Hallo aus Mittelfranken
Ich möchte hier einen Neufund aus dem an Mineralien nicht gerade gesegneten Mittelfranken vorstellen, der mir vor einem Monat bei einer Exkursion zu den Ickelheimer Alabastergruben gelang.
An einem Weinbergsweg befindet sich ein etwa 50 Meter langer, teilweise zugewachsener Aufschluss im Mittleren Keuper, in dem lagenweise Nester von Alabasterknollen auftreten. Diese wurden im benachbarten Wald im 19.ten Jahrhundert in größerem Maßstab abgebaut
Eine der die Alabasterknollen begleitenden Fasergipslagen lässt sich etwa 20 Meter lang horizontbeständig verfolgen (Bild 1). Bei genauerer Betrachtung fiel mir im Sonnenlicht auf, das die Fasergipslagen aus zwei verschiedenen Komponenten bestehen :
Erstens relativ grob faserig - kristalline transparente Kristalle, bei denen es sich um normalen Gips handelt.
Zweitens jedoch um sehr feinkristalline, meist perlweisse parallelfaserige Kristalle mit ausgeprägtem Seidenglanz.
Zunächst dachte ich an eine Pseudomorphose von Aragonit nach Gips (sogenannter Aphrit), aber die HCl - Probe blieb negativ. Ich gehe daher sehr stark davon aus, das es sich um Fasercoelestin pseudomorph nach Gips handelt, zumal einige wenige Partien eine schwach hellblaue Farbe erkennen lassen.
Interessanterweise ersetzt dabei der Coelestin den Gips von beiden Seiten her - also sowohl von oben wie auch von unten.
Fasercoelestin nach Gips ist in Deutschland relativ selten und mir sind nur die Fundstellen um Jena sowie seinerzeit an der Bundesbahnbaustelle bei Jühnde unweit Göttingen bekannt.
Anbei einige Bilder
Freue mich auf Eure Kommentare
Glück Auf aus Mittelfranken
Thomas