Hallo Uwe, hallo Norbert
hier gibt es viel zu sagen. Grundsätzlich spreche ich von Makrofotografie!! Im Gegensatz zur Makrofotografie ist bei der Mikrofotografie der Anspruch an die Technik größer. Letztlich lebt die Qualität der Mikrofotografie in erster Linie von der eingesetzten Technik und stellt an den Fotografen weit weniger Anforderungen. Außer dass er eben sein Gerät gut bedienen kann.
Für beides gilt aber dass das Kameragehäuse der mit Abstand unwichtigste Teil des Systems darstellt. Die Kamera und vor allem die Pixelanzahl wird weit überschätzt. In jedem Ding stecken im Prinzip dieselben Sensoren deren Signale von der Software der Kamera in ein Bild umgesetzt werden. Und hier wird erstmal auch die Nachbearbeitung zum wichtigen Thema. Es ist ein netter aber naiver Ansatz zu glauben ein gutes Foto ohne Nachbearbeitung machen zu können. Von Ausnahmen einmal abgesehen. Und eben mit der Nachbearbeitung kann man viele Eigenheiten einer Kamera verbessern oder die andere Kameras imitieren. Das hat natürlich auch Grenzen. Die Pixelanzahl ist auf keinen Fall ein entscheidender Faktor für ein gelungenes Foto. 12, 15, 24 egal. Es ist sogar so, dass es eine physikalisch machbare Grenzen dafür gibt. Dies gilt auch für Vollformat. Ganz egal welches Format der Sensor kann eben nur eine gewisse Dichte an Pixel gut vertragen. Ohne ins Detail gehen zu wollen. Diese Grenze ist sicher bei Halbformat bei den 24 MP und bei Vollformat ungefähr beim Doppelten. Ab dann wird die Qualität sogar wieder schlechter.
Das Objektiv hat da sicher den weitaus wichtigeren Stellenwert. Immerhin ist es das Bindeglied zwischen Objekt und Sensor. Und was das Objektiv nicht schafft kann der Sensor natürlich nicht abbilden. Zu der Frage mit den Zwischenringen ist zu sagen, dass Luft immer besser ist als Glas. So gesehen sind die Zwischenringe per se die bessere Lösung. Genauso wie der Balgen. Leider gibt es auch hier ein ABER. Denn auch der beste Balgen kommt nicht ohne Linse aus. Und hier haben wir wieder das Nadelöhr. Meist werden Normalobjektive verwendet die oft keine tolle Qualität besitzen. Super Normalobjektive kosten u.U. mehr als Makros. Und dann ist noch die Frage ob die Normalobjektive für die Art der Abbildung geeignet sind. Randunschärfen etc.
Übrigens gibt es Objektive auch gebraucht. Meines habe ich um 180.- auf eBay erstanden. Dachte schlimmstenfalls schicke ich es zurück. Kostet ein paar Euro. Aber es arbeitet seit 1,5 Jahren perfekt. Und was die Frage von dir Uwe betrifft ist die Fokussierung für mich nicht relevant da ich sowieso manuell scharf stelle. Und das ohne Ausnahmen. (beim Makro) Genauso wird bei mir die Belichtungszeit und Blende manuell eingestellt.
Noch was zur Sensorgröße. Der Unterschied zwischen Voll und Halbformat macht sich irgendwo bei Vergrößerungen ab 100 x 70 cm bemerkbar. Brauche ich nicht. Und wenn dann gebe ich das Bild einer Druckerei die das Foto mit vektorieller Bildbearbeitung auf 10 m vergrößern kann ohne Qualitätsverlust. Daher sind die Mehrkosten einer Vollformatkamera für mich nicht angebracht. Ein wirklicher Sprung (auch nur bei Vergrößerungen!!!!!!!!) sind dann Mittelformatkameras. Aber die Preise dafür sind schon gewaltig.
Fazit Objektiv wichtig, Gehäuse weniger. Ich muss dazu sagen ich bin resultatorientiert und nicht technikverliebt. Manche Puristen werden bei meinen Zeilen aufschreien. Aber für ein gelungenes Bild zählen bei weitem mehr das Können des Fotografen als die Technik. (Ausnahme Objektiv)
Apropos Nachbearbeitung. Diese ist wie viele meinen ein Derivat der Digitalfotografie. Stimmt nicht. Ich habe vor vielen Jahren beruflich mit Fotografie und Fototechnik zu tun gehabt. In diesem Zusammenhang haben wir auch Tests gemacht zum Thema Ausarbeitung. Es ging darum die unterschiedliche Qualität der Labors bei der Filmentwicklung zu testen. Und kurz gesagt alle Labors hatten völlig unterschiedliche Qualitäten. Und das lag an der Nachbearbeitung bzw Maschineneinstellung. Und das was damals gemacht wurde macht eben der Digitalfotograf heute selber mit GIMP oder PS.
LG
Andreas