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Autor Thema: Hinweise zu Photoausrüstung gesucht  (Gelesen 17019 mal)

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Offline Roadrunner

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Hinweise zu Photoausrüstung gesucht
« am: 30 Oct 17, 19:09 »
Hallo Leute,
bisher hab ich meine Fotos allesamt mit dem Bino gemacht, mit mehr oder weniger guten Ergebnissen. Und ja ich weiß, das das immer ein Kompromiss war, nur hatte ich bisher aus Platzgründen keine andere Möglichkeit Fotos zu erstellen und für den Anfang war das ja auch ausreichend.
Nun hab ich durch Umbaumaßnahmen an meinem Arbeitsplatz endlich auch etwas mehr Platz um auch mal die Canon EOS 1000D richtig zu nutzen. Ich habe da an ein Balgen ggf. mit Mikroskopobjektivvorsatz oder ähnlichem gedacht. Die Stufe solle auf einem Stackingtisch platziert werden und das ganze natürlich am besten an einem Stativ befestigt sein.
Nun findet man nicht gerade über Google passende Zutaten außer vielleicht die Balgen.
Meine Frage lautet nun, was Ihr so an Teilen empfehlen könnt.
Im Speziellen sind das:
Stativ
Balgen
Objektiv, Linsenvorsatz oder was auch immer
Stacktisch
Ich denke man kann das ganze immer etwas ausbauen, aber eine Basis muss nunmal sein.
Ich hoffe Ihr könnt mir ein paar Tipps geben wie ich das ganze relativ preisgünstig zusammenstellen kann.
Bis dann und vielen Dank schon mal im Voraus.
Roadrunner
P.S. Vieleicht hat ja auch jemand noch ein paar Teile rumliegen die er nicht mehr benötigt und loswerden möchte ::)

Offline loparit

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Re: Hinweise zu Photoausrüstung gesucht
« Antwort #1 am: 30 Oct 17, 19:27 »
Hallo Roadrunner

geht mal auf die Seite von Stonemaster und schau dir dessen Produkte an.
Er ist übrigens auch hier im Forum angemeldet.
Er hat ausgereifte Teile zu vernünftigen Preisen und steht seinen Kunden immer mit Rat und Tat zur Seite!

Gruß Loparit

Offline Roadrunner

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Re: Hinweise zu Photoausrüstung gesucht
« Antwort #2 am: 30 Oct 17, 21:22 »
Hallo Loparit,

vielen Dank für Deinen Hinweis auf Stonemaster. Ich hab mal dort nachgeschaut, leider sprengen die dort angebotenen, doch sehr hochwertigen Teile absolut mein Budget.
Ich hab ein Budget von 500 Euro und dafür bekomme ich dort leider nicht mal die Teile zusammen um wenigstens erste Fotoversuche zu machen. Klar das man mit solch einem Equipment und etwas Talent super Bilder erzeugen kann.
Das richtige Händchen für absolut super Bilder scheinst du ja zu haben. Deine Bilder sehe ich immer sehr gern an, da sie einfach nur geil sind ;D
Ich hatte erst einmal an etwas einfachere Technik gedacht, wie zum Beispiel ein manueller Stacktisch und ein einfaches aber stabiles Stativ wo ich alles festmachen kann. Ich kann ja später schrittweise bei Bedarf aufrüsten.
Ich denke doch das lässt sich auch kostengünstiger lösen, oder?
Bis dann
Roadrunner


Offline UlrichW

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Re: Hinweise zu Photoausrüstung gesucht
« Antwort #3 am: 30 Oct 17, 22:45 »
Hallo Roadrunner,

sorry bitte, aber ich tue mich leichter wenn ich weis mit wem ich rede. Tu mir bitte den Gefallen und nenne demnächst deinen Vorname...und wenn er erfunden ist kann ich es auch nicht überprüfen. Macht sich nur irgendwie besser als mit einer Comic-Figur zu reden...

