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Autor Thema: Hämatit antiferromagnetisch  (Gelesen 3803 mal)

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Offline Harzsammler

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Hämatit antiferromagnetisch
« am: 16 Nov 17, 00:25 »
Hallo,

ich habe mehrere Anschliffe von Hämatit (Roteisenstein) von Ilfeld vorliegen.
An manchen Stellen dieser Platten ist der Hämatit recht dicht und hochglänzend.
Wenn ich nun mit einem Neodymmagnet an einem Faden über die Platten pendele, wird der Magnet von den glänzenden Stellen abgelenkt (herausgedrückt) und das egal welchen Pol ich nehme.
An Glaskopf von der Knollengrube konnte ich Bereiche mit Anziehung und abstoßende Bereiche auspendeln.

Ohne Faden, nur diesen starken Magnet angehalten lässt sich kein Effekt feststellen (sollte ja bei Hämatit auch so sein).

Ist das der Nachweis für Antiferromagnetismus oder sind diese Effekte auf andere Ursachen zurückzuführen?

Grüße,
Michael
« Letzte Änderung: 16 Nov 17, 09:46 von Harzsammler »

Offline stoanklopfer

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Re: Hämatit antiterrormagnetisch
« Antwort #1 am: 16 Nov 17, 05:48 »
... Antiterrormagnetismus ...

Soll das etwa ein Scherz sein? Dann verstehe ich ihn nicht.

Offline heli

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Re: Hämatit antiterrormagnetisch
« Antwort #2 am: 16 Nov 17, 07:57 »
Soll wohl Antiferromagnetismus heißen.

Offline Harzsammler

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Re: Hämatit antiterrormagnetisch
« Antwort #3 am: 16 Nov 17, 09:13 »
... Antiterrormagnetismus ...

Soll das etwa ein Scherz sein? Dann verstehe ich ihn nicht.
...kein Scherz - AutoFill, und nicht noch mal drüber geschaut :-[
Mit dieser Problematik würde ich auch nicht scherzen.
Habe es geändert.

Da ich mich nicht viel mit Magnetismus befasst habe, waren mir nur zwei Möglichkeiten bekannt: Magnet/Mineral wird mehr oder weniger stark angezogen oder keine Reaktion.

Nun sehe ich hier aber Bereiche wo der Magnet abgestoßen wird und das bei jeder Polung.
Wenn das jemand erklären könnte...

Grüße,
Michael

« Letzte Änderung: 16 Nov 17, 09:21 von Harzsammler »

Offline Fabian99

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Re: Hämatit antiferrormagnetisch
« Antwort #4 am: 16 Nov 17, 09:36 »
Hallo,

was du beschreibst ist aber kein Antiferromagnetismus.
Beim Antiferromagnetismus heben sich intern die Elementarmagnete (=magnetischen Momente) auf.
Dann gibt es noch Diamagnetismus, aber nicht in der Ausprägung wie bei dir.

LG

Offline felsenmammut

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Re: Hämatit antiferromagnetisch
« Antwort #5 am: 16 Nov 17, 18:10 »
Glück Auf!

Bei Diamagnetismus wird der Stoff mit der negativen Suszeptibiltät aus dem  Magnetfeld gedrängt. Die abstoßende Kraft kann aber genauso gut die Quelle, die das Magnetfeld erzeugt, wegdrängen. Dem würde wohl Deine Beschreibung entsprechen. Seltsam ist nur, die deutliche Sichtbarkeit des Phänomens. Üblicherweise sind die Suszeptibilitätsbeträge bei Diamagnetismus sehr klein. Hämatit, Pyrolusit und Psilomelan und Manganit sind alle paramagnetisch, werden also in ein Magnetfeld hineingezogen. Baryt zeigt quasi gar keine Reaktion auf Magnetfelder. Calcit (in Reinform) wird mit negativer Suszeptibilität angegeben, aber eben mit sehr kleinen Werten, die eigentlich deutlich mehr experimentellen Aufwand bedeuten als ein Strick und ein Neodymmagnet.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline Hydrobora89

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Re: Hämatit antiferromagnetisch
« Antwort #6 am: 16 Nov 17, 20:26 »
 Hallo Micha
Du wirst es nicht glauben aber ich hab genau das selbe auch schon durch mit dem magnet am faden  :D
Aber mein Stück stammt von Appenrode (Richtung Werna)

Ich dachte das ein Meteorit war weil so schwer ( wo ich noch Neuling war ) ;D

Offline alfredo

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Re: Hämatit antiferromagnetisch
« Antwort #7 am: 16 Nov 17, 23:54 »
Graphit und gediegene Wismut sind beide ziemlich stark antiferromagnetisch/diamagnetisch, und es muss doch sicher auch andere solche Mineralien geben, aber ich habe keine Liste gesehen.

