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Torfmineral, Moormineral Bad Feilnbach

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Fabian99:
Hallo,

ich habe einen Bekannten gefunden, der sagt, dass er IR und Raman möglicherweise rechnen lassen kann.
Ich sende ihm morgen mal die Daten.

LG

Axinit:
Servus,

nun habe ich  mir die Spektren aus Guenters letztem Beitrag noch einmal angesehen - mit den briefmarkengrossen Graphen im Lexikon war das doch ein wenig schwierig.

An Stelle langer Diskussionen scheint es angebracht, an ein wichtiges Prinzip der Naturstoffchemie zu erinnern:

Zwei chemische Verbindungen (z.B. eine in der Natur isolierte Substanz und deren synthetisches, im Labor erzeugtes Equivalent) sind dann identisch, wenn die IR-Spektren deckungsgleich sind und der Mischschmelzpunkt keine Erniedrigung zeigt.

Ich denke, dass man dies auch auf linienreiche (= informationshaltige) Ramanspektren uebertragen darf.

Im Fall des Refikits, der offensichtlich ein Substanzgemisch (aus zwei verschiedenen Verbindungen mit unbekanntem Mischungsverhaeltnis) darstellt, stellt sich damit sofort die Frage nach der Aussagekraft eines Spektrenvergleichs.

Spektren von Gemischen sind immer schwierig zu interpretieren - die Aussagekraft eines Spektren-Vergleich von Gemischen unbekannter Zusammensetzung erscheint fragwuerdig.

Es bleibt spannend  ;D.

GA

Harald



Stefan:
Nur als Hinweis - Bilder im Lexikon und auch die Graphen kannst Du auch in Voller Auflösung ansehen. Dann sind Sie nicht so popelig. Vg Stefan

Fabian99:

--- Zitat von: Axinit am 01 Mar 18, 13:55 ---
(4) A und B besitzen beide Carboxylgruppen - die CO Schwingung sollte im IR sehr gut zu sehen sein.
Die Auswahlregeln fuer IR und Raman sind komplementaer: eine Schwingung die mit der einen Methode schlecht beobachtbar ist, sieht man mit der anderen gut: z. B.  CO (IR +++)  Raman (--).


--- Ende Zitat ---

Ja, das ist klar. Daher auch mein Bezug zur Lage der Bande! Nicht zur Intensität.

Danke für den Input - ich würde dir glatt Daumen hoch für die beiden Beiträge geben, falls das hier ginge.

LG

Axinit:
Servus,

so nachdem Guenter freundlicherweise seine Ramandaten zur Verfuegung gestellt hat, habe ich noch einmal die beiden Spektren zum Vergleich abgebildet.

Offensichtlich - und wie bereits von Guenter festgestellt - sind die beiden Graphen NICHT deckungsgleich. Da in beiden Faellen eventuell Substanzgemische vorliegen, sollte man keine voreiligen Schlussfolgerungen ziehen.

Beide Spektren lassen die Anwesenheit von C=C -Doppelbindungen vermuten. Oberhalb von 3000 cm-1 zeigt der Graph Fram 185 eindeutig eine H-C(sp2)=C(sp2) Streckschwingung, fuer Fram 179 ist dies weniger deutlich erkennbar.

Auch die beiden Banden bei 1650 und 1610 cm-1 lassen sich zwanglos C=C- Schwingungen zuordnen. Diese Absorptionen sind fuer Fram 179 viel staerker ausgepraegt als fuer Fram 185.

Auffaellig ist die starke  -CH2-Streckschwingung bei ca. 2850 cm-1, die so nur bei Fram 185 auftritt. Da die Position dieser Banden  i. A. nur wenig variabel ist, koennte dieser signifikante Unterschied auf das Vorliegen eines anderen, weiteren, jedoch sehr aehnlichen Triterpenoid-Geruests (mit mehr C=C-Doppelbindungen) hinweisen.

Abietinsaeure waere hierfuer ein moeglicher (vielleicht sogar ein heisser) Kandidat. Dies ist eine begruendete Vermutung - nicht mehr. Ich kann mich auch irren.

Es bleibt spannend !

Harald

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