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Autor Thema: Mineralsuchende Schwarzbefahrer  (Gelesen 14591 mal)

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Offline ger steinn

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Re: Mineralsuchende Schwarzbefahrer
« Antwort #15 am: 10 Nov 17, 13:39 »
Im Übrigen wäre der Markt für alle die ihr Hobby vom Sofa aus oder durch Börsenkäufe betreiben ganz schön leer wenn es keine Schwarzbefahrer gäbe - ob in der Grube oder im Steinbruch.

oder an Fundstellen in Wald und Flur oder aus diversen ausländischen Minen (ich sag nur "Miners Launchbox") oder Untertage-Wismutfunde vor 1990 oder, oder, oder ... Schon witzig wie manch Sofasammler politisch korrekt + erstreckt tut, wenn er erfährt, wie Mineraliensuche am Aufschluß aussieht.

Offline Kluftknacker

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Re: Mineralsuchende Schwarzbefahrer
« Antwort #16 am: 10 Nov 17, 16:53 »
Der Artikel wurde wohl zuerst auf der GAG Seite gepostet.....da sind wir , in der Befahrerszene, nur ein ganz kleines Licht.

Ja, da stammt er her.
Ich frage mich nur, was ist zu tun, damit dieser Graben "zwischen den beiden Lagern" nicht noch tiefer wird, und: was muss geschehen, damit solche "Artikel" nicht hin und wieder in die Öffentlichkeit geraten (müssen)? Und: was kann jeder dafür tun....?

Glück auf!  :D

Offline Steinjäger

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Re: Mineralsuchende Schwarzbefahrer
« Antwort #17 am: 10 Nov 17, 17:55 »
Hallo,

einmal mit dem "Untertagevirus" infiziert hilft keine Therapie ;).
Auch wenn es sicher gewagt ist sich mit vollem Namen und Foto für einen solchen Bericht zur Verfügung zu stellen sollte man die Wirkung nicht überbewerten. Die Anzahl der Schwarzbefahrungen hat sich bedingt durch immer weniger Möglichkeiten dazu zumindest in Deutschland erheblich reduziert und der eine oder andere wird sich noch etwas wehmütig an die wilden 1980er und 1990er Jahre erinnern ;D.
Abenteuer aller Art waren schon immer riskant und auch oft nicht ganz legal, aber ein langweiliges Leben in vermeintlicher Sicherheit ist nun mal nicht jedem sein Ding. Dies ist meine persönliche Meinung und sollte nicht als Anstiftung zu was auch immer missverstanden werden.
Gruß und Glück auf!

Uwe

Offline Spreitzl

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Re: Mineralsuchende Schwarzbefahrer
« Antwort #18 am: 10 Nov 17, 18:19 »
Hallo

Ich denke fast jeder Sammler hat schon mal irgendwo gearbeitet wo es nicht erlaubt war, aus welchen Gründen auch immer.
Dann mache ich da aber in der Öffentlichkeit nicht noch Werbung damit.
Da braucht man sich nicht zu wundern wenn immer mehr Fundstellen verloren gehen.

Glück Auf

Spreitzl



Offline Alcest

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Re: Mineralsuchende Schwarzbefahrer
« Antwort #19 am: 11 Nov 17, 01:37 »
Also ich bin auch ohne Neufunde glücklich mit meinem Hobby und bewerte Neufunde nicht wesentlich anders als Klassiker von vor 50 Jahren.

Wie gesagt - der schlechte Eindruck, der auf Sammler abfärbt, ist eine Sache. Ich denke aber eher an den Notfall, in dem auch das Leben von Helfern in Gefahr ist. Das geht gar nicht!

Klar war es mit den Mineralien und deren Herkunft immer schon so eine Sache. In der Uranlagerstätte #1 Shinkolobwe kam - entweder monatlich oder wöchentlich, ich weiß es nicht mehr genau - ein dutzend Arbeiter um das Leben. Natürlich fast immer die armen Kongolesen.

Ich habe auch schon Stufen gehabt, die mir der Originalfinder mit dem Hinweis auf eine illegale Befahrung in seinen jungen Jahren verkauft hat. Ein großer Fan davon bin ich trotzdem nicht.
Es gibt gerade aus dem Erzgebirge eigentlich genug Material, als dass man da solche Aktionen bringen muss - meiner Meinung nach.