Offline Fabian99

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Re: Hämatit antiferromagnetisch
« Antwort #8 am: 17 Nov 17, 08:10 »
Hallo Leute,

lasst mal die Kirche im Dorf. Die Kräfte sind gering!

http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/8392/1/Engelmann.pdf
Seite 27/285.

LG

Offline Harzsammler

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Re: Hämatit antiferromagnetisch
« Antwort #9 am: 17 Nov 17, 10:25 »
Hallo,

hier mal ein paar Bilder von dem Probenmaterial.
Der Effekt, dass der Magnet ausgelenkt wird tritt am stärksten an den schaligen, dichten, hochglänzenden Bereichen und besonders an dem "Herzchen" auf.
Dort will der freihängende Magnet absolut nicht hin.

Wenn es nun so ist, dass ich Antiferromagnetismus nicht nachweisen kann, dann ist eine logische Erklärung für die Auslenkung des Magnets, dass das umgebende Material mit ferromagnetischen Mineralien "verunreinigt" ist, der Magnet quasi davon angezogen wird und nicht, wie erst vermutet, von dem dichten Material abgestoßen wird?

Der Magnet ist übrigens so stark, dass ich ihn von einer glatten Eisenfläche nicht abbekomme, mir die Fingernägel abbrechen würde und ich einen Schraubendreher nehmen muss um ihn abzulösen.

Grüße,
Michael

Offline Harzsammler

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Re: Hämatit antiferromagnetisch
« Antwort #10 am: 17 Nov 17, 10:32 »
Und hier mein zugegeben sehr simpler und laienhafter Versuchsaufbau:
Stahlmutter am Faden, daran der Magnet, Tasse zum ausrichten und bewegen der Probe.

Zum Schluss noch zum Vergleich ein Foto mit Magnetit-Erz vom Spitzenberg wo man sehr schön die erwartbare Auslenkung sehen kann.

Offline Fabian99

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Re: Hämatit antiferromagnetisch
« Antwort #11 am: 17 Nov 17, 14:23 »
Hallo Michael,

Zuerst: Antiferromagnetismus heisst nicht das der Magnet abgestossen wird, sondern dass sich die magnetischen Bereiche mehr oder minder kompensieren.

Ja, die Erklärung mit unterschiedlichen Suszeptibilitäten innerhalb der Probe halte ich für sehr viel wahrscheinlicher, vielleicht wirklich Magnetit-Einschlüsse?

LG

Offline harzgeist

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Re: Hämatit antiferromagnetisch
« Antwort #12 am: 17 Nov 17, 19:18 »
Hallo Michael

Wenn es nun so ist, dass ich Antiferromagnetismus nicht nachweisen kann, dann ist eine logische Erklärung für die Auslenkung des Magnets, dass das umgebende Material mit ferromagnetischen Mineralien "verunreinigt" ist, der Magnet quasi davon angezogen wird und nicht, wie erst vermutet, von dem dichten Material abgestoßen wird?

Diese Erklärung erscheint mir auch am wahrscheinlichsten. Magnetit ist ja aus dem Revier nachgewiesen. Eine andere nicht auszuschließende Möglichkeit könnte eine Verwachsung mit Maghemit sein. Eine erzmikroskopische Untersuchung könnte da sicher mehr Aufschluss geben, auch in genetischer Hinsicht. So langweilig, wie es scheint, sind diese Hämatiterze wohl doch nicht.
Vielleicht meldet sich ja jemand, der solche Untersuchungen macht, bei dir. (Ich hoffe mal, er liest hier mit   :))

Thomas

Offline Lynx

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Re: Hämatit antiferromagnetisch
« Antwort #13 am: 17 Nov 17, 22:47 »
Hallo zusammen
als Ergänzung etwas Literatur

Maike Lübbe (2009). Präparation und magnetische Eigenschaften dünner Fe2O3-und FeTi1-xO3-Schichten auf Al2O3 (0001) (Doctoral dissertation, LMU München).

mit Hintergrundinfos  u.a. zu Magnetismus und Hämatit; dazu der link:
https://edoc.ub.uni-muenchen.de/10251/1/Luebbe_Maike.pdf

Gruß, Martin