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Autor Thema: Gelbe Beläge  (Gelesen 7926 mal)

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Offline uwe

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Gelbe Beläge
« am: 24 May 05, 09:11 »
Eine Frage an die Experten:

Schöne hell-schwefelgelbe Beläge auf einer bleihaltigen Matrix werden auf Anheib meist als Bindheimit angesprochen und man hat damit auch meistens recht. Gelbe Beläge bilden sich natürlich, vor allem in Haldenmaterial, auch auf stark limonitischen Stücken (unter Sauerstoffmangel ?? - stimmt das eigentlich ??).

Ich habe nun ein Stück auf dem Schreibtisch, mit einem Bindheimit-ähnlichen Belag. Antimon ist mir jedoch von dieser Lagerstätte (Heilige Dreifaltigkeit, Zschopau) nicht bekannt. Gelber , eisenhaltiger Belag ist's meiner Meinung nach auch nicht - sieht irgendwie anders aus. Greenockit scheidet definitiv aus.

Gibt es noch andere gelbe Beläge, die sich nur auf Blei aufbauen ?

Für Hinweise wäre ich dankbar.

Glück Auf
Uwe

Offline Florian

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  • Steine Bergbau ... was gibts den schöneres?
Re: Gelbe Beläge
« Antwort #1 am: 24 May 05, 09:20 »
Hi Uwe, bin kein Experte hier, aber meinen Tip mal dazu, vielleicht Mottramit oder Kasolit (wenns Uranmineralien gibt) oder Pyromorphit, der hat oft auch recht seltsame Farben!!

Gruss Flo

Offline giantcrystal

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Re: Gelbe Beläge
« Antwort #2 am: 24 May 05, 10:41 »
Mach doch bitte mal ein Foto - mit Ferndiagnosen ohne Optik tue ich mich so schwer  ::)

Glück Auf

Thomas

MM-Bär

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Von meinen Funden kann ich nennen
« Antwort #3 am: 24 May 05, 11:19 »
(1) das Naheliegenste: Schwefel selbst, jedoch als Belag selten (meist xx)
(2) Jarosit
(3) Pyromorphit
und .. und .. und  ;D
Foto wäre gut

Offline TKMineral

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Re: Gelbe Beläge
« Antwort #4 am: 24 May 05, 15:18 »
Hallo Uwe!

Ja mach mal bitte ein Bild , da kann man mehr zu sagen...

Also es könnte auch Beaverit sein , ein Pb-Cu-Fe-Al-Sulfat...., oder Corkit der auch gelbe Beläge bilden kann .....

Gruß

TK

Offline TKMineral

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Re: Gelbe Beläge
« Antwort #5 am: 24 May 05, 15:19 »
Achja es gibt ja auch noch Plumbojarosit....also Pb-haltiger Jarosit........ ;)

Offline uwe

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Re: Gelbe Beläge
« Antwort #6 am: 25 May 05, 09:03 »
Erst mal vielen Dank für die Hinweise. Mit den Bild hat es so Probleme, da meine soft ware "spinnt". Es ging mir allerdings mehr um das generelle Problem, ob jemand Erfahrung mit dem Vorkommen von Bindheimit auf Bleilagerstätten hat, wo keine ausgesprochene Antimonvererzung auftritt. Der Hinweis auf Beaverit ist überlegenswert, obwohl mit hier wieder der Kupferanteil fraglich ist, den auf dieser Halde ist Moos das einzige Grün.

Eventuell ist Antimon eher mal in Spuren vorhanden und tritt eben nicht immer mit "eigenen" Mineralen zutage während beim Vorhandensein von Kupfer meistens doch in der Nachbarschaft grüne oder blaue Minerale auftreten.

Plumbojarosit wäre allerdings von den vorkommenden Elementen auch sehr gut möglich. Hallo TK, hast Du Erfahrungen, wie dieses Mineral in Erscheinung tritt ?

Glück Auf
Uwe

Offline geni

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Re: Gelbe Beläge
« Antwort #7 am: 25 May 05, 09:40 »
Hallo Uwe,

Warum nicht Bindheimit?  ;)

Antimonit muß ja nicht unbedingt vorkommen. Es reicht ja schon Fahlerz..... das laut minmax vorkommt. Es steht da leider nur Fahlerz  ??? ,da weiß man nun nicht ob es sich um Tennantit (Arsenfahlerz) oder Tetraedrit (Antimonfahlerz) handelt.
Und wenn es Tetraedrit ist, kann als Verwitterungsprodukt Bindheimit entstehen.

Herzliche Grüße aus dem sonnigen Großherzogtum Baden

Geni  8)

Offline TKMineral

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Re: Gelbe Beläge
« Antwort #8 am: 25 May 05, 23:07 »
Hallo!

Stimmt , was Geni sagt, ist mir auch gerade eingefallen...Kenne auch eine Fundstelle im Hunsrück , wo es Bindheimit gibt , aber außer Fahlerz keine Antimonmineralien....Kommt in Zschopau auch Tetraedrit vor???

Nein , Uwe, hab noch nie Plumbojarosit in Natura gesehen, ist aber aber eingefallen, weil er Jarosit ja auch gelb ist , und dein Mineral aus einer Pb-Lagerstätte stammt.......Mal sehen , was mindat dazu meint.......

Gruß

TK


Offline uwe

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Re: Gelbe Beläge
« Antwort #9 am: 26 May 05, 09:06 »
Ja TK, Antimonfahlerz ist in  Zschopau vorgekommen.  Mein Spielraum hat sich somit auf Bindheimit oder Massicot, der auch von dort bekannt sein soll, beschränkt.