So, die beiden folgenden Links verweisen auf zwei Bilder um Dir mein Setup zu verdeutlichen. Dieses Setup ist von mir als preiswerte Variante ausgetüftelt worden.

http://www.wagnerul.de/BMS/combination.jpg

http://www.wagnerul.de/BMS/special adapters.jpg

Bevor Du einen Lachanfall wegen der Holzkonstruktion kriegst, kriege dich schnell wieder ein, denn das Ding bewirkt Wunder. Vorher, also mit massivesten Metallstativen, hatte ich immer Probleme mit Vibrationen. Mit dem Holzteil, wohlbemerkt aus MDF-Platte, habe ich keinerlei Vibrationsprobleme mehr. Jede andere Holzart versagt, es muss unbedingt MDF sein. Übrigens, derartige Konstruktionen werden in England mittlerweilen von vielen Freunden eingesetzt. Deren Skepsis hat sich nach den ersten Versuchen in Luft aufgelöst.
Auf dem Bild "combination.jpg" ist ein Objektiv zu erkennen. Es handelt sich dabei um ein uraltes Katagon von STAEBLE. Das hat sich mittlerweilen überholt. Im Bereich von eta 15 bis 4mm benutze ich eine Schneider-Kreuznach COMPONON-S in 50 oder 80mm Brennweite. Die Teile gibt es gebraucht so um die 100 Euro und sind absolut Klasse. Da kommen oft viel teurere Makroobjektive nicht mit.

Der alte Mikroskopkörper hat einen Feintrieb. Der ist notwendig, damit du feine Schritte machen kannst, die erst im Stacking dann zu den scharfen Bild zusammen gesetzt werden. Damit kann man bis herunter auf 1.5mm Bildweite tadellose Fotos machen. Frag einfach mal einen Mikroskop-Händler, ob er eventuell ein kaputtes Mikroskop hat und er Dir den Körper für ein paar Taler verscherbelt. Das solle so mit 50 Euro getan sein.

Der Balgen ist ein CANON-Balgen für FD-Objektive. Das Teil ksotet so um die 80-90 Euro und ist Mordsmäßig solide.

Als Startobjektiv empfehle ich Dir wie schon gesagt die COMPONON-S-Objektive. Sollten kleinere Kristalle fotografiert werden, tun Mikroskopobjektive ihren Dienst. ABER VORSICHT: Nicht jedes Objektiv arbeitet gleich gut. Für den Bereich von etwa 6mm bis herunter auf 3mm sind 4fach-Mikroskopobjektive recht ordentlich. Augenblicklich arbeite ich mit einen Noname (OPTIKA) 4fach Achromaten, der aber einen zu kleinen Bildkreis hat (aber sauscharf und fast ohne Farbfehler). Daher habe ich mir das "AmScope 4X Plan Achromatic Objective Lens with Knurled Ring" bestellt (18 Euro), das von einem Amerikaner gestestet wurde und extrem gute Bilder erzeugt hat.
Für den Bereich bis herunter auf 1mm ist das NIKON PLAN CFI 10fach (nicht das für die Eclipse-Mikroskope, sondern das mit der goldfarbenen Hülle) ein excellentes Objektiv, das alledings seinen Preis hat (350Euro). Achte beim Mikroskop-Objektiv-Kauf auch darauf, welche Gewindegröße die haben, denn Du brauchst dafür dann noch einen Adapter (20 Euro).
Ich empfehle Dir ausdrücklich nicht sofort das CFI, denn die Tiefenschärfe ist schon so gering, das Du ein wenig Erfahrung mit dem Feintrieb haben musst um die erforderlichen 20 mu-Schritte auszuführen. Das geht, aber es ist ein wenig Erfahrung und Übung nötig.


So, zum Schluß noch ein Hinweis in eigener Sache: WWW.WAGNERUL.de, dort kannst Du Dir Bilder anschauen, die allesamt mit dem Equipment gemacht wurden. Aber, die Bilder sind z.T. schon wieder ein Jahr alt, also geht da heute schon wieder mehr....

Du siehst, für knappe 350 Euro solltest Du ein funktions- und leistungsfähiges Equipment zusammen bauen können.
(Balgen=90, Adaperringe zusammen ca 60, Holz 15, Kimroskoptisch 50, Objektive ca. 130 + extras die ich vergessen habe)

Viel Spaß
Ulrich
« Letzte Änderung: 30 Oct 17, 22:55 von UlrichW »

Offline franksch

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Re: Hinweise zu Photoausrüstung gesucht
« Antwort #4 am: 30 Oct 17, 22:50 »
Hallo Roadrunner,
es ist immer eine Frage, was Du eigentlich möchtest. Willst Du Dich einfach mal ein bisschen in der Fotografie probieren, tut es ein umgebauter Ständer für eine  Standbohrmaschine auch. Aber: mit dem Ergebnis wirst Du nicht lange zufrieden sein und dann doch wieder nach Verbesserungen suchen, die Du dann ja ein zweites mal bezahlen musst. Die Preise und die Qualität von Stonemaster halte ich für äußerst fair. Wenn ich nicht schon eine Ausrüstung hätte, würde ich auf die Angebote zurückgreifen (PS: ich werde dafür nicht von Stonemaster bezahlt!!!).