Offline Andreas Schmid

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Re: Mineralsuchende Schwarzbefahrer
« Antwort #20 am: 11 Nov 17, 18:42 »
Es gibt Gesetze und die müssen eingehalten werden. Wäre ja noch schöner wenn jeder tut was er will. Und wenn ein Gesetz nicht gerechtfertigt erscheint kann man ja versuchen es zu kippen. Aber das muss jeder für sich entscheiden und mir persönlich ist das herzlich egal. Was mich aber wirklich stört ist dass diese Leute im Falle eines Unfalls die Hilfe der Allgemeinheit in Anspruch nehmen wollen. Wir haben in Österreich z.b. das Problem dass es viele Idioten gibt die bei widrigsten Bedingungen auf einen Berg rauf müssen. Im Winter wie im Sommer. Und genau diese Wahnsinnigen müssen dann andere Leute unter Einsatz ihres Lebens retten. Und glaubt ja keiner dass diese Retter nicht oft stinksauer auf die "Opfer" sind.
Also wer sich schon über Gesetze oder Vernunft und  Hausverstand hinwegsetzt der muss sich im klaren sein dass er das auf eigene Gefahr tut und sollte keine Hilfe erwarten dürfen.

Offline Harzsammler

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Re: Mineralsuchende Schwarzbefahrer
« Antwort #21 am: 11 Nov 17, 20:33 »
Wir haben in Österreich z.b. das Problem dass es viele Idioten gibt die bei widrigsten Bedingungen auf einen Berg rauf müssen. Im Winter wie im Sommer. Und genau diese Wahnsinnigen müssen dann andere Leute unter Einsatz ihres Lebens retten. Und glaubt ja keiner dass diese Retter nicht oft stinksauer auf die "Opfer" sind.
Also wer sich schon über Gesetze oder Vernunft und  Hausverstand hinwegsetzt der muss sich im klaren sein dass er das auf eigene Gefahr tut und sollte keine Hilfe erwarten dürfen.
... das ist richtig, nur sind die Mineraliensammler darunter mit Sicherheit eine verschwindend geringe Minderheit.
In manchen Gegenden sind heutzutage auch mehr Geocacher und Ruinenschleicher Untertage unterwegs und keinesfalls die °bösen° Mineraliensammler.




Offline Andreas Schmid

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Re: Mineralsuchende Schwarzbefahrer
« Antwort #22 am: 12 Nov 17, 07:50 »
Michael das war eher allgemein gedacht. Darunter fallen natürlich auch mineraliensammler aber bei weitem nicht nur. Als aktiver mineraliensammler stehe ich unserer sache naturgemäss aufgeschlossen gegenüber. Meine kritik gilt denen die in ihrer blinden gier die verhältnismässigkeit aus den augen verlieren. Fremdes eigentum und VOR ALLEM die gesundheit sind ein höheres gut als ein paar "felsen".

Offline michaelh

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Re: Mineralsuchende Schwarzbefahrer
« Antwort #23 am: 12 Nov 17, 08:37 »
Hallo Zusammen,
die Diskussion zu dem Artikel ist doch nur stellvertretend für jene Vorkommnisse wo Leute -  sei es bewusst oder unbewusst (in dem Artikel natürlich bewusst) - bestimmte Aktivitäten setzen die dann möglicherweise zu einer Gefahr für andere Leute wei z.B.: Rettungskräfte ausarten.
Ich denke die meisten von uns haben schon Dinge durchgeführt, wo wir uns nachher über uns selbst gewundert haben, warum wir das gemacht haben und uns vornehmen in Zukunft umsichtiger zu sein -  das beginnt bei unserem Hobby doch schon bei Kletterpassagen die wir durchsteigen oder beim Arbeiten in Felswänden in einem Steinbruch ohne einen Helm zu tragen. Hier nehmen wir bewusst Risiko in Kauf um unserem Hobby nachzugehen.
Dazu gibt es natürlich viele weitere Beispiele außerhalb des Mineraliensammelns - Skifahren, Skitouren, Moutainbiken, Motoradfahren, Autofahren, Fallschirmspringen, Parcour, etc.. (ist nur eine Aufzählung ohne bestimmte Aktivitäten hervorzuheben oder auszuklammern).

Solange nichts passiert und bei der Ausübung keine weiteren Personen direkt gefährdet werden ist es ja gut, aber in vielen Fälle wird dieses Risiko bewusst oder unbewusst übergangen. Warum also sollte sich jemand Gedanken über indirektes Risiko für den Einsatz von Rettungskräften machen?

Ich persönlich sehe hier keine Lösung am Horizont - selbst wenn die Rettungsdienste bezahlt werden müssen und Strafen angedroht werden, wird es immer noch Leute geben die bewusst das direkte und indirekte Risiko eingehen.

