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Autor Thema: Anwendungsschwierigkeiten: Härteskala nach Mohs  (Gelesen 2009 mal)

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Offline GeoAlex90

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Schönen guten Tag,

ich bin neu hier im Forum und hoffe, dass sich dieser Beitrag an bestehende Richtlinien hält.

Ich habe kürzlich eine große Härteskala nach Mohs geschenkt bekommen, da ich mich im Rahmen meines Studiums auf das Modul "Mineral- und Gesteinsbestimmung" vorbereiten möchte. Wie der Titel es bereits vermuten lässt, habe ich Probleme bei der Anwendung.

Wenn ich ein relativ "weiches" Mineral mit einem relativ "harten" Mineral (so z.B. Calcit mit Quarz) ritze, so erkenne ich deutliche Kratzer auf dem weicheren Mineral und kann leicht bestimmen, welches der beiden das härtere ist.
Anders verhält es sich bei Mineralen, die sich in der Härte nicht so extrem unterscheiden. Versuche ich so zum Beispiel Apatit (Härte 5) mit Feldspat (Härte 6) zu ritzen, so fällt es mir extrem schwer - auch unter Zuhilfenahme einer Lupe mit fünffacher Vergrößerung - irgendwelche Kratzer oder Ritzspuren zu erkennen. Alles, was ich nach dem Ritzen ausmachen kann, ist ein weißes Pulver, von dem ich das Ursprungsmineral nicht bestimmen kann. Wenn ich dieses Pulver nun mit dem angeleckten Finger wegwische, so sehe ich einfach keine Kratzer.

Wir sollen letztendlich dazu in der Lage sein, unbekannten Proben eine Ritzhärte nach Mohs zuzuordnen. Erschwerend kommt hinzu, dass dies auch bei kleinen Korngrößen von Gesteinen - also Mineralaggregaten - geschehen soll.

Mache ich irgendetwas falsch? Ich würde mich über Anregungen und Tipps sehr freuen. Ich dachte da an Punkte wie Lichtverhältnisse, besonders geeignete Stellen zum ritzen oder Tipps um herauszufinden, von welchem der beiden benutzten Minerale letztendlich das entstandene Pulver stammt.

Viele Grüße,

Alex

Offline guefz

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Re: Anwendungsschwierigkeiten: Härteskala nach Mohs
« Antwort #1 am: 10 Jan 18, 18:51 »
Hallo,

das ritzende Mineral, also das härtere, muss eine scharfe Kante haben, sonst hast du in der Tat wenig Chancen, etwas zu erkennen. Umgekehrt sollte das geritzte Mineral in diesem Bereich auch möglichst wenig vorgeschädigt sein, damit man einerseits die Spuren besser erkennen kann und andererseits keine falsche (zu geringe) Härte vorgetäuscht wird, weil es einfach wegbröselt.

Günter

Offline Alcest

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Re: Anwendungsschwierigkeiten: Härteskala nach Mohs
« Antwort #2 am: 10 Jan 18, 19:14 »
Viele Mineralien haben keine fixe Härte und sind z.B. mit 5-6 angegeben. Es ist zunächst wichtig, die Härte in ihrer Größenordnung einzugrenzen. Habe ich ein weiches Mineral unter 3? Habe ich etwas um 5 oder ist es deutlich härter als 6? Die Härte auf 0,5 genau zu bestimmen wird niemand verlangen.

Studiert du an der TU oder an der FU? Ich habe den Kurs an der TU gemacht. Du wirst ein Bestimmungsheft bekommen, in dem Minerale nach ihren Eigenschaften klassifiziert sind. Da schaust du z.B. bei "Mineralien Härte<4, Perlmuttglanz" und bestimmst dann anhand der Gesamtheit an Eigenschaften. Bist du dir unsicher und meinst "5 oder 6?" ziehst du halt mehrere Tabellen heran. An der FU ist das sicherlich nicht groß anders gehalten.

Wenn du z.B. die Härte eines Minerals im Gesteinsverband bestimmen solltest, musst du eine Stelle im Handstück finden, an der das zu bestimmende Mineral an einer Ecke sitzt oder scharfkantig "hervorlugt".

Soweit ich mich erinnere, war die erste "Härteübung", die Härten 1-9 in den klassischen Mohs-Mineralen aufzureihen. 1-4 sollten einfach sein. 5 und 6 (Apatit, Feldspat) ggf. etwas schwierig (oft sind die Sätze der Unis auch total abgenudelt und zerkratzt - da weiß man nie, welche Kratzer neu sein sollen), 7 bis 9 einfacher. Zu 5 und 6 ein Hinweis: Apatit ist selten fleisch- oder cremefarben, Feldspat selten blau oder grün.


Offline GeoAlex90

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Re: Anwendungsschwierigkeiten: Härteskala nach Mohs
« Antwort #3 am: 11 Jan 18, 17:45 »
Vielen Dank für die Antworten.

Offline Alcest

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Re: Anwendungsschwierigkeiten: Härteskala nach Mohs
« Antwort #4 am: 11 Jan 18, 17:47 »
Ich weiß jetzt aber noch nicht, von welcher Uni wir reden ;D

 

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