Viel Erfolg
franksch

Online Sebastian

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Re: Hinweise zu Photoausrüstung gesucht
« Antwort #5 am: 30 Oct 17, 22:54 »
Vieles was du schreibst Ulrich kann ich glatt unterschreiben. Die Optiken kann ich nur empfehlen.
Das Schneider Componon s 50mm hab ich für nur 25 € bekommen. Das 4x Amscope hätte ich auch empfohlen ohne es getestet zu haben denn was will man falsch machen bei 18 € ? Und das NIKON für 5-10x hätte ich auch geraten. Allerdings Achtung! Das ist unendlich korrigiert. Um die entsprechenden Vergrößerungen zu erreichen braucht es tubuslinsen von 100mm bis 200mm.
Ich arbeite mit den beiden Raynoxlinsen (125 mm und 208 mm) und bin sehr zufrieden.
Beste Grüße,
Sebastian

Offline UlrichW

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Re: Hinweise zu Photoausrüstung gesucht
« Antwort #6 am: 30 Oct 17, 22:58 »
Hallo Sebastian,

FALSCH: das NIKON CFI 10x braucht keine Tubuslinse, ich arbeite immer Ohne Tubuslinse. und komme auf Bildbreiten von ca. 1.2mm bezogen auf den Canon-Chip. Bei Crops dann natürlich noch darunter. Lediglich bei größter Bildbreite werden Die Ecken ein wenig matschig, das korrigiert im wesentlichen die RAYNOX weg. Probiere es mal aus, der Auflösungsunterschied ist akademisch...um nicht zu sagen was für Fetischisten...

Und weil wir gerade so schön dabei sind zu diskutieren, lege in das kameraseitige Ende des CFI eine Beilagscheibe mit M4-Bohrung. Die Schärfe und Kontrastübertragung seigt noch einmal sichtbar an. Auf keinen Fall ein kleineres Loch, dann wird die "Blende" zu groß!!

Wir haben sogar die Erfahrung gemacht, das einige häufig benutzte Teleobjektive die Bildqualität verschlechtern. Ist ja auch klar, je mehr linsen desto mehr mögliche Fehler. Nur mit 200mm-Festbrennweiten hat es gut geklappt. Oder aber das RAYNOX DCR250. Weis der Geier wie die Chinesen das Ding machen, aber es ist gut.

Liebe Grüße
Ulrich
« Letzte Änderung: 30 Oct 17, 23:06 von UlrichW »

Online Sebastian

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Re: Hinweise zu Photoausrüstung gesucht
« Antwort #7 am: 30 Oct 17, 23:07 »
Um gottes Willen dazu schreibe ich lieber nix.
Also das war gerade Quatsch. Du widersprichst dir ja mehrmals selber.
Wenn du ne Raynox dahinterschraubst, egal welche,
Fungiert die Raynox als Tubuslinse. Also nutzt du ja doch eine tubuslinse.
Klar kann man ein Bild erzeugen, aber dafür ist das Mikroskop nicht gerechnet. Um wirklich die Leistung zu erbringen sollte unbedingt eine zwischenoptik eingesetzt werden. Gerade um farbfehler etc. Zu minimieren.
Der Spruch mit „je mehr Linsen desto mehr Fehler“ ist einfach absolut Falsch in diesem Fall. Es ist genau umgekehrt. Was wiederum stimmt: viele fotoobjektive eignen sich nicht besonders, denn sie wurden ja zu ganz anderen Zwecken gerechnet.
Jetzt hab ich ja doch was geschrieben.
« Letzte Änderung: 30 Oct 17, 23:22 von Sebastian »

Offline Harzsammler

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Re: Hinweise zu Photoausrüstung gesucht
« Antwort #8 am: 30 Oct 17, 23:12 »
@ Ulrich, danke für den Bericht!

Schön zu sehen dass es auch einfach, kostengünstig und trotzdem solide geht.
Mal schauen, vielleicht wage ich mich demnächst da ran...

Grüße,
Michael

Offline UlrichW

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Re: Hinweise zu Photoausrüstung gesucht
« Antwort #9 am: 30 Oct 17, 23:34 »
Hallo Sebastian,

bevor Du rummaulst, probiere es doch einfach mal aus!