Übrigens, mein Inspektionsbesuch auf den alten Halden der "Heiligen Dreifaltigkeit", die ja nun sozusagen vor meiner Haustür liegen, war gar nicht so schlecht, obwohl ich wegen "Sauwetter" nur mal kurz dort war. Nach dem Abspülen waren sogar winzige Pyromorphitkristalle zu entdecken - nicht für die Sammlung aber ganz interessant. Eine wirklich sehenswerte Mikrostufe mit fast unbeschädigten Minikristallen von Pyromorphit, Baryt und Flourit lohnt sich aufzuarbeiten. Gelegentlich werde ich mal ein Bild veröffentlichen.

Das zeigt wieder einmal, daß auch völlig ausgelutschte Halden noch etwas bringen können.   

Glück Auf
Uwe

Offline Galenit

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Re: Gelbe Beläge
« Antwort #10 am: 26 May 05, 17:52 »
Ich bin kein Fachmann für Zschopau. Aber für Bindheimit ist soweit ich weiß, das Antimon "wichtiger" als das Blei, klingt dumm ich weiß.
Wenn es kaum Antimon gibt, gibts auch kaum Bindheimit. Mit wenig Blei auf ne Menge Antimon gibts auch, eine im verhältnis zum Blei, recht hohe "Menge" Bindheimit.
Da mir aber in Zschopau was die Heilige Dreifaltigkeit angeht eigentlich keine Antimon vorkommen bekannt sind, bezweifel ich deinen Bindheimit. Ich suche die ganze zeit nach Literatur, in der es einen Beleg dafür gäbe, konnte aber nichts finden.
Das nur Tetraedrit an Antimonerzen vorkommt, ist recht selten. Und auch wenn Fahlerz in Zschopau vorkommt gibt es keinen beleg dafür, das es die antimonhaltige Variante ist. Die einelnen Fahlerze zu bestimmen ist ja im generellen sehr schwer und es gibt ja keine allgemein Gültige Festlegung. Zum Beispiel kann man bis heute nciht eindeutig den Freibergit belegen, bzw. um es korrekter aus zu drücken, bestimmen.
DArum würd eich von den Blei-antimon-mineralien abstand nehmen. Evtl. eine zweite generation, von geleben Pyros? Oder mimetesit? Bzw. enthaltener Galnit, der die Beläge erzeugt? ist so ne dumme angewohnheit von Galenit, auch wenn er keinen Markasit enthält, meißt weißlich ab und zu gelb ....

Glück auf!



Offline uwe

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Re: Gelbe Beläge
« Antwort #11 am: 27 May 05, 08:58 »
Stefan,

danke für Deinen interessanten Beitrag. Ich nehme also Abstand von Bindheimit. Es sollte sich demnach um das Bleioxyd Massicot handeln, was von der "Heiligen Dreifaltigkeit" beschieben wird.

Das mit der Wichtigkeit des Antimongehaltes ist interessant. Ich habe mal eine Belegstufe aus Callenberg erworben, als nach der Wende diese Grube aufgelöst wurde. Ich bin nun stark im Zweifel, ob es sich um Bindheimit handelt (man hätte meinen sollen, daß die Bestimmung dort von Fachleuten gemacht wurde), denn Antimon ist nun in Callenberg noch unwahrscheinlicher als in Zschopau. Vermutlich sind die überwiegende Anzahl der mit Bindheimit bezeichneten Stufen doch (nur) Bleioxyd.

Glück Auf
Uwe   

Offline smoeller

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Re: Gelbe Beläge
« Antwort #12 am: 12 Dec 05, 13:56 »
Hallo,

Auch wenn man nicht unbedingt immer auf Analogie-Schlüsse zwischen Fundgebieten zurückgreifen sollte:
Bindheimit kommt im Schwarzwald an Stellen (Wildschapbach, Wieden,Schauinsland) vor, an denen sogar Fahlerze selten sind, wenn sie überhaupt makroskopisch imn Erscheinung treten.
Ich denke, dass manchmal der Galenit mikroskopisch kleine Mengen Sb-Minerale führt oder im Erz winzige, auch unterm Mikro nicht zu sehende Fahlerzfunken drin sind. Deswegen Bindheimit auszuschliessen, nur weil niemand Fahlerz gefunden hat, ist nicht möglich. Massicotit ist meist blassgelb und wirkt oft eher weisslich.

Smoeller

Offline pseudonym

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Re: Gelbe Beläge
« Antwort #13 am: 13 Dec 06, 22:13 »
Hallo Uwe ,

sieht dein Bindheimit etwa so aus wie auf dem Bild ?

Habe diesen heute gekauft und er soll Nord  1 in Callenberg stammen !

Danke !
« Letzte Änderung: 13 Dec 06, 22:15 von pseudonym »

Offline uwe

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Re: Gelbe Beläge
« Antwort #14 am: 14 Dec 06, 08:56 »
Hallo Pseudonym,

die Stufe ist mit Sicherheit von Callenberg Nord 1, da nur dort Krokoit vorgekommen ist. Bei dem von mir erwähnte Stück mit Bindheimit ist der gelbe Belag auf bleiglanzhaltigem Quarzit, der vermutlich nicht aus dem Krokoittrum stammt. Gemeinsam mit Krokoit kommen allerdings auch andere gelbe Sekundärminerale vor - letzlich auch Limonit, da der Serpentit in der Nähe des Krokoittrumes auch magnetithaltig ist. Mit erscheint die gelbe Kruste auf der Stufe etwas zu rotstichig. Das  kann allerdings auch durch das Licht beim Fotografieren herrühren.

Glück Auf
Uwe

 

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