Hallo.
So wie ich das sehe wird hier über die Köpfe der Sammler hinweg entschieden.
Zumindest in dieser Diskussion .
Ich habe aus meiner Sammlersicht alles gesagt !
Und tschüss.
Loismin
Tut mir leid, ich verstehe diese ganze Aufregung nicht! Dass in puncto Zuverlässigkeit der Mineralbestimmung/-Zuordnung dringender Handlungsbedarf besteht, dürfte außer Zweifel stehen. Da kann man doch
jede Initiative, wie Martin sie hier ergreift, nur begrüßen! Zur Frage des "wie" teile ich die Ansicht von Günter Blass.
Ich bin aber auch bei Michael (Harzsammler), wenn er feststellt, dass selbst einfachste Allerweltsmineralien falsch bzw. zweifelhaft bestimmt sind, hier wäre zu wünschen, dass vom
vorhandenen Mittel der Bilderdiskussion mehr Gebrauch gemacht werden würde. Ich teile mit ihm die Ansicht, dass dieses Problem das dringendere ist, als das aktuell diskutierte.
In dem Vorschlag vom Martin sehe ich
keine Restriktion, sondern im Gegenteil eine Hilfe, nicht zweifelsfrei bestimmte/bestimmbare Minerale KORREKT einzuordnen. Natürlich immer unter Beachtung des "gesunden Menschenverstandes". So würde ich beispielsweise einen Pyromorphit von einen klassischen Fundort (z.B. Heilige Dreifaltigkeit oder Bad Ems) auch ohne Analyse guten Gewissens als solchen bezeichnen. Im Gegenteil, die Benennung als Pyromorphit-Mimetesit-Serie würde in mir die Frage nach einer Analyse und einem etwaigen Arsengehalt aufkommen lassen.
Anders liegen die Verhältnisse, wenn von einem Fundort sowohl Pyromorphit als auch Mimetesit sowie Mischkristalle beider durch Analysen UND identisch aussehende Fotos belegt sind. Eine visuell nicht näher bestimmbare Stufe "irgend einem" dieser drei Einträge zu zuordnen, mag gegebenenfalls nicht richtig sein, richtet aber andererseits auch (Vermerk " visuell bestimmt" vorausgesetzt) keinen "Schaden" für die Datenbank an. In einem solchen Fall wäre sogar die Zuordnung zu allen drei Einträgen einer Überlegung wert, um -mit entsprechendem Kommentar in der Bildbeschreibung- die visuelle Nicht-Unterscheidbarkeit edukativ hervorzuheben. Krass gesagt, es wäre mir erst einmal (fast) "wurscht" ob ein Mineral nun Mimetesit oder Pyromorphit benannt ist, solange
beide wie abgebildet am Fundort definitiv nachgewiesen sind.
Eine echte Gefahr sehe ich dort, wo ein Mineral genauer spezifiziert wird, als das mit der jeweiligen Analysemethode, sei es nun rein visuell oder auch EDX, möglich ist. Insbesondere dann, wenn dies zu einem Ersteintrag für einen Fundort (=Präzedenzfall) führt. Unter diesem Aspekt sind teilweise auch Angaben aus der Literatur gegebenenfalls kritisch zu hinterfragen.
Eines sollte aber auch klar sein: In Fällen wie dem hier angesprochenen
kann es keine völlige Sicherheit bezüglich der Bestimmung geben, es sei denn,
genau dieser abgebildete Kristall wurde mit einer
geeigneten Methode analysiert. Dazu werden wohl nur die wenigsten Sammler willens oder in der Lage sein! In diesem Sinne ist Matins Vorschlag auch sicher nicht gemeint, bzw. sollte nicht so missverstanden werden.
Den Vorschlag, die Mineralienportraits mit zusätzlichen Angaben zu ergänzen halte ich für sehr sinnvoll, soweit noch nicht vorhanden. Beispielsweise
- polymorph mit ...
- bildet (eine) isomorphe Reihe(n) mit ...
- ist das x-Analogon von A;B;C
- Angaben zur möglichen Substitution (evl. mit Farbveränderung)
- in welcher geologischen Umgebung/Paragenese ist das Mineral (normalerweise) zu erwarten
- zu welchen Mineralen besteht Verwechselungsgefahr und Unterscheidungs-/Erkennungsmerkmale
(z.B. HCl zur Unterscheidung Azurit/Linarit/Langit,Posnjakit,Wroewolfeit oder Hinweis auf Spaltbarkeit bezügl. Calcit vs.Aragonit)
- Hinweise auf andere spezifische Eigenschaften, elektrische Leitfähigkeit, Lötrohrverhalten usw.
Ältere allgemeine Literatur, wie 'Schüller, Die Eigenschaften der Minerale' oder 'Seim, Minerale' enthalten oft Angaben, die ich hier wie auch auf Mindat vermisse, aber gerade dem Amateur eine wesentliche Hilfestellung bei der Einordnung seiner Minerale an die Hand geben können.
Parameter wie Geometrie der Einheitszelle, optische Konstanten usw. sind zweifelsohne unverzichtbar, für den "Normalsammler" aber von wenig Nutzen.
Thomas