Im übrigen habe ich mich nicht widersprochen. Ich habe gesagt das das CFI keine Tubuslinse brauch um gute Bilder zu erzeugen. Ich habe auch geschrieben, das ich die Raynox einsetze, wenn ich auf größte Bildbreite kleinste Vergrößerung) gehe, weil dann die Ecken sauberer werden. Wo bitte widerspreche ich mir...oder widerspreche ich eher deiner Vorstellung!

In einem Punkt bin ich auch noch unsicher, der Theorie nach sollte ein infinite-Objektiv keinen Brennpunkt erzeugen können, Warum es das CFI trozdem macht, konnte ich bisher nicht herausfinden.

Viel Grüße
Ulrich
 

Online Sebastian

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Re: Hinweise zu Photoausrüstung gesucht
« Antwort #10 am: 30 Oct 17, 23:51 »
Hallo Ulrich,
Also einen brennpunkt bilden alle Objektive aus, da sie eine Brennweite besitzen. Also bilden auch die unendlichen ein Bild ab (da wo die Strahlen Zusammentreffen). Aber, dieses Bild ist NICHT optimiert bzw. Korrigiert. Warum sollte man ein Bild nicht korrigieren wenn es dafür ausgelegt ist? Du merkst doch selber das der Einsatz einer Tubuslinse Vorteile bringt. Und die sind natürlich je weiter man es von dem gerechneten Einsatzgebiet entfernt stärker. Bildbreiten von 1,2 mm mit einem 10x Objektiv auf Aps-C klingt übrigens nach leerer Vergeösserung. Kann man machen,bringt einem nur keinen Auflösungsgewinn.
Wenn man keine Zwischenoptik verwenden möchte, sollte man sich bitte das NIKON Cf 10x 210mm na 0,25 holen. Das ist super gerechnet und braucht keine zwischenoptik und schlägt in der Komstruktion dein Nikon bei weitem.
Beste Grüße,
Sebastian

Offline loparit

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Re: Hinweise zu Photoausrüstung gesucht
« Antwort #11 am: 31 Oct 17, 11:03 »
**************
Bildbreiten von 1,2 mm mit einem 10x Objektiv auf Aps-C klingt übrigens nach leerer Vergeösserung. Kann man machen,bringt einem nur keinen Auflösungsgewinn.
**************

Dem ist nichts hinzuzufügen!!

Gruß
loparit

Offline loparit

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Re: Hinweise zu Photoausrüstung gesucht
« Antwort #12 am: 31 Oct 17, 11:40 »
@Roadrunner
******
Ich denke doch das lässt sich auch kostengünstiger lösen, oder?
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Es gibt selbstverständlich günstigere Lösungen. Vom selbstgebastelten Stativ über selbsthergestellte Beleuchtung. Und auch mit diesen einfachen Ausrüstungen lassen sich durchaus hervorragende Fotos erstellen. Das zeigt Herr Wagner ja auch.
Auch ich hatte auf diese Weise angefangen und zu Beginn mit einem Mikroskopantrieb von Hand gearbeitet. Da gibt es natürlich noch andere Lösungen mit Tischen die in 2 oder 3 Achsen zu verfahren sind. Die sind aber auch nicht gerade preiswert und man macht dann immer noch alles von Hand.
Aus eigener Erfahrung und aus der Erfahrung von vielen anderen Fotografen kann ich sagen, dass eigentlich alle die ich kenne letztendlich zu einem automatisierten System umgestiegen sind. Denn wenn du einmal 100 fertige Fotos mit stapeln von bis zu 80 Einzelaufnahmen von Hand um 0,010 mm weitergedreht hast und dann anfängst zu überlegen habe ich jetzt den Auslöser betätigt oder nicht, dann schaust du dich nach einer andern Lösung um.
Auf der Stonemaster Stackingtagung (die 4. findet in zwei Wochen statt) werden genau diese Situationen immer wieder von Fotografen bestätigt.
Dazu kommt, dass man selbst bei einer preiswerten Selbstbaulösung ganz schnell an die 500 Euro Marke kommt und dann hat man immer noch das manuelle System.
Deshalb weise ich im allgemeinen auf die Produkte von Stonemaster hin, da er meines Wissens der einzige ist, der ein komplettes System bzw. auch Einzelkomponenten, die man dann, nach und nach kombinieren kann, anbietet.
Ob die Teile preiswert oder hochpreisig sind, das ist wie mit den Mineralien. Da muss man auch für sich selbst entscheiden ob einem der Preis gerechtfertigt erscheint.
An preiswerten Objektive, kann ich dir die Serie 25er Summer, 35er Summer und das 50er Milar von Leitz empfehlen die kann man mit etwas Glück im Netz für 100 manchmal auch darunter pro Objektiv ergattern. Das waren auch meine ersten Objektive mit denen ich fotografiert hatte und die Ergebnisse sind wirklich gut. Die Objektive die heute oft von den bekannten Fotografen benutzt werden kosten, wenn man nicht durch Zufall und Glück eins sehr preiswert einkaufen kann, ganz schnell mehrere hundert Euro. Wenn du Fotos unter 1 mm Bildbreite machen möchtest (ohne zu croppen) brauchst du mindestens 20fache (20x) Mikroskopobjektive und die liegen preislich je nach Hersteller ab 300 euro bis mehrere Tausend euro.

