Mineralien / Minerals / Minerales > Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals
Torfmineral, Moormineral Bad Feilnbach
Fabian99:
Hallo,
die Lage von IR und Raman-Banden sollte doch gleich sein, oder?
hilft dann vielleicht eine IR-Spektrensimulation?
http://www2.chemie.uni-erlangen.de/services/telespec/
Ich habe hier auch mal die Frage in unsere Simulationsrunde geworfen, ob da einer was weiss...
LG
isbjoern:
Interessante Diskussion!
Laut dem Abstract von dem 2015er Paper handelte es sich dort um ein Derivat dieser Substanz:
https://de.wikipedia.org/wiki/Abietinsäure
Macht es nicht Sinn, dass die aktuelle Bestimmung ein nahe verwandtes Derivat ist? Dann passt auch der Aggregatzustand!
Viele Grüße
- Björn
Axinit:
Servus,
die Diskussion ist in der Tat interessant, aber dreht sich ein wenig im Kreis ;).
Nach Lektuere der Publikationen von Strunz et al. und Pazout et al. (nochmals Danke an Stefan) moechte ich folgende Fakten beitragen:
(1) Das Mineral Refikit ist eine uneinheitliche Substanz und besteht aus zwei verschiedenen, chemischen Verbindungen, A und B, die sich um zwei Massenzahlen (zwei H-Atome unterscheiden). Das Verhaeltnis von A zu B im Kristall wurde m. W. nicht bestimmt.
(2) A und B unterscheiden sich lediglich in einem Substituenten (in rot bzw. blau) am Terpengeruest aus drei sechsgliedrigen Ringen. Besagter Substituent ist entweder eine Isopropyl -CH(CH3)2-Gruppe (blau) oder eine Methylvinylgruppe -HC=CHCH3 (rot).
(3) Die Methylvinylgruppe enthaelt eine C=C Doppelbindung, die im IR und Ramanspektrum charakteristische Banden aufweist (> 3000 cm-1, ca. 3020 - 3080 cm-1 sowie ca. 1640 - 1680 cm-1).
Die Isopropylgruppe zeigt ebenfalls typische schwingungspektroskopische Absorptionen (C-H Streckschwingung liegt bei Werten < 3000 cm-1, ist aber von den anderen CH Streckschwingungen kaum zu unterscheiden).
Je nach Verhaeltnis von A zu B in der Probe sind die C=C Schwingungen mehr oder weniger gut beobachtbar (es gilt auch hier das Lambert-Beer-Gesetz). Dies koennte m. E. zwanglos die Messergebnisse von Guenter erklaeren.
(4) A und B besitzen beide Carboxylgruppen - die CO Schwingung sollte im IR sehr gut zu sehen sein.
Die Auswahlregeln fuer IR und Raman sind komplementaer: eine Schwingung die mit der einen Methode schlecht beobachtbar ist, sieht man mit der anderen gut: z. B. CO (IR +++) Raman (--).
(5) Refikit hat nichts mit Fettsaeuren zu tun, sondern leitet sich von dem Kohlenwasserstoff Phenanthren her.
Fortsetzung folgt - falls erforderlich.
BG
Harald
Uwe Kolitsch:
> die Lage von IR und Raman-Banden sollte doch gleich sein, oder?
Das hängt von der Molekülsymmetrie ab:
Mutual Exclusion rule: Any molecule with a center of symmetry has no IR and Raman bands in common.
guefz:
Ich habe jetzt auch einen Kristall von der dritten Probe gemessen, die ich von Stefan erhalten habe. Hier ist das Spektrum fast exakt identisch mit dem Spektrum aus Mineralogical-Magazine 79/2015 S.59-70. Das hätte ich auch von Anfang an klar als Refikit angesehen. Letztlich scheinen in Stefans Probenmaterial zwei Varianten der Kristalle zu existieren. Die Kristallkrümel aus den ersten Messungen hat Stefan mittlerweile wieder zurück erhalten. Da wäre meines Erachtens eine genauere Untersuchung zu empfehlen, ob das nur der Unterschied von A nach B ist wie von Harald angeführt, oder ob das noch weiter gehende Unterschiede hat.
Ich habe die beiden Spektren nochmal zum Vergleich angehängt: fram-0179 ist die Messung an dem Material mit Doppelbindungsanteil, fram-0185 ist die Messung an dem Material ohne nennenswerten Doppelbindungsanteil. Auch im oberen Wellenzahlenbereich unterscheiden sich beide Spektren doch recht deutlich.
Günter
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