen solche Übergangsstücke auch im Zechstein vor (Umgehungstaße Neustadt/Orla, laut Aussage einen lokalen Sammlers damals). Warum nicht auch im Keuper? Mir ist Coelestin aus untertägigen Aufschlüssen in Erfurt aus dem Keuper bekannt:

https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,25968.msg203046.html#msg203046

Gruß Conny

Offline Harzsammler

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Re: Fasercoelestin von Ickelheim, Mittelfranken
« Antwort #4 am: 21 Sep 17, 19:32 »
Hallo,

bei uns kamen solche Übergangsstücke auch im Zechstein vor (Umgehungstaße Neustadt/Orla, laut Aussage einen lokalen Sammlers damals). Warum nicht auch im Keuper? Mir ist Coelestin aus untertägigen Aufschlüssen in Erfurt aus dem Keuper bekannt:

https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,25968.msg203046.html#msg203046

Gruß Conny
... warum nicht auch im Keuper? Weil das wahrscheinlichste am nächsten liegt...
Im Zechsteinkalk ist klar, da gibt es ihn.

Zum Salzschacht in Erfurt, da sieht man ja deutlich im von Christian angehängten Profil,wo der Coelestin kommt - nämlich im Muschelkalk, da wo er hingehört, und nicht im Keuper.
Baute die Grube nicht ausserdem auf Salze des Mittleren Muschelkalk?

Grüße,
Michael

Offline guefz

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Re: Fasercoelestin von Ickelheim, Mittelfranken
« Antwort #5 am: 21 Sep 17, 19:57 »
Ein Ramanspektrum würde den Nachweis in die eine oder andere Richtung bringen. Ein 1-2 mm großer Krümel ist auch vollkommen ausreichend. Eigentlich reicht auch weniger, aber das findet man so schlecht in einem Brief ;-)

Günter

Offline Conny3

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Re: Fasercoelestin von Ickelheim, Mittelfranken
« Antwort #6 am: 21 Sep 17, 20:18 »
Hallo,

ja das mit dem Oberen Muschelkalk hatte ich dann später im Profil auch gelesen. In der Tiefe müsste er dann auch anstehen. Nun letztendlich Klarheit kann da nur eine Untersuchung, wie im Vorbeitrag genannt, geben. Dann würde das Stück aus dem Salzschacht sicher aus dem Oberen oder Mittleren Muschelkalk stammen.

Gruß Conny

Offline giantcrystal

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Re: Fasercoelestin von Ickelheim, Mittelfranken
« Antwort #7 am: 21 Sep 17, 22:15 »
Hallo aus Mittelfranken

Danke für die rege Diskussion.

Wenn jemand gerne einen Krümel zwecks definitiver Bestimmung haben möchte, kann ich den gerne zusenden

Wette aber meinen Hut, das es sich um Coelestin handelt !

Glück Auf

Thomas

Offline guefz

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Re: Fasercoelestin von Ickelheim, Mittelfranken
« Antwort #8 am: 06 Oct 17, 21:35 »
Hallo,

ich habe inzwischen eine Probe von dem Material unter dem Laser gehabt. Ich habe sowohl im Bruch langfaserig wirkende Kristalle als auch im Bruch tafelig wirkende Kristalle gemessen (letztere Messung im Anhang) und beides ist eindeutig Gips. Anderes habe ich auf der mir zur Verfügung stehenden Probe nicht feststellen können. Allerdings waren so deutlich blaue Stellen wie auf den Fotos hier auf der gemessenen Probe nicht vorhanden.

bis denn

Günter