Wobei ich der Meinung bin, dass der Weg von Herrn Wagner mit einer preiswerten Ausrüstung zum dokumentieren der Sammlung etc. in den meisten Fällen genügt und auch durchaus der richtige Weg sein kann. Braucht mann dann tatsächlich einmal ein Foto das man als Poster ausdrucken möchte kann man dieses ja gezielt vielleicht auch von einem anderen Fotografen erstellen lassen. Aber alles in allem zur eigenen Dokumentation und auch für Abzüge reichen die meisten Foto die gemacht werden hundert mal aus.

Gruß
loparit


 

Offline UlrichW

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Re: Hinweise zu Photoausrüstung gesucht
« Antwort #13 am: 31 Oct 17, 14:22 »
Hallo Edgar,

im Prinzip sprichst Du mir aus der Seele, daher will ich einige Dinge nur zur Klarheit noch einmal darstellen...es lesen ja noch andere User mit.
Es ist schwierig seine Gedanken und Ziele zu beschreiben, vor allem wenn man dadurch gegen den Mainstream anstinkt. Daher bitte die folgenden Zeilen einfach als MEINE Sichtweise verstehen.

Die Idee mit dem preiswerten Equipment kam auf, nachdem ich die Hype um das automatische Stacking aufgekommen ist. Was mich enorm gestört hat war die Tatsache, das Jedem irgendwie eingeredet wurde, das man ohne High-End-Equipment gar keine richtigen Photos machen kann. Das ist zugegebenermaßen jetzt ein wenig übertrieben, aber es ist wie bei den Mineralien. Der schmuddelige kleine Selbstfund zählt nicht, es zählt nur was mindestens dreistellig im Preis oder mit einem unaussprechlichen Namen darher kommt. Zynismus-Modus AUS. Hinzu kommt, das ohne Top-Stüfchen auch kein TOP-Photo entstehen kann. Das ist aber nun auch wieder nicht ganz richtig...so schwer ist das alles.

Egal, meine Zielrichtung war es dem ganz normalen Sammler eine Möglichkeit aufzuzeigen, wie er selber und einfach ein paar schöne Photos seiner Stufen machen kann. Es kann nicht immer nur um das Beste Photo der Welt gehen, dafür gibt es Spezialisten. Aber die Breite der Sammler sollte Photos machen können, die heutigem Sehbedürfnissen entsprechen. und das auch von seinen eventuell nicht gerade topklassigen Stücken. Dafür muß ich natürlich Kompromisse eingehen, wie z.B. das mit der leeren vergrößerung. Klar ist das so, aber wenn ich den 1mm-Kristall wunderbar auf meinem Monitor sehe, sogar Details auf den Flächen (wie.z.B. kleine Risse oder Kantenabschürfungen) sehe, die ich im Bino niemals auch nur erahnt hätte (ich habe ein Leica!!!), so ist es mir ehrlich gesagt wurscht ob die Vergrößerung nun leer ist oder nicht. Wenn ich das Teil als Poster haben will, dann ist es so, dann muß ich an den Spezialisten heran treten. Aber warum sollte ich eine Spezialisten-Ausrüstung besitzen, wenn 99.95% aller Photos dazu dienen in reduzierter Form im Internet gezeigt zu werden, auf Gruppenabenden als Vortrag dienen oder ich einfach nur Spaß daran habe.