Grüße Michael

Offline lohme

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Re: Mineralsuchende Schwarzbefahrer
« Antwort #24 am: 13 Nov 17, 11:59 »
Hallo,
ja genau ich hab´s auch zuerst auf der GAG gelesen.
Ist immer bisschen schwierig, wenn man sowohl bergbau - als auch mineralieninteressiert ist.  Da hier meist immer auch ein Neidfaktor vorhanden ist, bei denen, die keine Befahrungen machen, sind es dann auch meist die, die den moralischen Zeigefinger erheben.
Die meisten die Gruben befahren, verfügen über eine gewissen Erfahrung dabei und sind sich der Gefahren bewußt und gehen diese Risiken aus den unterschiedlichsten Gründen auch bewußt ein. Und wenn man dabei noch bissle gescheid ist, geht man damit auch nicht an die Öffentlichkeit.
Das sind auch solche Artikel die in gewisser Regelmäßigkeit auftauchen und dann immer die gleichen Diskussionsmuster erzeugen.

Soll doch jeder nach seinem Sinn handeln, solange andere dabei nicht gefährdet werden.

Glück Auf
lohme

Offline Alcest

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Re: Mineralsuchende Schwarzbefahrer
« Antwort #25 am: 13 Nov 17, 16:50 »
Die "ihr seid neidisch"-Karte ist aber auch ein Klischee sondergleichen ;-)

Andere werden indirekt gefährdet. Oder glaubst du, die Rettungskräfte lassen einen Verschütteten liegen, nur weil er selbst an seiner Lage die Schuld trägt?

Offline euklas

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Re: Mineralsuchende Schwarzbefahrer
« Antwort #26 am: 13 Nov 17, 18:25 »
"Die "ihr seid neidisch"-Karte ist aber auch ein Klischee sondergleichen ;-)"
Meiner Einschätzung nach ist es mehr als nur ein Klischee. Die meiste Kritik geht in der Regel an die Sammler, die bei der Mineraliensuche viel Einsatz zeigen und dementsprechend auch öfter mal etwas gutes finden, egal ob über - oder untertage.

Offline Alcest

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Re: Mineralsuchende Schwarzbefahrer
« Antwort #27 am: 13 Nov 17, 19:14 »
Ich bin jedenfalls nicht neidisch. Ich habe ein sehr eng umstecktes Sammelgebiet und bin mit den Klassikern sehr zufrieden.
Mit Eigenfunden sieht es schlecht aus und Neufunde werden an Altfunde nicht so schnell herankommen. Ich brauche keine Schwarzbefahrungen, um den Thrill in meinem Hobby zu spüren. Bin ein klassischer Kaufsammler und ausgefüllt damit.

Online guefz

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Re: Mineralsuchende Schwarzbefahrer
« Antwort #28 am: 13 Nov 17, 20:20 »
Schön für dich, wenn du damit zufrieden bist. Es gibt aber auch Sammler, die sich lieber selber die Hände dreckig machen wollen, um zu einer Sammlung zu kommen. Ich selbst war zwar nur selten unter Tage unterwegs, dafür aber sehr häufig in den Alpen in Bereichen unterwegs, wo vielen aus diesem Forum schon beim Zusehen schwindelig werden würde. Und wenn sich früher die Leute unter vermutlich nicht gerade ungefährlichen Bedingungen nicht die Finger dreckig gemacht hätten, gäbe es jetzt für dich auch nicht viel zu sammeln. Ich möchte auch nicht wissen, wie viele heutige klassische Sammlungsstücke früher auf illegalen Wegen ans Tageslicht gebracht wurden. Ist es wirklich eine Lösung, immer alles für alle verbieten, bei dem man sich mehr als einen Kratzer holen kann?

Günter

Offline Alcest

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Re: Mineralsuchende Schwarzbefahrer
« Antwort #29 am: 13 Nov 17, 20:35 »
Dass die Stufen früher nicht vom Himmel gefallen sind, ist mir natürlich auch bewusst.

Gerade bei meinem Zeug weiß ich aber auch, dass sehr sehr viel von Halden stammt oder von Untertagefunden aus Betriebszeiten. Wenn die Gänge da ohnehin abgebaut wurden, hat sicherlich kaum jemand sein Leben für die Sammlerstufen riskiert. Seine Freiheit gegebenenfalls schon. Aber damit werden keine anderen Menschen in Gefahr gebracht.

Weil du sagst, manche machen sich auch lieber dreckig für ihr Vergnügen... Ich hätte auch gern mehr Geld und manche schöne Frau, verzichte aber lieber darauf bevor es anderen an den Kragen gehen könnte.

Und nur, weil historisches Material mitunter abenteuerlich geborgen wurde, ist das keine Rechtfertigung, dies heute zu wiederholen.

Nein, Verbote verhindern nicht alles und sind nicht immer sinnvoll. Grenzwertige Schwarzbefahrungen in ungesicherten Stollen in der Illegalität zu halten - ja da hält sich mein Wutbürgertum sehr in Grenzen.