Es wurde hier ja die Problematik bezüglich der NIKON CFI-Objektive, und ob die eine Tubuslinse brauchen oder nicht, angesprochen. Das ist so ein Beispiel dafür, wie man Theorie soweit aufblähen kann, bis die Praxis unanwendbar ist. Wenn ich jetzt eine miserable Tele-Linse habe und diese als Tubuslinse einsetze, weil "ohne geht gar nicht", bekomme ich miserable Ergebnisse. Aus die Maus, der Krempel fliegt in die Ecke. Und weil ich ja belesen bin, weis ich ja, das ich einfach nur zu blöd dazu bin, weil "ohne geht gar nicht"...steht hundertfach geschrieben.
Wenn ich jetzt sage: lass doch Theorie mal Theorie sein und versuche es ohne Tubuslinse, dann... ja aber dann... wie kann ich nur.
Tatsache ist aber, das das Objektiv ohne Tubuslinse ein sehr gutes Bild abliefert, nur minimale Unterschiede zu dem mit Tubuslinse. Und wenn ich es besser machen will, dann kaufe ich mir halt eine entsprechende Tubuslinse. Aber ich kenne Beispiele, wo diese Vorgehensweise kathegorisch abgelehnt wurde, da sie nicht der Theorie entspricht. Und weiter wurden unscharfe und verzerrte Bilder produziert. Gegen derartige Denkweisen versuche ich anzugehen.

Interessanterweise hat sich bei meinen Freunden der BMS folgendes gezeigt: Vor zweii Jahren diskutierten wir über Photographie. Es kam heraus das fast allen der Aufwand dafür, finanziell wie zeitlich, zu hoch war. Vor einem Jahr habe ich dann meine Technik vorgestellt und drei Kollegen mit einem gleichartigen Equipment ausgestattet. Ich war drei Tage im Volleinsatz um den Leuten das Photografieren zu zeigen. Alle drei berichteten einstimmig, das sie seit sie das Equipment haben, sie ihre Sammlung ganz neu sehen...und damit wieder Spaß am Hobby haben. Dieses Jahr waren bereits 9 Leute mit ihren nachgebauten Equipment da und der Trend hält an. Natürlich geht der eine oder andere dann einen Schritt weiter, aber alle haben wieder Spaß an einem austerbenden Hobby. Der Grundgedanke der sich hier herausgebildet hat war, das es nun den Leuten möglich ist ihre Funde anderen zu zeigen, und zwar in einer Qualität, die sich nicht zu verstecken braucht.

Ab nun geht die Diskussion in eine andere Richtung. Bildbreiten von 1mm und darunter sind gefragt. Ich habe einmal die Regel aufgestellt, das zu jedem Photo immer auch das Stüfchen in der Sammlung sein muß. Kein Photo ohne Stüfchen! Das führte aber jetzt dazu, das man wirklich jeden Krempel fotografiert und erstaut ist, welche tollen Photos da aus einem Krümel der Wegwerfkiste gemacht werden können. Spätestens zu diesm Zeitpunkt denkt man natürlich über Verbesserungen nach, aber dann bewegt man sich schon wieder in eine andere Richtung...zumal die Sammlung "zugemüllt" wird. Ich versuch den Leuten also zu erzählen, das eine Bildbreite von etwa 2.5mm, und die ist mit einem 10fach-Objektiv wunderbar zu machen, ausreichend ist, denn "kleinere Sachen seht ihr doch unter dem Bino eh kaum". Ich benutze höhere Vergrößerungen nur zur Bestimmung, man ist erstaunt wieviel man mehr sieht, trotz leerer Vergrößerung. Interessanterweise, besser gesagt dummerweise, geht mit der ganzen Geschichte auch einher, das man gar nicht mehr zun aufarbeiten seiner Funde oder Altbestände hat, denn sobald etwas glitzert, landet es schon unter dem Photapperat. Da soll man zu etwas kommen....

Noch ein Fakt ist wichtig zu erwähnen. Meine Beobachtung hat ergeben, das sich die Sammler die so wie ich(wir) Photografieren, sich wieder mehr mit den Mineralien beschäftigen als mit dem Ego. Da wird ein Krümel geknipst, und schon geht die Diskussion los was es denn nun sei. Das ist für mich das Ziel, und darauf steuern wir hin.

Nööö, jetzt hab ich keine lust mehr...

Viele Grüße vom Photorebellen
Ulrich





Online Sebastian

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Re: Hinweise zu Photoausrüstung gesucht
« Antwort #14 am: 31 Oct 17, 17:12 »
Bitte fahr einen Porsche mit angezogener Handbremse.

 

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